Am 5. Dezember 2012 ging soweit alles seinen gewohnten Gang. Um sechs Uhr Stallarbeit bei Alex, was heißt drei Pferde (im übrigen Hannoveraner) füttern, Wassereimer auffüllen und Mash für die Abendfütterung vorbereiten. Das dauert nicht wirklich lange. Aber ich freue mich doch jeden Morgen wieder in diesen wirklich tollen, kleinen Privatstall zu kommen. Das Einzige, was hier fehlt sind Koppeln. Aber die Pferde haben ein schönes Paddock. Im Stall selber befinden sich drei großzügige Boxen, eine gummierte Stallgasse, ein kleiner Anbau für Heu- und Einstreulagerung und die Sattelkammer, worin sich auch der Wassertank befindet. Zum Gelände gehört dann noch eine Halle, oder vielmehr Zelt, und diverse Lagerschuppen für Heu und Gerätschaften. Ich finde das sehr beeindruckend. Alex hat sich hier einen kleinen (teuren) Traum verwirklicht. Die (Zelt-) Halle ist beheizt, so dass auch für den Reitlehrer und Zuschauer angenehme Temperaturen herrschen. Alex ist sehr organisiert und "picky", was mir sehr sympathisch ist. So gar nicht kanadisch. Hehehe! Gemein, ich weiß, aber ist wirklich so. Somit hinterlasse ich auch immer alles schön gefegt und aufgeräumt. Ich war gegen zwanzig vor sieben oder so was zurück bei Tom und Pat. Als ich mir gerade ein kleines Frühstück und einen Kaffee zu Gemüte führte, sah ich Jason um kurz vor sieben auf den Hof fahren. Hallo! Er hat doch erst um halb acht Stalldienst. Puh! Also ab in die Klamotten und raus zur nächsten Stallarbeit. Das hieß wieder alle Pferde eindecken, während Jason auf den Paddocks das Heu für ein anständiges Pferdefrühstück verteilte. Um zehn Uhr hatte ich einen Break von der Stallarbeit, da ich mit Natalie auf Mack eine Reitstunde hatte. Allerdings musste ich ihr schon vorher zur Hand gehen, da sich einige Probleme aufzeigten. Zuerst kam Natalie, ob ich ihr helfen konnte Mack in der Box anzubinden, damit sie ihn striegeln konnte. Da wir noch mitten beim Ausmisten waren, konnte sie nicht auf die Stallgasse zum Putzen. Ja, das Problem war, dass Mack Natalie gar nicht erst in die Box lassen wollte! Ich dachte, mein Schwein pfeift, das kann ich Euch sagen. Ich also rein, ihn geschnappt und angebunden. Mack ist aber auch echt ein Brecher. Wenn man da kein Selbstbewusstsein beweist, hat man schlechte Karten… Wir kommen mittlerweile sehr gut miteinander aus, worüber ich sehr froh bin. Mack ist einer von den netten Pferden, die einen auch über den Haufen rennen. Und wenn er gehen will, dann geht er. Dann hält ihn nichts mehr auf. Eine gefährliche Mischung, Körper eines Percheron und Temperament eines Andalusiers. Naja, wir haben uns arrangiert. Ok, weiter im Text. Ich also wieder zurück zu meiner Arbeit. Wenig später: Natalie kommt, sie kann ihn nicht putzen, da er nicht still steht. Ja, Herrschaftszeiten, was ist denn da heute los, dachte ich. Ich wieder hin, Bürste geschnappt und Mack gestriegelt. Was soll ich sagen, er nicht mal einen Fuss bewegt. Danach ich wieder zum Ausmisten. Habe aber ein wenig durch die Gitterstäbe beobachtet, was als nächstes kommt. Ich sah Natalie mit dem Hufauskratzer in die Box gehen und dann nur neben Mack stehen. Wenig später war sie wieder draussen, kam aber nicht zu mir. Ich wette, es war ihr inzwischen peinlich dauernd zu fragen, ob ich ihr helfen kann. Ich wollte sie nun auch nicht blossstellen, darum habe ich es dabei belassen. Aber es war dennoch nicht der letzte Hilferuf. Als nächstes kam das Trensen. Er war aber auch ein A… heute. Danach konnte es endlich in die Halle gehen. Das war jedenfalls schon mal ein spannender Start. Und es konnte ja noch heiter werden in der Reitstunde… Gott sei Dank verlief aber alles gut. Ich nahm sie so schnell es ging an die Longe, da wir ja heute Galopp üben wollten. Dann hatte ich wenigstens die Kontrolle. Sie war nach der Stunde auch ziemlich zufrieden, worüber ich sehr froh war. Nach der Reitstunde habe ich noch etwas weiter im Stall geholfen und bin dann um zwölf in meine, wie ich finde, wohlverdiente Mittagspause gegangen. Habe mich lange mit Pat über alles mögliche unterhalten, aber hauptsächlich natürlich über Pferde. Sie fragte, ob ich mir noch etwas Geld verdienen wollte mit Schulpferde Korrektur reiten, was mir natürlich zusagte. Allerdings gab ich zu Bedenken, dass für eine sichtbare Verbesserung wohl fünfmaliges Training die Woche nötig wären. Und dann war da die Frage, welches der Schulpferde. Denn zum einen würde es für Tom teuer kommen, wenn ich alle Pferde reiten würde und zum anderen wäre ich dann nur noch mit Reiten beschäftigt… Eigentlich nicht schlecht, aber ich würde das wohl kaum durchhalten, täglich vier oder fünf Pferde zu reiten. Nicht in meinem derzeitigen desolaten Zustand. Die Wochen im Wohnmobil rächen sich. Egal, wir einigten uns auf Mack und dass Pat mit Tom darüber sprechen wollte. Ausserdem wollte sie schon seit meiner Ankunft Unterricht nehmen. Täglich! Und bisher haben wir nicht eine Stunde zustande gebracht. Nach meinem Lunch in Form eines Müslis zog ich mich in mein Zimmer zurück, um mich einem ausgedehnten Mittagsschläfchen zu widmen. Am späten Nachmittag musste ich mich wieder aus meinem viel zu gemütlichen, warmen Bettchen quälen, da meine nächste Reitschülerin bald auf den Hof fahren würde. Hannah sollte heute das erste Mal auf´s Pferd… Pony. Aber es machte Spaß mit Hannah, sie ist ziemlich erwachsen für ihr Alter. Ich glaube, sie ist zwölf. Danach hatte ich wieder den Sack Flöhe: Emma, Molly und Peyton und ich eröffnete ihnen heute, dass sie wieder zurück auf die Ponys gehen, da die letzte Unterrichtsstunde einfach nur gefährlich war. Sie sind zum einen noch zu klein, größentechnisch gesehen, und zum anderen reiterlich eindeutig noch nicht weit genug. Aber es schien ganz ok zu sein für sie. Und bis auf den ein oder anderen kleinen Zwischenfall war ich wirklich zufrieden mit den Mädels. Wir tauschten zwischendurch noch mal Ponys, da Sugar heute meinte, sie müsste mal ein wenig Rodeo spielen. Aber Emma hatte das dann super unter Kontrolle. Und ich muss sagen, die letzten zehn Minuten waren dann endlich so, wie ich mir eine Gruppenreitstunde vorstelle. Ich hoffe, dass ich da nächste Stunde anknüpfen kann und nicht wieder bei Null anfangen muss. Eigentlich wollte ich ja heute mit Dyan besprechen, was ihre Pläne für die Hundefütterung und Housesitting waren. Aber es war so ein Gewusel im Stall, dass wir das Gespräch zunächst auf den späteren Abend und dann auf morgen verschoben, da es irgendwie gar nicht passen wollte heute. Da heute wieder Springstunde war, wurde es für Tom und Pat wieder reichlich spät. Ich meine, ihnen macht das nichts aus, sie sind oft bis spät in die Nacht im Stall. Ich verzog mich stattdessen in mein Bett, war hundemüde.
