Samstag, 4. Mai 2013

Mittwoch, 24. April 2013: Wollten gegen acht Uhr das Haus verlassen, damit wir in Ruhe frühstücken gehen konnten. Dave und ich hatten ja schon gestern Abend geduscht, nun musste Elisabeth etwas früher aufstehen, um ihre Dusche heute Morgen geniessen zu können. Als alle fertig waren, alles gepackt war und die Betten abgezogen waren, fuhren wir zu Smitty´s, wo wir ein herrliches Frühstück einnahmen. 
Eggs Benedict - lecker
Fuhren anschließend gemütlich gegen 9 Uhr aus Peace River los, um die Pferde einzusammeln. Wir waren alle gespannt, aber auch heute gingen sie ohne jegliches Mucken auf den Hänger. Ach, wenn doch alles immer so einfach sein könnte… On the road again! Nach nur wenigen Stunden Fahrt und Umrunden von Edmonton kamen wir an Allegra´s Bestimmungsort an. 

Warten auf die Weiterfahrt 

Wir warteten eine Weile bis die neue Besitzerin auch eintraf und Allegra überglücklich übernahm. Micah, den wir zum Beine vertreten ebenfalls abgeladen hatten, ließ sich wieder einwandfrei einpacken, so dass wir in kürzester Zeit beide Pferde zu ihren Ställen bringen konnten. Micah´s neues Zuhause war eine Art Gnadenhof mit allem möglichen Getier und wirren, aber netten Betreibern. Er würde es schon gut haben hier… 

 

Es war mittlerweile früher Abend und wir verdammt hungrig. Wir fuhren nach Edmonton, wo wir im "The Keg" essen gingen, was ich jederzeit empfehlen würde. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so gut gegessen hatte. Es war super lecker. 

LECKER!
Ich hatte ein Steak mit Shrimps und Muscheln. Vorweg hatten wir ofenfrisches Brötchen, was für Kanada wirklich den Namen Brötchen verdiente. Würde mich nicht wundern, wenn der Koch Europäer wäre… Das Essen war umwerfend, nicht so die Bedienung. Die sah zwar gut aus, war aber strohdumm. Das fing damit an, dass sie Elisabeth´s Bestellung für meinen Apfelsaft (ich war mal kurz ums Eck) komplett ignorierte und mir später nach schon mindestens zweimaligem Nachfragen, ob ich denn nicht was anderes trinken wollte, anbot Wodka oder ähnliches zu bringen, damit ich damit meinen Apfelsaft chasen konnte… Was sagt man dazu?! Sie meinte, dass normalerweise keiner einen Apfelsaft in einer Lounge trinken würde. Danke, ich schon! Ich mag Apfelsaft. Puh, das artete ja schon fast in Arbeit aus. 

 