Sonntag, 23. Dezember 2012
Nachdem ich heute Morgen, den 4. Dezember 2012, wieder früh um sechs Uhr zu Alex gefahren bin und ihre Pferde versorgt hatte, ging es um acht Uhr weiter mit Matthew Stallarbeit in Pat´s und Tom´s Stall erledigen. Um zehn Uhr hatte ich eine Reitstunde mit Natalie, die wirklich immer besser und selbstbewusster wurde und im Anschluss noch eine halbe Stunde mit Tina, der RCMP Mitarbeiterin, die hier evtl. einen Reitlehrerjob nebenbei anfangen wollte… Sie ritt heute Mack, da letzte Woche mit Springer nicht so super gelaufen war. Springer ist aber auch echt nicht einfach. Ich empfahl ihr somit letzte Woche Mack, der echt gut zu reiten ist. Man sieht es diesem Koloss von Pferd zwar nicht an, aber er ist sehr sensibel und ist das beste Schulpferd hier im Stall, würde ich behaupten. Sie war auch nicht schlecht erstaunt und so konnte ich mal wieder auf etwas "höherem" Level unterrichten. Naja, zumindest auf normalen Reitlevel, nicht totaler Anfänger, was echt gut tat. Man verblödet ja fast, wenn man immer nur die Grundregeln rauf- und runter zu rattern hat. Soll nicht böse gemeint sein, aber manchmal wundere ich mich schon ein bisschen, was ich da überhaupt mache. Heute waren es nur -16°C, richtig warm. Die Pferde würden also bis Nachmittags draussen bleiben können. Ich wunderte mich, warum ich gerade heute so fror, obwohl es richtig "warm" war. Wahrscheinlich, weil ich geschwitzt hatte. Somit entschied ich nach den Reitstunden meine Mittagspause einzulegen und nicht noch weiter im Stall zu arbeiten. Matthew hatte mich heute Morgen noch gefragt, ob er mir etwas Arbeit übrig lassen sollte, damit ich noch ein paar Stunden machen konnte. Das fand ich voll nett, aber ich sagte, dass er mal ruhig fertig werden könnte. Wenn er noch Hilfe benötigen würde, dann könnte ich ja immer noch einspringen. Aber ich sah, dass Pat half, so dass ich beruhigt ins Haus gehen, mich aufwärmen und mein Müsli essen konnte. Als ich jedoch gerade aus dem Stall kam, wurde ich durch ständiges Gequieke von den Paddocks aufmerksam und sah nach dem Rechten. Ich entdeckte, dass Cimeron, der Friesenhengst, die obersten Latten des Zaunes zum Nachbarpaddock zerbrochen hatte. Es war nur eine Frage der Zeit, dass er im anderen Paddock stehen würde, was überhaupt keine gute Idee war. Ich informierte schnell Pat, die Matthew losschickte, um Cimeron in den Stall zu bringen. Sugar hatte aber auch ein bisschen zu heftig mit ihm durch den Zaun geflirtet. Nun konnte ich endlich ins Warme. Und ich konnte einem kleinen Mittagsschläfchen nicht widerstehen. Musste mich erst wieder an das super frühe Aufstehen gewöhnen. Um drei schmiss ich mich dann wieder in meine Klamotten und ging in den Stall, da ich sicher war, dass Pat Hilfe beim Pferde rein holen brauchen würde. Ich fand sie beim Mash zubereiten im hinteren Teil des Stalls. Sie erzählte mir, dass sie versucht hatte, den Zaun zu reparieren, es aber nicht geschafft hatte. Matthew war ebenfalls nicht in der Lage gewesen. Hmm, ich schaute sie nur fragend an, weil ich mir das gar nicht vorstellen konnte. Sie fragte daraufhin, ob ich es versuchen wollte. Klar, wenn wir Werkzeug und Schrauben hätten, kein Problem. Und so war es auch, es war wirklich kein Problem. Zerbrochene Latten entfernt, Schrauben abgeflext (und dummerweise im Schnee verloren), neue Latten ran. Ging eigentlich ganz fix. Pat war total beeindruckt. Weiß gar nicht wieso, das war nun wirklich eine Kleinigkeit. Die Suche nach den abgetrennten Schrauben gestaltete sich allerdings schwierig. Es wurde zudem langsam dunkel und die Ponys schnüffelten ständig neugierig an einem rum, während ich angestrengt versuchte diese verflixten Schrauben zu finden. Das war wirklich ein Anfängerfehler, über den ich mich ärgerte. Konnte ich jetzt aber leider auch nicht ändern. Wir entschieden, dass wir es morgen Früh bei Tageslicht noch mal versuchen wollten. Es wurde Zeit, die Pferde rein zu holen, die schon nervös wurden. Oder halb verhungert waren (ihrer Ansicht nach). Da alles viel später wurde als geplant, war ich fast dankbar, dass Bryanna nicht zu ihrer Reitstunde erschienen war, obwohl ich natürlich enttäuscht war. Somit hatte ich aber Zeit Pat zu helfen. Anschließend hatte ich dann noch zwei Unterrichtsstunden zu geben, in der Julia schier über sich hinaus wuchs. Heute konnte sie von sich behaupten, dass sie mit Reiten angefangen und mit nur auf dem Pferd sitzen abgeschlossen hatte. Ich war so stolz. Klopfte mir innerlich ein wenig auf die Schulter. Ja, die zweite Reitstunde war wieder mit einem totalen Anfänger. Und sie war auch noch vor einiger Zeit vom Pferd gefallen und musste erstmal wieder Vertrauen fassen. Ok, das war wieder komplett in die andere Richtung mit dem Unterricht. Danach hatte ich Feierabend, da Kim ihre Stunde auf morgen verschoben hatte, da sie noch arbeiten musste. Das war völlig okay. Tom war noch nicht von der Arbeit zurück, aber Pat war schon am Essen zubereiten. Schnitzel mit Piroggen und Salat. Als Tom heim kam, schnackten wir noch eine ganze Weile. War echt nett, alle waren gut gelaunt. Während nach dem Essen die Beiden noch die Pferde füttern gingen, verzog ich mich in mein Zimmer. Morgen hieß es schließlich wieder, früh raus. Aber ich nahm mir vor, demnächst mal wieder mit in den Stall zu gehen. Aber ich dachte so bei mir, dass es vielleicht auch ganz schön für die Beiden ist, wenn sie etwas Zeit alleine haben. Ich würde sehen. Wollte schon noch mal die Pferde abends in der Halle spielen sehen. Adagio spielt wie ein Irrer mit dem Riesenfußball. So was habe ich noch nie erlebt. Der powert sich total aus damit, ohne dass ihn jemand dazu veranlasst. Er scheint wirklich Spaß dabei zu haben. Unglaublich. So, das war es aber auch schon wieder vom Dienstag dieser Woche. Morgen würde Dyan kommen und wir würden über ihre Trainingspläne für ihre Hunde reden und wann sie mich als Housesitter haben wollte. War schon ganz gespannt. Ich glaube, Pat und Tom waren gar nicht so glücklich darüber. Aber schließlich hatten sie Dyan empfohlen mich um Hilfe zu bitten. Wir würden das morgen ja sehen. So denn, good night, Folks!
Bin heute Morgen, am 3. Dezember 2012, noch vor dem Wecker aufgewacht, der um halb sechs klingeln würde. Dann habe ich den kleinen Toyota warm laufen lassen, um zum Stall von Alex zu fahren, um ihre Pferde für die nächsten drei Wochen jeden Morgen zu versorgen. Alex würde nämlich für die nächsten drei Wochen in Urlaub sein und eröffnete mir mit dieser Arbeit eine weitere Einnahmequelle. Leider hatte ich den Wagen nicht lange genug warm laufen lassen und es war kein Eiskratzer zu finden, so dass ich mit einigen Verrenkungen im Auto saß, um einigermaßen durch die vereiste Scheibe gucken zu können. Zum Glück ist hier um diese Uhrzeit nicht wirklich viel los.... Ok, es ist nie sooo viel los. So kam ich bald am Stall an und versorgte die drei Pferdchen mit Heu und frischem Wasser und bereitete das Mash für die Abendfütterung vor. Die Portionen waren für jedes der Pferde vorgepackt und ich hatte nur noch die Päckchen in die entsprechenden Futterschüsseln zu füllen und mit heißem Wasser aufzufüllen. Nicht allzu schwer. Ging alles glatt. Dyan kam noch vorbei, da sie nicht wusste, dass ich die nächsten Wochen die Morgenfütterung übernehmen würde. Normalerweise machte sie den Job. Aber da sie die nächste Zeit mit Hundetraining zu tun haben würde, hatte Alex wohl gedacht, es wäre besser, wenn ich das machen würde. Hatte wohl vergessen, Dyan Bescheid zu geben. Für Dyan war es aber gut so. Anschließend fuhr ich zurück zu Pat und Tom und machte mir zum Frühstück einen Obstsalat mit Papaya, Mango und Banane und einen Tee. War das frühe Aufstehen gar nicht mehr gewohnt, so dass ich schon jetzt geschafft war. Da ich noch eine Stunde Zeit hatte, bis Matthew zum Stalldienst antreten würde, döste ich unten auf dem Sofa ein wenig vor mich hin. Wieder ins Bett zu gehen, wäre keine gute Idee gewesen. Als Matthew kam, ging alles seinen gewohnten Gang. Pferde eindecken, Heu ausstreuen in den Paddocks, Pferde raus bringen, Boxen misten und einstreuen, Futter vorbereiten, Mittags Fohlen zum Mittagessen reinholen und wieder raus bringen. Und heute kam endlich die Firma, die die Heizung in der Reithalle reparieren sollte. Ein Wunder! Bisher war ich noch ohne Heizung ausgekommen, aber es würde die nächste Zeit offensichtlich nicht wärmer werden. So war ich froh, dass sie nun endlich funktionsfähig sein würde. Um zwölf war ich mit dem Stalldienst durch und machte mir schön ein Müsli zum Mittag und trank Tee zum Aufwärmen. Dann las ich ein paar Seiten in meinem Buch und wurde dann so müde, dass ich mich dazu entschied einen kleinen Nap zu machen. So schlief ich drei Stunden bis meine nächste Reitstunde begann. Ich war so was von kaputt. Nach den langen Reisen und nur rumsitzen war ich harte, körperliche Arbeit offensichtlich nicht mehr gewohnt. Vor dem Unterricht holte ich gegen vier Uhr noch die Pferde mit Pat rein. Der Unterricht startete mit Lauren, die wirklich tolle Fortschritte gemacht hatte. Konnte das gar nicht glauben. War echt stolz auf sie. Und ein wenig auf mich. Hehehe! Mit Emily machte ich anschließend ein wenig Springgymnastik, was sie sehr happy machte. Aber es war mehr, dass Omar die Arbeit machte und der Floh nur drauf saß. Aber das war ok. Sie ist ja noch klein. Anschließend kam noch Michelle, die für Tricia Czar ritt, so lange Tricia noch nicht wieder in der Lage dazu war. Ich machte heute allen Reitschülern klar, dass ich Fortschritte sehen wollte und dass sie sich nicht immer auf meine Anweisungen und Hilfestellungen verlassen sollten. Sie sollten ihr eigenes Körpergefühl schulen, damit sie mal weiter kommen würden in der Reiterei. Aber es war wirklich schön zu sehen, dass heute alle Fortschritte gemacht zu haben schienen. Das war gut. Schließlich würde es auf mich zurückfallen, wenn sie nach meiner Abreise immer noch so herumgurken würden wie immer. Pat kam kurz zur Halle und fragte, wie lange ich noch arbeiten müsste, denn sie würde schon mal das Abendessen zubereiten. Ich sagte, dass ich um halb acht durch sein würde mit dem Unterricht und dann rauf kommen würde. Zum Abendessen gab es dann Steak, Kartoffeln und Salat. Zum Dessert aßen wir ein paar Schokokekse. Ich konnte einfach nicht widerstehen. Während Pat und Tom in den Stall zum Füttern gingen, machte ich den Abwasch und fiel gegen zehn Uhr ins Bett. Ich war kaputt.