Voll gefuttert und einigermaßen zufrieden machten wir uns auf den Weg zum Truck und fuhren weiter nach Breton, wo wir für heute Nacht bei Elisabeth´s Schwiegereltern in Spe übernachten würden. Es waren ganz herzliche Leute, die auch mich freundlich aufnahmen. Wir hatten einen netten und lustigen Abend. Wenn ich auch mal wieder mit einigen Vorurteilen und Ammenmärchen über Deutsche aufräumen musste. Nichts schlimmes, aber manchmal lächerlich. Es glauben tatsächlich alle, dass man als Deutscher immer und überall Bier trinkt und Mengen an Sauerkraut isst… Ist das zu fassen? Wir gingen gegen halb zwölf alle ins Bett, da wir morgen früh um neun Uhr einen alten Ofen bei einem Nachbarn abholen sollten, den Elisabeth mit nach Yellowknife nehmen sollte. Sharon, ihre Schwiegermutter in Spe ist eine begnadete Quiltnäherin. Es war sehr beeindruckend all ihre Arbeiten zu bewundern. Ich liebe Quilts! Ich denke, ich sollte das Handwerk wirklich erlernen. Ich schlief einigermaßen. Hatte aber Probleme einzuschlafen, da ich mir irgendwie doch was eingefangen hatte. Ich kriegte offensichtlich einen Husten. Das musste ja eigentlich nicht sein… 
Dienstag, 23. April 2013, Tag der Abreise… Früh morgens ging es los. Ich stand um vier Uhr auf, machte mich frisch und packte die letzten Reste zusammen. Dann zog ich mein Bett ab und schmiss eine Wäsche an, damit Pat nicht auch noch damit Arbeit hatte. Sie hatte eine schlaflose Nacht hinter sich und war wirklich krank. Dann frühstückte ich ein paar Cornflakes und wartete auf Tom und dass die Pferde verladen werden konnten. Als der Trailer angekuppelt war, ging ich runter und verstaute mein Gepäck. Hatte ja nur ein Backpack, aber ich hatte noch immer meine zwei Pakete, die ich nicht geschafft hatte abzuschicken. Alles war verstaut, nun noch die Pferde. Ich erwartete schlimmste Szenarien. Ich weiß zwar nicht wirklich warum, aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass gerade diese Beiden einfach zu verladen sein würden. Und wieder kommen wir darauf zurück: Erwarte nie etwas, besonders mit Pferden! Sie gingen problemlos auf den Hänger. Unglaublich, aber wahr. Eine Sache von fünf Minuten. Ich verabschiedete mich von Tom und versprach ihm, dass wir uns wieder sehen würden. Ich hatte das Gefühl, dass es ihm wirklich schwer fiel mich gehen zu lassen… Ich rannte noch schnell ins Haus, um mich auch von Pat zu verabschieden. Ich sagte, dass ich bald schreiben würde und dass wir in Kontakt bleiben würden. Alles war so in Eile… Aber wir mussten los, damit die Pferde nicht nervös wurden. Würde das Gespann erstmal rollen, wäre alles ok. Wir alle ab in den Truck und los ging´s. Elisabeth und David hatten mir sogar einen Kaffee mit gebracht. Und wieder wurde ich verwöhnt. Wir wollten heute bis Peace River kommen, wo wir bei Elisabeth´s bester Freundin übernachten würden. Aber zunächst rollten wir über den Highway Kilometer für Kilometer, durch langweilige Landschaft…. Wir wetteten, wann die Sonne heute raus kommen würde. David meinte gegen elf Uhr, Elisabeth sagte, wenn wir in High Level wären, also so um ein Uhr rum und ich meinte um drei Uhr. 

Snacktime
Wir sahen auf dem Weg etliche Büffel, zwei Weißkopf Seeadler, Gänse, Ptarmigan, wobei eines ziemlich geplättet war, nachdem wir es getroffen hatten und einige Snowbirds und Enten. Wir hörten natürlich während der Fahrt Musik und zum Zeitvertreib sangen wir lauthals mit. Außerdem spielten wir Musikgruppen erraten, wobei ich gar nicht so schlecht abschnitt. Für mich war es zudem sehr amüsant, Elisabeth und Dave zu beobachten, wenn sie diskutierten wie ein altes Ehepaar, wobei sie nicht mal ein Paar waren! Elisabeth Verlobter hatte wohl in weiser Voraussicht abgelehnt, die Pferde gen Süden zu fahren und Dave ist ein guter Freund der beiden, der sich wohl angeboten hatte. Ich glaube, sie kannten sich schon seit der Schulzeit. Es war zu komisch den Zweien zuzuschauen. Ich war manchmal der Mediator, aber ich hielt mich größtenteils doch raus, da ich das Schauspiel nicht unterbrechen wollte. Außer einigen Tank- und Pinkelstopps gab es nichts spektakuläres zu berichten. Kamen in High Level gegen zwei Uhr an, die Sonne kam raus und Elisabeth gewann unsere Wette. Wir stoppten hier zum Tanken und für einen kleinen Lunch bei Subway. Dann ging es weiter. Vier weitere Stunden bis Peace River. Ich hielt natürlich dann und wann einen Nap. In der Nähe von Peace River luden wir dann die Pferde für ihr Nachtquartier aus. Ein Riesenhof, aber nicht so das Gelbe vom Ei. Aber interessant für mich.

 

Auch das Entladen war überhaupt kein Problem. Ich brachte Micah raus, Elisabeth Allegra. Dann brachten wir sie in ihre Gastboxen und ich versorgte sie mit Wasser. Dave parkte den Trailer um die Ecke und wir fuhren nach Peace River, wo wir Elisabeth´s Freundin und ihre Familie kennen lernten. Es waren sehr nette Leute. Es gab Mexikanisch zum Abendessen, was super lecker war. Die Tiere des Hauses waren sehr anhänglich. Dobbey, der Hund hatte keinerlei Erziehung, was zeitweise etwas anstrengend war. Aber die Katzen waren süß. Nachdem sich die erste an mich geschmissen hatte und Marc meinte, dass das ungewöhnlich wäre, da dieser Kater normalerweise nicht sonderlich nett zu Menschen sei (der Kater schien mich zu mögen), hüpfte die nächste Katze auf meinen Schoß… Ich bin eigentlich kein Katzenfreund. Die dritte Katze wartete netterweise bis zum nächsten Morgen, bis auch sie mich mit Schmusereien attackierte. Ich ging unter die Dusche und machte mich bettfertig. Während Elisabeth sich für die kleine Couch entschieden hatte und Dave unten im Gästezimmer schlafen würde, übernahm ich die große Couch. Der Hund schlief nach einigen nicht beantworteten Schnüffelversuchen direkt vor meiner Couch. Meine Güte, was für anhängliche Tierchen. Die Couch war gar nicht mal so übel. Ich schlief bald ein.  

Montag, 22. April 2013: Letzter Tag in Yellowknife!!! Unglaublich, wie die Zeit rennt. Ich kam tatsächlich irgendwie aus dem Bett heute Morgen, was nicht minder der Sonne zu verdanken war, die wieder herrlich in mein Zimmer schien. Ich schlich mich leise aus dem Haus, um Pat und Tom nicht zu wecken. Es war ziemlich kalt, aber auszuhalten. Ich machte Java fertig, die wieder ziemlich anstrengend schon beim Satteln war. Sie hat Gurtzwang und das Trensen ist auch keine Freude, da sie sich nicht an den Ohren anfassen lassen will. Zumindest rennt sie nicht weg dabei, sondern bleibt wie angewurzelt stehen. Wenigstens etwas. 


Ich brachte sie in die Halle und führte sie erstmal warm. Ich wollte auch nicht zu viel machen, damit sie nicht ins Schwitzen kam, da sie gestern geimpft worden war. Hatte keine Ahnung, wie sie drauf sein würde. Aufsteigen gestaltete sich schon mal als interessant, da sie mich zunächst nicht an die Seite lassen wollte, sondern lieber rückwärts rannte. Puh, das konnte ja ein Spaß werden. Und ich hatte schon heute Morgen beim Aufstehen das Gefühl gehabt, dass heute eigentlich kein guter Tag war zum Reiten… Meine Erfahrung hatte mir gelehrt, dass man es dann auch lieber sein lassen sollte. 