Am Freitag, den mittlerweile 30. November 2012, hieß es wieder früh aus den Federn. Allerdings startete ich nicht um halb acht, sondern erst um acht, da heute wieder Matthew mein Stallarbeitskollege war. Während er Futter vorbereitete, deckte ich die Pferde ein. Es war eisig kalt heute, -32°C! Einige der Pferde bekamen inzwischen zwei Decken aufgelegt. Als wir dann die Pferde raus brachten dachte ich, mein Gesicht friert ein. Atmen fiel schon bei den Temperaturen inzwischen auch schon sehr schwer, so dass ich mein Halstuch vor´s Gesicht band, wenn ich länger draußen war. Und mit länger meine ich fünf Minuten… Die hinteren Paddocks waren echt grenzwertig für mich. Ich überlegte, wann es wohl an der Zeit wäre die nächste Schicht Klamotten anzulegen. Noch kam ich mit einer einfachen Jeans aus, aber lange würde das nicht mehr ausreichen. Wenn ich also von den weiter entfernten Paddocks zurück kam, fühlte ich meine Beine schon nicht mehr und meine Ohren drohten abzufallen. Da musste wohl bald mal eine Mütze her, dachte ich so bei mir. Meine gute Finnlandmütze wollte ich aber nicht für den Stall missbrauchen. Kommt Zeit, kommt Rat. Da ich nun immer das Tuch vor der Nase hatte, stieg mein Atem direkt an meinem Gesicht auf, was zur Folge hatte, dass der Atem an meinen Wimpern und den Augenbrauen gefror! Das war irgendwie ein witziges Gefühl. Die Pferde hatten ebenfalls schon nach kürzester Zeit draußen weiß gefrorene Wimpern und Tasthaare. Noch schien ihnen die Kälte nicht so viel auszumachen. Aber sie waren heute auch nicht unzufrieden, als wir sie früher als gewohnt in den Stall zurück holten. Die Ponys Blacky und LaCreaty waren allerdings noch nicht ganz damit einverstanden und wetzten über das Gelände. Nach drei großen Runden im Renngalopp kamen aber auch sie in den Stall gelaufen. Im Grunde war es schönstes Winterwetter. Es war eisig kalt, trockene Luft (die einem aber wirklich zu schaffen machte) und die Sonne schien bei blauen Himmel auf den Schnee. Aber wie gesagt, es war nicht länger als ein paar Minuten draußen auszuhalten, wenn man nicht schon spezielle Thermoklamotten trug. Wir waren wieder ziemlich fix gewesen mit unserer Stallarbeit, so dass ich um 12 Uhr Mittagspause machen konnte. Das war auch nötig. Ich war so kaputt, dass ich den Nachmittag komplett verschlief. Ab fünf Uhr hatte ich wieder Reitstunden und ich war, Gott sei Dank, dann wieder fit. Abends sollte es eigentlich Chili geben, das jetzt aber leider noch nicht gar war. Außerdem hatte Tom heute noch seine Springstunde, so dass es spät werden würde. Pat meinte, dass wir bestimmt nicht vor zehn Uhr abends essen würden. Ich entschied mich daher für ein kaltes Abendessen und machte mir ein Brot und einen Obstsalat. Dann verschwand ich in mein Zimmer. Ich hörte Pat und Tom um kurz nach zehn wieder ins Haus kommen. Ich ging runter und schnackte noch ein bissel mit den Beiden, bevor ich mich dann ins Bett haute. Da ich allerdings den ganzen Nachmittag geschlafen hatte, fand ich keine Ruhe. Die Nacht war nicht mein Freund heute. Ich hoffte, dass ich morgen Früh einigermaßen fit sein würde, denn ich hatte einen kompletten Tag mit Reitstunden vor mir, so wie die morgendliche Stallarbeit bis meine erste Reitstunde um zehn Uhr beginnen würde.
Der Morgen des 1. Dezember 2012 begrüßte mich eisig, es waren mit Wind -40°C! Wow, das war grenzwertig! Und nun war schon Dezember, fiel mir nebenbei mal auf. Jetzt war ich schon zwei Wochen wieder in Yellowknife. Unglaublich, wie die Zeit verfliegt. Morgens hieß es also wieder antreten zum Stalldienst. Da ich mir fast den Hintern abgefroren hatte entschied ich nachmittags lange Unterwäsche zu tragen, die guten alten Long John´s. Sehr sexy, ich weiß. Aber hilfreich. Da die Reitstunden um 10 Uhr anfingen, wie jeden Samstag, hatte ich nur knapp zwei Stunden Stalldienst. Das war ok. Aufgrund der Kälte sagten einige Reitschüler ab, so dass ich immer wieder Pausen zum Aufwärmen hatte. Mittags gab es erstmal ein Chili zum Aufwärmen und Kaffee. Das war nötig, kann ich nur sagen! Die Pferde kamen heute sehr früh wieder rein, da sie sogar zitterten vor Kälte. Ja, für diese Temperaturen sind auch sie nicht gewappnet. Einige haben zwar zwei Decken drauf, aber bei -40°C ist auch das zu wenig. Jedenfalls waren alle froh wieder in den Stall zu dürfen und stürmten ihre Boxen. Für mich immer wieder eine Zitterpartie, dass keines der Pferde stürzt. Pat bekommt das ja nie mit, da sie draußen ist, um die Tore der Paddocks zu öffnen. Ich habe den Kampf, die Pferde abzubremsen oder manchmal auch auf den richtigen Weg zu lotsen, wenn sie meinen, sie möchten noch eine Extrarunde um die Reithalle drehen. Aber heute kamen alle sehr schnell rein und ich hatte lediglich damit zu tun, dass sie mich nicht über den Haufen rannten. Da kann man ja sagen, was man will, aber der einer der wirklich wenigen Pferde hier im Stall, die stehen bleiben, wenn Du Arme wedelnd vor ihnen herumhüpfst, ist der vierjährige Friesenhengst Cimaron! Der achtet auf einen. Die anderen rennen einen gnadenlos über. Ich war froh, als alle wohlbehalten in ihren Boxen standen. Ich war dankbar, als der Feierabend näher rückte. Ich hatte schon den ganzen Tag Kopfschmerzen (wahrscheinlich von der Kälte). So aß ich mit Tom und Pat Huhn mit Reis und Salat zu Abend und machte mich dann auf den Weg ins Bett. Das ist die einzige Medizin bei Kopfschmerzen.
Am Sonntag, den 2. Dezember 2012, startete ich morgens gleich mit einer Reitstunde mit Ruby, die sich wirklich ganz gut machte inzwischen. Wir machten Unterricht mit Omar, dem kleinen Isländer. Er ist wirklich toll. Nur schade, dass er dämpfig ist, so dass ich ihn nicht so einsetzen kann, wie ich gerne würde. Er hat einen so tollen Charakter und ist so einfach zu reiten. Während Ruby dann so mit Omar herumkurvte und sich einfühlte, konnte ich eine nette Unterhaltung mit ihrer Mutter führen. Sie bot mir an, dass ich von ihr Schneeschuhe leihen könnte und sie mir Trails zeigen würde, wo man hervorragend Snowshoeing machen könnte. Damit ich auch noch mal etwas anderes zu sehen bekommen würde als den Stall. Das fand ich super. Tom gab anschließend wieder seine Springstunde und es zog sich alles etwas hin, so dass wir echt spät dran waren mit unserem Brunch/ Lunch im Explorer Hotel, wo wir Jody treffen würden. Sie war erwartungsgemäß auch schon da, als wir eintrafen. Naja, ist vielleicht etwas übertrieben, "erwartungsgemäß" zu sagen, da man bei den Kanadiern nie weiß, ob sie pünktlich sind. Ehrlich wahr! Ich hatte jedenfalls einen Bärenhunger und aß ein wenig zu viel. Ich wollte heute nichts mehr weiter essen, beschloss ich. Um zwei Uhr wartete schon Kim in der Halle auf mich. Ich führte sie heute in das Schulerherein, Vorhandwendung und Travers ein. Dafür musste ich ihr erstmal vorführen, was das alles ist. Und ich war wirklich glücklich, dass ich nicht total eingerostet war und Baya meine Hilfen tatsächlich verstand und auch annahm. Aber es war harte Arbeit für sie, da sie nie solche Bewegungen zu vollführen hatte in der Vergangenheit. Aber das würden wir ja nun ändern. Danach hatte ich noch drei weitere Reitstunden. Die letzte war mit Tricia und Czar. Tricia wollte nun Longier- und Bodenarbeitsunterricht nehmen so lange sie nicht wieder reiten konnte. Das fand ich toll. Und es machte echt Spaß. Es schien, dass Czar diese Art von Arbeit genoss. Ich glaube, das liegt ihm mehr als das Reiten. Jedenfalls hatten wir eine Menge Spaß und Czar eine harte Arbeitsstunde. Auch von ihm wurde bisher nie vergleichbares verlangt. Tom und Pat waren derweil zum Einkaufen gefahren, was sich etwas hinziehen konnte. Mir kam somit die Aufgabe zuteil, Thyme später in die Halle zu lassen, damit sie pischen gehen konnte. Ja, wirklich, die Stute macht nichts in ihrer Box. So musste ich zwei Anläufe unternehmen, dass sie sich in der Halle löste. Mir war kalt und ich wollte nur ins Haus. Als Tom und Pat dann zurück kamen mit einem Rieseneinkauf, war es schon spät. Es gab Chili von gestern zum Abendessen. Wäre nicht nötig gewesen, war noch gestopft vom Mittagessen. Und ich bekam noch eine neue Reitschülerin diesen Abend, da zufällig Mika mit ihrer Mutter vorbeischauten, die dann prompt gleich einen Termin ausmachten für eine Reitstunde. Wie praktisch. Dann machte ich mich langsam auf den Weg ins Bett, denn morgen würde es wieder früh aus den Federn gehen.
Der Morgen des 1. Dezember 2012 begrüßte mich eisig, es waren mit Wind -40°C! Wow, das war grenzwertig! Und nun war schon Dezember, fiel mir nebenbei mal auf. Jetzt war ich schon zwei Wochen wieder in Yellowknife. Unglaublich, wie die Zeit verfliegt. Morgens hieß es also wieder antreten zum Stalldienst. Da ich mir fast den Hintern abgefroren hatte entschied ich nachmittags lange Unterwäsche zu tragen, die guten alten Long John´s. Sehr sexy, ich weiß. Aber hilfreich. Da die Reitstunden um 10 Uhr anfingen, wie jeden Samstag, hatte ich nur knapp zwei Stunden Stalldienst. Das war ok. Aufgrund der Kälte sagten einige Reitschüler ab, so dass ich immer wieder Pausen zum Aufwärmen hatte. Mittags gab es erstmal ein Chili zum Aufwärmen und Kaffee. Das war nötig, kann ich nur sagen! Die Pferde kamen heute sehr früh wieder rein, da sie sogar zitterten vor Kälte. Ja, für diese Temperaturen sind auch sie nicht gewappnet. Einige haben zwar zwei Decken drauf, aber bei -40°C ist auch das zu wenig. Jedenfalls waren alle froh wieder in den Stall zu dürfen und stürmten ihre Boxen. Für mich immer wieder eine Zitterpartie, dass keines der Pferde stürzt. Pat bekommt das ja nie mit, da sie draußen ist, um die Tore der Paddocks zu öffnen. Ich habe den Kampf, die Pferde abzubremsen oder manchmal auch auf den richtigen Weg zu lotsen, wenn sie meinen, sie möchten noch eine Extrarunde um die Reithalle drehen. Aber heute kamen alle sehr schnell rein und ich hatte lediglich damit zu tun, dass sie mich nicht über den Haufen rannten. Da kann man ja sagen, was man will, aber der einer der wirklich wenigen Pferde hier im Stall, die stehen bleiben, wenn Du Arme wedelnd vor ihnen herumhüpfst, ist der vierjährige Friesenhengst Cimaron! Der achtet auf einen. Die anderen rennen einen gnadenlos über. Ich war froh, als alle wohlbehalten in ihren Boxen standen. Ich war dankbar, als der Feierabend näher rückte. Ich hatte schon den ganzen Tag Kopfschmerzen (wahrscheinlich von der Kälte). So aß ich mit Tom und Pat Huhn mit Reis und Salat zu Abend und machte mich dann auf den Weg ins Bett. Das ist die einzige Medizin bei Kopfschmerzen.
Am Sonntag, den 2. Dezember 2012, startete ich morgens gleich mit einer Reitstunde mit Ruby, die sich wirklich ganz gut machte inzwischen. Wir machten Unterricht mit Omar, dem kleinen Isländer. Er ist wirklich toll. Nur schade, dass er dämpfig ist, so dass ich ihn nicht so einsetzen kann, wie ich gerne würde. Er hat einen so tollen Charakter und ist so einfach zu reiten. Während Ruby dann so mit Omar herumkurvte und sich einfühlte, konnte ich eine nette Unterhaltung mit ihrer Mutter führen. Sie bot mir an, dass ich von ihr Schneeschuhe leihen könnte und sie mir Trails zeigen würde, wo man hervorragend Snowshoeing machen könnte. Damit ich auch noch mal etwas anderes zu sehen bekommen würde als den Stall. Das fand ich super. Tom gab anschließend wieder seine Springstunde und es zog sich alles etwas hin, so dass wir echt spät dran waren mit unserem Brunch/ Lunch im Explorer Hotel, wo wir Jody treffen würden. Sie war erwartungsgemäß auch schon da, als wir eintrafen. Naja, ist vielleicht etwas übertrieben, "erwartungsgemäß" zu sagen, da man bei den Kanadiern nie weiß, ob sie pünktlich sind. Ehrlich wahr! Ich hatte jedenfalls einen Bärenhunger und aß ein wenig zu viel. Ich wollte heute nichts mehr weiter essen, beschloss ich. Um zwei Uhr wartete schon Kim in der Halle auf mich. Ich führte sie heute in das Schulerherein, Vorhandwendung und Travers ein. Dafür musste ich ihr erstmal vorführen, was das alles ist. Und ich war wirklich glücklich, dass ich nicht total eingerostet war und Baya meine Hilfen tatsächlich verstand und auch annahm. Aber es war harte Arbeit für sie, da sie nie solche Bewegungen zu vollführen hatte in der Vergangenheit. Aber das würden wir ja nun ändern. Danach hatte ich noch drei weitere Reitstunden. Die letzte war mit Tricia und Czar. Tricia wollte nun Longier- und Bodenarbeitsunterricht nehmen so lange sie nicht wieder reiten konnte. Das fand ich toll. Und es machte echt Spaß. Es schien, dass Czar diese Art von Arbeit genoss. Ich glaube, das liegt ihm mehr als das Reiten. Jedenfalls hatten wir eine Menge Spaß und Czar eine harte Arbeitsstunde. Auch von ihm wurde bisher nie vergleichbares verlangt. Tom und Pat waren derweil zum Einkaufen gefahren, was sich etwas hinziehen konnte. Mir kam somit die Aufgabe zuteil, Thyme später in die Halle zu lassen, damit sie pischen gehen konnte. Ja, wirklich, die Stute macht nichts in ihrer Box. So musste ich zwei Anläufe unternehmen, dass sie sich in der Halle löste. Mir war kalt und ich wollte nur ins Haus. Als Tom und Pat dann zurück kamen mit einem Rieseneinkauf, war es schon spät. Es gab Chili von gestern zum Abendessen. Wäre nicht nötig gewesen, war noch gestopft vom Mittagessen. Und ich bekam noch eine neue Reitschülerin diesen Abend, da zufällig Mika mit ihrer Mutter vorbeischauten, die dann prompt gleich einen Termin ausmachten für eine Reitstunde. Wie praktisch. Dann machte ich mich langsam auf den Weg ins Bett, denn morgen würde es wieder früh aus den Federn gehen.