Aber ich wollte ja noch ein paar Bilder haben und ich wollte Pat und Tom nicht enttäuschen, nachdem sie sich so gefreut hatten, dass ich jetzt auch Java und Cimmaron ritt. Irgendwann kam ich dann auch an Java´s Seite und konnte aufsteigen. Sie war ziemlich nervös heute und legte einen Stechschritt mit leichtem Trab ein. So, erstmal das Tier runter fahren. So konnte man ja nicht arbeiten. Fing mit Seitengängen an und vielen Handwechseln. Sie beruhigte sich bald und konzentrierte sich. Allerdings machte ich nicht viel mehr als Seitengänge und ein wenig Trab im Vorwärts Abwärts. Mehr wäre heute nicht sinnvoll gewesen, nicht für sie und nicht für mich. Als ich gerade fertig war, kam Abbey zur Arbeit. Wir schnackten noch einen Moment und dann verabschiedeten wir uns. Sie ist einfach super, werde sie vermissen… Im Haus traf ich auf Pat, die ganz erstaunt war, dass ich schon geritten war. Ich erklärte, dass Paul jede Minute eintreffen und mich abholen würde und dass ich zumindest dann schon mal ein Pferd geritten haben wollte. Sprang schnell nach oben und machte mich frisch und zog mich um. Von den Pferde- zu den Hundeklamotten. Als ich mich dann noch mit Pat unterhielt, kam auch schon Paul auf den Hof gefahren. Ich verabschiedete mich schnell von Pat und meinte, dass ich evlt. noch Cimmaron reiten würde, aber im Moment noch gar keinen Zeitplan hätte. Und los ging´s mit dem Dog Truck der Sonne entgegen zu unserem Dog Sled Ride. Jippieh! Im Truck wartete auch schon ein Mocca und ein Muffin auf mich. Mein Gott, was wurde ich aber auch immer verwöhnt! Unglaublich! 

 

Dann hieß es Hunde auspacken, anspannen und los. Das Wetter war herrlich und ich genoss den Tag. Es wurde, wie war es anders zu erwarten, später als ich gedacht hatte. 

Und wieder einpacken
Kamen also spät abends erst wieder am Stall an und ich fragte, ob Paul noch die letzten Fotos vom Yukon Quest auf meinem Mac anschauen wollte. War schließlich nun die letzte Gelegenheit. Ja, er fand das war eine gute Idee und während Pat und Tom noch draußen waren und die Pferde rein brachten, begaben wir uns ins Haus und ich holte meinen Mac runter und wir schauten Fotos. Kurze Zeit später kamen Pat und Tom ins Haus und Pat verabschiedete sich gleich ins Bett, da sie nun ebenfalls krank war. Tom fragte, ob wir heute was gegessen hätten, er würde uns eine Pizza spendieren. Oh ja, essen! Wir hatten heute gar nichts gegessen ausser ein wenig Lakritze. Während Tom versuchte eine Pizza zu bestellen, was immer etwas schwierig war mit der Lieferung, da viele Leute in Yellowknife gar nicht wussten, dass es einen Reitstall gab, fuhren Paul und ich noch mal in die Sand Pits, um die Hunde pinkeln zu lassen. 

 