Dienstag, 27. November 2012: Ich stand wieder zeitig auf und wartete im Haus darauf, dass Matthew´s Auto auf den Hof fuhr. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass er heute zu spät kommen würde, ich weiß nicht warum. Tom war auch schon auf, da um acht Uhr ein Mechaniker für den Traktor kommen sollte. Und da standen wir beide am Fenster um acht und keiner kam, weder Matthew, noch der Mechaniker. Innerlich musste ich ein wenig grinsen, da es mich doch stark an ein Buch erinnerte, worin genau diese Unpünktlichkeit, bzw. Unzuverlässigkeit beschrieben stand. Aber um zehn nach acht kam wenigstens schon mal Matthew und ich ging runter in den Stall, um ihn mit "You are late" zu begrüßen. Wir legten gleich los mit Heu auf die Paddocks bringen, Pferde eindecken, Pferde rausbringen, Boxen misten, Wassereimer reinigen und befüllen, frisches Einstreu einbringen und Heu in die Boxen schmeißen. Zwischendurch holten wir die beiden Fohlen zum Lunch rein. Das ist auch immer ein Abenteuer, da Du nie weißt, wie sie drauf sind. Die kleine Stute O.B. One ist meistens ganz ok. Aber sie kann gerne mal durchstarten. Mit Mr. Dash muss man immer voll wach sein, da er sehr bewegliche Vorder- wie auch Hinterbeine hat, die er allzu gerne einsetzt. Und er kann sogar zur Seite aushauen, was normalerweise nur Stuten machen. Er ist schon ein ganz Spezieller. Zwischendurch hatte ich zur Abwechslung zwei Reitstunden. Eine hier im Stall und die andere wieder bei Alex in ihrem privaten, kleinen Luxusstall. Tom musste mittags in die Klinik zum Arbeiten fahren, so dass er mich da rauslassen konnte. Alex fuhr mich in ihrem Riesentruck zurück. Der Unterricht mit ihr war doch wieder sehr schön. Es tut einfach gut, zwischendurch mal Leute zu haben, mit denen man doch auf einem Level kommunizieren kann und man nicht erst erklären muss, wie man eine Ecke durchreitet. Abends hatte ich noch zwei Reitstunden und dann gab es auch schon Essen. Es gab ein Hühnercurry, was sehr gut gewürzt war. Man könnte fast sagen, es war scharf. Und ich nahm all meinen Mut zusammen und fragte Pat, ob ich was falsch gemacht hatte oder ob ich sie verärgert hatte. Sie war ganz erstaunt, dass ich das dachte und klärte auf, dass sie im Moment nur so viel um die Ohren hatte. Ok, ich wollte das dann mal so glauben. War wieder echt kaputt heute, so dass ich mich nach dem Essen in mein Bett haute.
Mittwoch, 28. November 2012: Es war verdammt kalt heute. Ich glaube, im Wetterbericht hatten sie etwas von -40°C mit Windchill gesagt. Ohne Wind waren es aber auch -28°C und man hatte das Gefühl, dass einem das Gesicht einfror. Oder die Ohren abfroren. Ich startete nach der morgendlichen Stallarbeit, heute mit Jason, morgens gleich mit einer Reitstunde für Tina. Sie ist ein RCMP und arbeitet vier Tage und hat dann vier Tage frei. So kam sie auf die Idee, dass sie hier als Reitlehrer arbeiten könnte. Pat wollte gerne, dass ich mir eine Meinung über sie bilde. So hatte es sich ergeben, dass Tina gleich eine Reitstunde gebucht hatte. Ich war gespannt, was mich erwarten würde. Tina ist auf jeden Fall super nett und half mir erstmal noch ein paar Boxen ausmisten. Dann sagte ich aber, dass sie mal lieber langsam ihr Pferd fertig machen sollte. Während Jason und ich die Fohlen nach ihrem frühen Lunch oder späten zweiten Frühstück wieder raus brachten, versuchte Tina Spring einzufangen. Mit mäßigem Erfolg. Ich hatte das Glück, dass ich einen Strick um ihren Hals geworfen bekam, als sie sich zu mir an den Zaun gesellte. Ja, Tina hatte noch ein wenig Spaß mit Spring, die so gar nicht einverstanden war, dass sie nun ganz alleine im Stall auf der Stallgasse angebunden stehen sollte, während all die anderen draußen waren. Und Spring ist groß… Ich schätze, sie hat ein Stockmaß von 1,85 m, wenn nicht mehr. Ich war sehr froh, dass Tina eine erfahrene Reiterin ist und ich ihr nicht mit allem helfen musste. Der Unterricht war dann auch ganz nett. Sie war seit Februar nicht mehr englisch geritten, was man ein wenig sehen konnte. Leichter Westernstyle. Anschließend half ich Matthew noch etwas im Stall und machte dann meine, in meinen Augen wohlverdiente Mittagspause. Pat hatte heute wieder bessere Laune und sie bot mir an, dass ich noch schnell in die Stadt fahren konnte, um mein heiß ersehntes Buch zu kaufen, bevor meine nächste Reitstunde anfangen würde. Ok, da sagte ich doch nicht Nein. Ich fuhr los und bereute gleich, dass ich nicht eine andere Strecke gewählt hatte. Natürlich war hier ein Unfall. Nichts Schlimmes, es war nur ein Auto in den Graben gerutscht, aber es kostete mich Zeit. Allerdings war das Gute daran, dass ich wusste, dass es anscheinend verdammt glatt war. Und dann mit einem fremden Auto unterwegs… Na toll! Ich kam aber heil am Buchladen an, schnappte mir das Buch und fuhr auf einem anderen Weg zurück zum Stall. Nun hieß es schnell umziehen und runter in den Stall. Meine nächste Reitschülerin war bestimmt schon da. Es war zum Glück nur eine Einführungsstunde, d. h. erste Schritte im Umgang mit dem Pferd. War aber ein echt cleveres Mädel, so dass die Zeit verflog und ich meinen Spaß hatte. Anschließend hatte ich Emma, Molly und Peyton, drei "Noch"- Anfänger, die aber nach meinem Entschwinden von Ponys auf Pferde aufgestiegen waren… In meinen Augen zu früh. Diese Reitstunde war eine Katastrophe! Die kleinen Mädels auf den riesigen Pferden… Ich musste zwischendurch auch mal laut werden, da sich doch die ein oder andere gefährliche Situation anbahnte. Ja, irgendwie bekam ich die Stunde aber ohne Zwischenfälle um. Manchmal kann es echt frustrierend sein… Nun war Tom mit seinem Springunterricht dran, dem ich eine Weile zuschaute. Da ich anschließend noch eine Reitstunde zu geben hatte, entschied ich mich nicht ins Haus zu gehen. Hatte Angst, dass ich dann gar nicht mehr raus in die Kälte wollen würde. Was soll ich sagen, auch die letzte Stunde heute Abend war nicht zufriedenstellend. Ich weiß nicht warum, aber es war so voll in der Halle heute Abend. Letztendlich waren noch vier oder fünf andere Reiter mit in der Halle, was einen Unterricht mit einem ängstlichen Anfänger quasi unmöglich machte. Eigentlich hat der Reiter, der Unterricht bekommt, Vorfahrt, aber es hilft alles nichts, wenn sich Dein Reitschüler einfach nicht konzentrieren kann, weil so viel Gewusel drum herum ist. Ich muss dazu sagen, dass Natalie bisher auch nur Unterricht hatte, wenn wir alleine in der Halle waren. So war das leider alles etwas zu viel für sie und wir verließen etwas früher die Halle. Ich versprach ihr, dass wir dafür die nächste Stunde zum Ausgleich etwas länger machen würden. Es tat mir echt leid für sie. Pat sagte mir, dass sie schon gegessen hätten und dass ich mir die Reste von gestern warm machen könnte. Das war gut. Ich ging rüber ins Haus, nachdem ich mit Natalie neue Termine abgemacht hatte, wo wir hoffentlich dann in Ruhe arbeiten könnten, und wärmte mein Essen auf, während ich meinen Stundenzettel für die Buchhaltung fertig machte. Nachdem ich gegessen hatte, kamen auch Pat und Tom ins Haus. Zum Dessert tranken Pat und ich gemeinsam einen Eggnog. Ich würde sagen, es ist eine Art Eierlikör, aber ohne Alkohol. Ich glaube nicht, dass man das in Deutschland kaufen kann. Es schmeckte aber sehr gut. Eigentlich wie Milchshake. Als ich all meinen Papierkram klar gemacht hatte, schnappte ich mein neues Buch und verzog mich in mein Zimmer. War aber zu müde zum Lesen. So haute ich mich gleich hin, spielte noch ein paar Runden Solitär und machte dann die Augen zu.
Wir schreiben nun schon wieder Donnerstag, den 29. November 2012, und es versprach ein ruhiger Tag zu werden. Ich fing um halb acht wieder zusammen mit Jason im Stall an. Es war etwas milder als gestern, nur -25°C und es war, Gott sei Dank, windstill. Dafür hatten wir aber Probleme mit den Toren im Stall. Eines ließ sich öffnen und nicht wieder schließen (erst nach Trick 17 konnten wir es wieder runter lassen) und das andere konnten wir nicht mal öffnen, da es eingefroren war. Wir mobilisierten einen Heizlüfter, um die Rollen aufzutauen, die komplett vereist waren. Ich half Jason bis halb elf, dann ging ich ins Haus, um zu frühstücken. Um elf Uhr hatte ich Unterricht mit Alex und Tom wollte mich rumfahren, wenn er sich auf den Weg in die Klinik machte. Kamen um kurz nach elf bei Alex´ Stall an. Und ihre Heizung in der Reithalle funktioniert sehr gut, es war gut auszuhalten da drin. Nach der Stunde besprachen wir noch ein paar Dinge, da ich für sie ein paar Stallarbeiten übernehmen sollte, während sie ab Samstag in einen dreiwöchigen Urlaub entschwinden würde. Mir war die Aufgabe der Morgenfütterung zugedacht. Um sechs Uhr…. Da würde es mir zugute kommen, wenn ich den Dezember über tatsächlich gegenüber in Diane´s Haus wohnen würde… Diane hatte mir auch, wie versprochen, eine Notiz mit Daten in Alex´ Stall zurück gelassen, damit ich über ihr Angebot nachdenken könnte. Alex fuhr mich zum Stall zurück und ich huschte ins Haus, um eine Kleinigkeit zu essen. Aber dann besann ich mich darauf, dass ich heute ja gar keine weiteren Reitstunden zu geben hatte, da alle heutigen Schüler abgesagt hatten. Somit entschied ich noch schnell runter in den Stall zu gehen und zu gucken, ob Jason schon fertig war oder ob er noch Hilfe benötigte. Er war soweit fertig. Ok, also konnte ich mich meinem Feierabend widmen. Ich ging ins Haus, machte mir ein Müsli und schnappte mein Buch. Am frühen Nachmittag holte ich dann mit Pat die Pferde rein. Sie war inzwischen wieder guter Laune, so dass es wieder Spaß machte, sie um sich zu haben. War ja nicht auszuhalten die letzten Tage. Zum Abendessen, das heute nicht allzu spät ausfiel, gab es toten Vogel. Hühnchen, um genauer zu sein. Anschließend gingen Pat und Tom in den Stall zum Füttern. Schon nach kurzer Zeit kam Pat zurück zum Haus, und fragte ob Sammy, eines der Einstellerpferde, heute Nachmittag Wasser in seinem Eimer hatte. Ich war etwas verwirrt und Pat erklärte, dass der Eimer leer war und Sammy eine Kolik hatte. Oh Mann, immer was los mit den Pferden. Ich zog mich also wieder um und ging auch zum Stall um zu sehen, ob ich irgendwas helfen konnte. Johanna, die Besitzerin, war inzwischen eingetroffen und führte Sammy in der Halle. Und ich muss sagen, er sah gar nicht so schlecht aus. Tom hatte ihm schon etwas gegeben. Und ich glaube, es war nur ein leichtes Bauchweh. Gott sei Dank. Da ich also offensichtlich nichts machen konnte und Sammy schon wieder besser aussah, machte ich mich wieder Richtung warmes Haus auf. Und ich konnte jetzt beruhigt ins Bett hüpfen, was ich auch tat. Das war dann auch schon der Donnerstag.
Samstag, 24. November 2012: Keine besonderen Vorkommnisse… Eigentlich der übliche Trott. Kann man fast nicht anders nennen. Außer, dass heute mehr Unterricht zu geben war, da ja Wochenende war. Fing um zehn Uhr mit drei Kids an und es folgte eine Stunde nach der anderen. Hatte um ein Uhr eine kleine Pause, wo ich mir einen Snack gönnte. Danach ging es weiter. War den ganzen Tag auch noch verdammt müde, da ich letzte Nacht nicht besonders gut geschlafen hatte. Aber es war ok, dass ich so beschäftigt war. Das war eigentlich schon der Samstag in Kurzform. Abends nur noch was gefuttert und ab ins Bett. War ziemlich kaputt. Und ohne eigenes Vehicle ist es momentan schwierig hier weg zu kommen. Pat und Tom haben zur Zeit auch nur ein funktionsfähiges Fahrzeug. Somit ist nicht viel drin mit abends noch mal los. War mir heute auch recht.
Am Sonntag, den 25. November 2012, startete ich mal wieder mit der kleinen Emily. Wir übten ein wenig Springen, was ganz niedlich war. Danach hatte Tom seinen richtigen Springunterricht und ich nachmittags noch mal zwei Unterrichtsstunden. Jetzt im Winter ist ganz offensichtlich nicht so viel zu arbeiten bzgl. Reitunterricht. Aber ich muss sagen, dass ich sehr erstaunt bin, dass überhaupt so viele Reitschüler kommen. Ich meine, wir sprechen hier von mittlerweile -25°C! Ich selber konnte mich daher noch nicht motivieren auf´s Pferd zu steigen. Leider… Mal sehen, ob ich mich noch überwinden kann. Bevor ich allerdings meinen Unterricht gab, war der obligatorische Brunch, bzw. inzwischen Lunch im Explorer Hotel angesagt. Heute trafen wir uns dort mit drei Mädels, die ebenfalls hier reiten, Lisa, Elisabeth und Erica. Die sind total nett und vielleicht kann ich mit ihnen mal was anderes unternehmen während ich hier in Yellowknife verweile. War eine sehr nette und lange Runde. Wir verliessen als letzte das Restaurant, da war es kurz vor zwei oder so. Und um zwei Uhr schließt das Restaurant und öffnet dann abends wieder. Lisa lud uns alle ein. Zum Anlass einer kleinen Stall-Weihnachtsfeier. Nach meinem Unterricht fuhr ich noch kurz nach Yellowknife rein, damit ich mal wieder meine EMails checken konnte. Es war im Javaroma ganz schön voll, ich war froh, dass ich noch einen freien Tisch bekam. Dort saß ich dann eine Stunde oder so und trank meinen Tee und beantwortete Mails und surfte ein bissel im Internet. Danach fuhr ich noch beim Buchladen vorbei, da ich dringend Lesestoff benötigte. Dieser hatte aber leider schon geschlossen. Wer ahnt denn so was, an einem Sonntag Abend um sechs Uhr?! Ich machte mich also ohne neues Buch auf den Rückweg zu North Country Stables. Tom war während meiner Abwesenheit zu einem Notfall gerufen worden, was mir ein echt schlechtes Gewissen machte, dass ich das Auto geliehen hatte… Aber konnte ich nun auch nicht mehr ändern. Pat fuhr nach meiner Ankunft bald los, um Tom einzusammeln und da quasi nichts mehr zu Essen im Haus war, brachten sie auf dem Rückweg gleich Pizza und Salat zum Abendessen mit. Puh, ich war eigentlich noch völlig genudelt vom Brunch… Lunch. Ich verzog mich anschließend bald in mein Zimmer, denn irgendwie waren hier unangenehme Schwingungen zu spüren. Außerdem hieß es morgen früh aufstehen, damit ich Matthew im Stall helfen konnte. Der Traktor war heute ausgefallen und so waren Pat und Tom der Meinung, dass es besser wäre, wenn zwei Leute die Stallarbeit übernehmen würden. Ohne Traktor würde es nicht allzu leicht sein. Somit wollte ich nicht zu spät ins Bett.
Und nun hieß es um sieben Uhr aufstehen, am Montag, den 26. November 2012. Matthew war ganz froh, dass er Hilfe bekam. Und ich muss sagen, dass wir gar nicht mal so schlecht in der Zeit waren. Und es war gar nicht so schwer, wie ich gedacht hatte. Lag aber vielleicht auch daran, dass ich eigentlich nur diese Art von Stallarbeit kannte. Also mit Schubkarre, usw. Wir waren richtig früh fertig. Als wir so da rum standen und einen Smalltalk hielten, kam eine Frau die Stallgasse runter. Ich wusste nicht, wer das war. Aber als sie sich mit "Dyan" vorstellte, wusste ich, dass es die Musherin war, von der Pat mir erzählt hatte. Sie suchte jemanden, der ihr mit ihren Hunden half, die sie für ein großes Rennen trainierte und der für die Zeit, wo sie mit ihren Hunden zum Training war, ihr Haus und die zurückgebliebenen Hunde versorgte. Das war ja vielleicht ein Angebot. Sie fragte, ob ich ein paar Minuten Zeit hätte, dann würde sie mir alles erklären und zeigen. Wir waren ja eh gerade fertig geworden, so dass ich mit Dyan zu ihr nach Hause fuhr, wo sich mir die Hunde vorstellte und ihr Haus zeigte. Im Groben erklärte sie mir schon mal, was sie sich so vorstellte und wollte mir einen Zettel mit den Daten, wenn sie jemanden bräuchte, in Alex´ Stall hinterlassen. Sie und Alex waren befreundet und sie halfen sich gegenseitig mit ihren Tieren. Das klang alles super interessant. Ich sagte, dass ich das mit Pat und Tom besprechen würde, da ich sie nun auch nicht im Stich lassen wollte und ich dann auf ihre Daten warten würde, um darüber nachzudenken. Aber im Grunde sprach nichts dagegen. Mittags machte ich dann aber erstmal ein Mittagsschläfchen. Man muss sich ja erstmal wieder daran gewöhnen so früh aufzustehen. Und ich hatte riesigen Hunger. Pat machte mir ein paar Nudeln, was wirklich nicht nötig gewesen wäre. Müsli hätte es auch getan. Ich fühlte mich hier momentan nicht so wohl, die Stimmung war seit gestern weiter in den Keller gerutscht und ich wusste nicht warum… In einem passenden Augenblick wollte ich fragen, ob ich irgendwas falsch gemacht hatte. Eine nette Unterhaltung war nämlich zur Zeit nicht möglich und jedes Mal, wenn ich fragte, ob ich was helfen könnte, wurde abgelehnt. Aber so sehr ich mich auch anstrengte, ich konnte mich nicht erinnern, etwas wirklich verkehrt gemacht zu haben. Würde es wohl in den nächsten Tagen herausfinden. Derzeit beruhigte ich mich damit, dass es wohl nichts mit mir zu tun haben würde. Schließlich hat jeder sein Päckchen zu tragen… Nachmittags bis abends hatte ich dann wieder Unterricht zu geben. Momentan war es noch in Jeans auszuhalten. Erstaunlicherweise. Dennoch war ich abends froh, wenn ich ins warme Haus kam. Nach dem Abendessen schaute ich noch ein bissel mit TV und verschwand wieder nicht allzu spät, gegen elf Uhr, in mein Zimmer. Die Stimmung hier war mir zu drückend. Da hatte ich nicht so viel Lust drauf. Morgen sollte es wieder früh aus den Federn gehen, da zum einen der Traktor heute nicht repariert werden konnte und zum anderen fanden Pat und Tom es anscheinend ganz gut, wenn ich im Stall mithalf. Für mich war es sowieso gut, da ich so ein paar Stunden bekam. War schließlich zum Geld verdienen hier.
Sonntag, 25. November 2012
Montag, der 19. November 2012, bin ich gegen neun Uhr aufgestanden. Pat war schon im Stall, während ich mich meinem Müsli und Kaffee widmete. Da ich erst nachmittags Unterricht hatte, entschied ich nach dem Frühstück runter zu gehen und zu fragen, ob ich helfen konnte. Pat erklärte mir ein paar Kleinigkeiten, aber so richtig in Arbeit kam ich nicht. Nachdem ich ungefähr fünf Mal gefragt hatte, ob ich was tun könnte hatte ich keine Lust mehr. Ich ging auf einen kleinen Spaziergang rund ums Gelände, da das Wetter trotz Kälte wunderbar war. Die Sonne schien und es war wolkenloser, blauer Himmel. Allerdings währte der Spaziergang nicht lange, denn es war verdammt kalt. Ich bin diese Temperaturen noch nicht gewohnt und weiß noch nicht, wie ich sie einschätzen soll. Will mir nicht die Ohren abfrieren. So hatte ich also nach dem nur zehnminütigen Spaziergang eine fast abgefrorene Nase. Es ist unglaublich, wie kalt das ist. Und dabei ist die Luft wirklich megatrocken. Meine Haare stehen in alle Richtungen. Letztendlich verbrachte ich aber den ganzen Tag im Stall. Ich hatte ein bisschen Sorge, wenn ich ins Haus gehen würde, dass ich mich nicht wieder aufraffen könnte raus zu gehen. Allerdings muss ich zugeben, dass es sich im Stall und in der Halle aushalten lässt. So waren die drei Stunden Unterricht ok, die ich abends gab. Nach dem Abendessen machte ich mich über den Abwasch her, während Pat und Tom die Pferde fütterten. Danach war ich so platt (ich glaube, das kommt von der Kälte), dass ich nur noch ins Bett gefallen bin.
Heute, den 20. November 2012, bin ich um acht Uhr aus den Federn, da ich um zehn Uhr einen Termin mit Alex hatte. Sie hat einen kleinen Privatstall mit drei Pferden und einer Halle in Yellowknife. Pat fuhr mit mir nach dem Frühstück dorthin und machte uns bekannt. Alex war ziemlich nervös, da sie normalerweise alleine reitet und auch nur selten Unterricht bekommt, da sie dafür nach Alberta oder sonstwohin fahren muss. Ich sagte, dass sie einfach das tun sollte, was sie immer macht und ich würde erstmal nur beobachten. Ab und zu erklärte ich Pat ein paar Sachen, die mir auffielen, was Alex nur noch nervöser machte. Aber sie war wirklich nett. Ich konnte mir vorstellen, mit ihr mehr zu arbeiten. Aber heute wollte ich mir nur einen Eindruck verschaffen. Wenn sie mich aber öfter für Unterricht holen würde, würde es endlich mal auf höherem Niveau sein. Nicht immer nur die Basics. Ausserdem hat Alex eine Ausbildung in Aquamassage für Pferde und all solche Sachen, so dass wir auf gleicher Höhe kommunizieren konnten. Soll heißen, sie verstand, was ich erklärte auf Anhieb. Pat holte uns in der Zwischenzeit eine heiße Schokolade, während ich weiter Alex beobachtete. Nach ihrem Ritt erklärte ich ihr, was mir so aufgefallen war und was ich für Ideen hätte und stellte einige Fragen. Sie war positiv beeindruckt, wodurch wiederum mir ein Stein von Herzen fiel. War mir nicht sicher, was sie erwartet hatte von mir. Ich muss zugeben, dass ich zunächst etwas eingeschüchtert gewesen war, als ich in die Halle kam und sie auf ihrem kleinen Braunen mit weißen Bandagen und Kandare saß! Aber ich glaube, ich hatte mir nichts anmerken lassen… Hoffe ich. Jedenfalls setzten wir uns noch in ihrer Sattelkammer zusammen, tranken Kakao und aßen Muffins und besprachen, was ihr so vorschweben würde für die nächste Zeit. Wir machten erstmal einen neuen Termin aus und dann würden wir weiter sehen. Das war fair, schließlich hatte sie nun noch keine Ahnung, wie mein Unterricht aussehen würde. Wir verabschiedeten uns und fuhren zurück zum Stall. Ich war doch etwas durchgefroren jetzt und entschied erstmal einen heiße Dusche zu nehmen und einen kleinen Nap zu machen. Diese Kälte schafft mich noch, glaube ich… Nachmittags fühlte ich mich wieder fit und ich half die Pferde rein zu holen. Aber irgendwie mauserte sich der heutige Nachmittag zu einem totalen Chaos. Die Pferde hatten einen Zaun zerbrochen, so dass nun ein kleines Durcheinander in dem einen Paddock herrschte. Mack fing einen Kampf über den nächsten Zaun mit Cimaron, den Friesenhengst an und ich hatte Angst, dass dieser Zaun brechen würde. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht gecheckt, dass Mack und Mickey nicht in dieses Paddock gehörten, sondern dass sie durch den beschädigten Zaun in dieses Paddock gelangt waren. Ich sagte drinnen Pat Bescheid, die mich anschaute und meinte, dass Mack nicht mit Cimaron kämpfen könnte, da er gar nicht in dem benachbarten Paddock sein sollte… Ups. In dem Moment kam Tom in den Stall und klärte auf, dass der Zaun beschädigt war. Ach so, jetzt hatte ich auch verstanden. So kamen wir raus und Mickey verprügelte gerade Sammy, ein neues Pferd im Stall. Oh Mann, das musste doch nicht alles sein. Wir holten alle Pferde rein und ich gab noch meine Unterrichtsstunden am Abend. Ich fiel um zehn Uhr ins Bett, wo ich aber noch ein paar Seiten las. Pat und Tom waren heute zum Essen eingeladen und sie waren noch nicht zurück.
Der Mittwoch, 21. November 2012, würde ein ruhiger Tag für mich werden, da ich nur eine Unterrichtsstunde zu geben hatte. Und die war erst um halb sechs. So schlief ich einigermaßen aus und verkrümelte mich nach dem Frühstück aufs Sofa, wo ich mein Buch las, Kaffee trank und zwischendurch einen Film verfolgte, der so nebenbei lief. Das tat gut. Am späten Nachmittag ging ich runter in den Stall und half ein bisschen mit die Pferde auszudecken und Fegen, usw. Danach hatte ich eine Gruppenstunde mit Emma und Molly, die nicht allzu schlecht war. Die Mädels waren inzwischen von ihren Ponies zu den Pferden aufgestiegen und sie hatten sich sichtlich verbessert. Als ich später zum Haus kam, gab es einen leckeren Braten mit Kartoffeln und Gemüse zum Abendessen. Das war lecker. Das schöne ist ja, dass Tom Pole ist und somit bekomme ich häufig eine Art europäisches Essen. Ziemlich deftig, aber gut. Wir versuchten anschließend noch die ganzen Termine mit den Unterrichtsstunden zu organisieren und Pat telefonierte am laufenden Band. Ja, und das war der Mittwoch. Völlig relaxed und easy.
Am Donnerstag, den 22. November 2012, war ich erst später im Stall, da ich nicht wieder nur rumstehen wollte. Ich dachte mir, wenn sie mich zum Arbeiten wollen, dann sollen sie es klar sagen. Ich hatte keine Lust wieder zehntausendmal zu fragen und letztendlich nur zu fegen. Nachmittags hatte ich wieder meine Unterrichtsstunden. In der letzten Stunde fiel Trish leider runter und so war ihre Stunde vorzeitig beendet. Es war eigentlich nicht nötig gewesen, dass sie runter fiel, was sie später auch zugab. Sie war einfach nicht in der Verfassung gewesen zu reiten und so war fast zu erwarten, dass irgendwas passieren würde. Ich brachte ihr Pferd in den Stall und sie ließ sich von ihrem Mann abholen, da sie auf ihr Hinterteil gefallen war und sie wollte checken lassen, ob irgendwas gebrochen war. Ich bezweifelte das, aber nichtsdestotrotz schmerzt es natürlich höllisch. Sie rief später noch an und sagte, dass alles okay wäre. Das beruhigte mich doch erheblich. Leider gehört das Runterfallen zum Reiten dazu… Ja, das war ein etwas aufregendes Ende des heutigen Tages. Ich aß die Reste von gestern und schaute noch ein wenig TV, bevor ich mich ins Bett schmiss.
Heute Morgen, am 23. November 2012, hatte ich wieder einen Termin mit Alex. Da ich kein eigenes Auto hatte, fuhr ich mit Tom zur Klinik und nahm dann das Auto von dort zu Alex. Der Unterricht mit ihr machte wirklich Spaß und sie sagte, dass sie evtl. noch mehr Arbeit für mich hätte, wenn ich mehr benötigen würde, da sie übernächste Woche für drei Wochen in Urlaub fahren würde. Das klang vielversprechend, denn im Moment hatte ich offensichtlich noch nicht genug Arbeit. Außerdem würde ich vielleicht Arbeit bei ihrer Nachbarin, eine Musherin, bekommen. Sie war nämlich in Vorbereitung für das große Hundeschlittenrennen im Yukon, und brauchte nun Unterstützung in der Pflege ihrer Hunde, die zuhause zurück bleiben würden. Das wäre auch nicht schlecht. Evtl. würde ich für die Zeit dort wohnen können. Aber ich würde dass hoffentlich in den nächsten Tagen erfahren. Nach dem Unterricht machten wir gleich neue Termine für nächste Woche aus und ich machte mich fix auf den Rückweg. Matthew, der Stallbursche, hatte sich heute krank gemeldet, so dass ich schon heute Morgen im Stall geholfen hatte und jetzt nicht sicher war, ob sie weiter Hilfe im Stall benötigen würden. Ich wollte also nicht zu spät zurück beim Stall sein. Als ich ankam, war allerdings schon eine Freundin zum helfen da. Ich konnte also beruhigt ins Haus gehen und mir was zum Lunch zubereiten. Um drei würde meine nächste Reitstunde sein. Und dann noch mal um halb sieben. War also ein ziemlich ruhiger Tag wieder.
Heute, den 20. November 2012, bin ich um acht Uhr aus den Federn, da ich um zehn Uhr einen Termin mit Alex hatte. Sie hat einen kleinen Privatstall mit drei Pferden und einer Halle in Yellowknife. Pat fuhr mit mir nach dem Frühstück dorthin und machte uns bekannt. Alex war ziemlich nervös, da sie normalerweise alleine reitet und auch nur selten Unterricht bekommt, da sie dafür nach Alberta oder sonstwohin fahren muss. Ich sagte, dass sie einfach das tun sollte, was sie immer macht und ich würde erstmal nur beobachten. Ab und zu erklärte ich Pat ein paar Sachen, die mir auffielen, was Alex nur noch nervöser machte. Aber sie war wirklich nett. Ich konnte mir vorstellen, mit ihr mehr zu arbeiten. Aber heute wollte ich mir nur einen Eindruck verschaffen. Wenn sie mich aber öfter für Unterricht holen würde, würde es endlich mal auf höherem Niveau sein. Nicht immer nur die Basics. Ausserdem hat Alex eine Ausbildung in Aquamassage für Pferde und all solche Sachen, so dass wir auf gleicher Höhe kommunizieren konnten. Soll heißen, sie verstand, was ich erklärte auf Anhieb. Pat holte uns in der Zwischenzeit eine heiße Schokolade, während ich weiter Alex beobachtete. Nach ihrem Ritt erklärte ich ihr, was mir so aufgefallen war und was ich für Ideen hätte und stellte einige Fragen. Sie war positiv beeindruckt, wodurch wiederum mir ein Stein von Herzen fiel. War mir nicht sicher, was sie erwartet hatte von mir. Ich muss zugeben, dass ich zunächst etwas eingeschüchtert gewesen war, als ich in die Halle kam und sie auf ihrem kleinen Braunen mit weißen Bandagen und Kandare saß! Aber ich glaube, ich hatte mir nichts anmerken lassen… Hoffe ich. Jedenfalls setzten wir uns noch in ihrer Sattelkammer zusammen, tranken Kakao und aßen Muffins und besprachen, was ihr so vorschweben würde für die nächste Zeit. Wir machten erstmal einen neuen Termin aus und dann würden wir weiter sehen. Das war fair, schließlich hatte sie nun noch keine Ahnung, wie mein Unterricht aussehen würde. Wir verabschiedeten uns und fuhren zurück zum Stall. Ich war doch etwas durchgefroren jetzt und entschied erstmal einen heiße Dusche zu nehmen und einen kleinen Nap zu machen. Diese Kälte schafft mich noch, glaube ich… Nachmittags fühlte ich mich wieder fit und ich half die Pferde rein zu holen. Aber irgendwie mauserte sich der heutige Nachmittag zu einem totalen Chaos. Die Pferde hatten einen Zaun zerbrochen, so dass nun ein kleines Durcheinander in dem einen Paddock herrschte. Mack fing einen Kampf über den nächsten Zaun mit Cimaron, den Friesenhengst an und ich hatte Angst, dass dieser Zaun brechen würde. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht gecheckt, dass Mack und Mickey nicht in dieses Paddock gehörten, sondern dass sie durch den beschädigten Zaun in dieses Paddock gelangt waren. Ich sagte drinnen Pat Bescheid, die mich anschaute und meinte, dass Mack nicht mit Cimaron kämpfen könnte, da er gar nicht in dem benachbarten Paddock sein sollte… Ups. In dem Moment kam Tom in den Stall und klärte auf, dass der Zaun beschädigt war. Ach so, jetzt hatte ich auch verstanden. So kamen wir raus und Mickey verprügelte gerade Sammy, ein neues Pferd im Stall. Oh Mann, das musste doch nicht alles sein. Wir holten alle Pferde rein und ich gab noch meine Unterrichtsstunden am Abend. Ich fiel um zehn Uhr ins Bett, wo ich aber noch ein paar Seiten las. Pat und Tom waren heute zum Essen eingeladen und sie waren noch nicht zurück.
Der Mittwoch, 21. November 2012, würde ein ruhiger Tag für mich werden, da ich nur eine Unterrichtsstunde zu geben hatte. Und die war erst um halb sechs. So schlief ich einigermaßen aus und verkrümelte mich nach dem Frühstück aufs Sofa, wo ich mein Buch las, Kaffee trank und zwischendurch einen Film verfolgte, der so nebenbei lief. Das tat gut. Am späten Nachmittag ging ich runter in den Stall und half ein bisschen mit die Pferde auszudecken und Fegen, usw. Danach hatte ich eine Gruppenstunde mit Emma und Molly, die nicht allzu schlecht war. Die Mädels waren inzwischen von ihren Ponies zu den Pferden aufgestiegen und sie hatten sich sichtlich verbessert. Als ich später zum Haus kam, gab es einen leckeren Braten mit Kartoffeln und Gemüse zum Abendessen. Das war lecker. Das schöne ist ja, dass Tom Pole ist und somit bekomme ich häufig eine Art europäisches Essen. Ziemlich deftig, aber gut. Wir versuchten anschließend noch die ganzen Termine mit den Unterrichtsstunden zu organisieren und Pat telefonierte am laufenden Band. Ja, und das war der Mittwoch. Völlig relaxed und easy.
Am Donnerstag, den 22. November 2012, war ich erst später im Stall, da ich nicht wieder nur rumstehen wollte. Ich dachte mir, wenn sie mich zum Arbeiten wollen, dann sollen sie es klar sagen. Ich hatte keine Lust wieder zehntausendmal zu fragen und letztendlich nur zu fegen. Nachmittags hatte ich wieder meine Unterrichtsstunden. In der letzten Stunde fiel Trish leider runter und so war ihre Stunde vorzeitig beendet. Es war eigentlich nicht nötig gewesen, dass sie runter fiel, was sie später auch zugab. Sie war einfach nicht in der Verfassung gewesen zu reiten und so war fast zu erwarten, dass irgendwas passieren würde. Ich brachte ihr Pferd in den Stall und sie ließ sich von ihrem Mann abholen, da sie auf ihr Hinterteil gefallen war und sie wollte checken lassen, ob irgendwas gebrochen war. Ich bezweifelte das, aber nichtsdestotrotz schmerzt es natürlich höllisch. Sie rief später noch an und sagte, dass alles okay wäre. Das beruhigte mich doch erheblich. Leider gehört das Runterfallen zum Reiten dazu… Ja, das war ein etwas aufregendes Ende des heutigen Tages. Ich aß die Reste von gestern und schaute noch ein wenig TV, bevor ich mich ins Bett schmiss.
Heute Morgen, am 23. November 2012, hatte ich wieder einen Termin mit Alex. Da ich kein eigenes Auto hatte, fuhr ich mit Tom zur Klinik und nahm dann das Auto von dort zu Alex. Der Unterricht mit ihr machte wirklich Spaß und sie sagte, dass sie evtl. noch mehr Arbeit für mich hätte, wenn ich mehr benötigen würde, da sie übernächste Woche für drei Wochen in Urlaub fahren würde. Das klang vielversprechend, denn im Moment hatte ich offensichtlich noch nicht genug Arbeit. Außerdem würde ich vielleicht Arbeit bei ihrer Nachbarin, eine Musherin, bekommen. Sie war nämlich in Vorbereitung für das große Hundeschlittenrennen im Yukon, und brauchte nun Unterstützung in der Pflege ihrer Hunde, die zuhause zurück bleiben würden. Das wäre auch nicht schlecht. Evtl. würde ich für die Zeit dort wohnen können. Aber ich würde dass hoffentlich in den nächsten Tagen erfahren. Nach dem Unterricht machten wir gleich neue Termine für nächste Woche aus und ich machte mich fix auf den Rückweg. Matthew, der Stallbursche, hatte sich heute krank gemeldet, so dass ich schon heute Morgen im Stall geholfen hatte und jetzt nicht sicher war, ob sie weiter Hilfe im Stall benötigen würden. Ich wollte also nicht zu spät zurück beim Stall sein. Als ich ankam, war allerdings schon eine Freundin zum helfen da. Ich konnte also beruhigt ins Haus gehen und mir was zum Lunch zubereiten. Um drei würde meine nächste Reitstunde sein. Und dann noch mal um halb sieben. War also ein ziemlich ruhiger Tag wieder.
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