Die genossen, dass sie herum rennen und alles beschnüffeln konnten. Als wir zurück kamen, war auch die Pizza und Salat angekommen. Wir aßen und Tom leistete uns noch eine Weile Gesellschaft. Zum Abschied gab es natürlich eine Wodka, auf dass wir uns alle Wiedersehen würden. Das war süß. Tom verabschiedete sich dann auch bald ins Bett und wir saßen noch eine Weile und unterhielten uns. Dann machte sich Paul auch auf den Weg und ich rannte in mein Zimmer, um meine Sachen gepackt zu bekommen. Hatte ja noch gar nichts fertig. Keine Wäsche gewaschen, nichts gepackt…. Ok, egal. Alles in den Rucksack gestopft und dann würde das schon passen. Dann noch meine Pakete verschnürt und alles nach unten gebracht. Als ich alles einigermaßen fertig hatte war es auch schon zwei Uhr nachts. Nun aber ab ins Bett. Würde in zwei Stunden wieder aufstehen müssen, da um fünf Uhr Elisabeth und David auf dem Hof sein würden, um die Pferde zu verladen. Tom hatte gesagt, er würde beim Verladen helfen. Ich sollte ihn um viertel nach fünf wecken, wenn er nicht da sein würde. Und ich sollte alles fertig gepackt und schon im Truck haben, damit wir sofort starten könnten, wenn die Pferde im Anhänger wären. 
Hatte gestern noch überlegt, ob ich heute, am 21. April 2013, schon morgens einige Pferde reiten sollte, aber ich kam nicht aus dem Bett. War eigentlich schon seit sieben Uhr wach, aber ich blieb noch bis neun liegen und döste und träumte vor mich hin. Es war so schön, die Sonne schien ins Zimmer und es war so kuschlig in meinem Bett. Pat und Tom waren schon im Stall. Irgendwann stand ich aber doch auf und ging runter und schaute Heartland. Ich musste ja noch ein paar Folgen schaffen, bevor ich weiter zog. Um halb eins machten wir uns auf den Weg zu unserem all sonntäglichen Lunch ins Explorer Hotel. Ich hatte seit zwei Tagen mein Phone zurück, so dass ich auch gleich im Restaurant meine EMails checken konnte. Das war doch etwas einfacher als immer den Mac mitzuschleppen. Wir hatten heute Gesellschaft von Gill und Linda, die Good Bye sagen wollten. All die Menschen, die ich kennen gelernt habe hier sind einfach super. Sie machen es mir nicht leicht weiter zu ziehen… Wir genossen das wirklich gute Essen heute. Vor allem den Lachs in Ahornsirup, der war grandios. Danach natürlich noch ein nettes Dessert und das war´s dann für mich. War nicht so super hungrig, wie ich fest stellte. Während dann alle schon nach draußen gingen, blieb ich noch mal bei dem Verkaufsstand hängen, der schon seit Wochen im Foyer des Hotels seine Ware anpreiste. Sie hatten tolle Northern Arts im Programm. Ich hatte schon seit langem mit einem Geldbeutel aus Buffalo Leder geliebäugelt, konnte mich aber immer noch nicht wirklich dazu entscheiden. Musste wieder auf mein Geld achten. Pat und Tom kannten die Leute von dem Stand gut und mittlerweile war ich ihnen auch bekannt. So brachte mich der Verkäufer, dessen Namen ich leider vergessen habe, zu einem Künstler, der heute backstage seine Bilder  malte, die hier ebenfalls verkauft wurden. Wirklich tolle Bilder. Und teuer. Ich unterhielt mich eine ganze Weile mit dem Künstler, was sehr interessant war. Dann verwickelten mich die "Verkäufer" auch noch wieder in ein Gespräch als ich nach einer Karte fragte, damit ich später vielleicht online eines der Bilder erstehen könnte. Jetzt hatte ich nicht das Geld und nicht den Platz, um es zu transportieren. Irgendwann konnte ich mich aber loseisen und düste aus dem Hotel. Tom stand schon mit dem Wagen vor der Tür und fragte, wo ich abgeblieben war. Dann ging es zurück zum Stall. Hatte heute Nachmittag und Abend noch volles Programm. So hielt ich einen kurzen Nap und zog mich dann um. Würde zunächst eine Reitstunde mit Carla haben, die ich heute ordentlich unter Druck setzte. Ich hatte das Gefühl, heute konnte ich es wagen. Wir starteten nun wirklich mit Reiten und Reitunterricht. Das war Wahnsinn! Ich brachte sie zu Schulterherein, Kurzkehrtwendung und Galopparbeit. 


Und wir hatten Glück, Tom schaute eine ganze Weile zu. Und ich fand, dass Carla wirklich gut war heute. Ich denke, als sie merkte, dass Tom zuschaute, war sie kurzzeitig abgelenkt, so dass sie die Kurzkehrtwendung mit Vorhandwendung vermixte. Aber ich ließ nicht locker bis die wieder klappte, dann ging es zur nächsten Arbeit. War für den Rest Galopp, was wirklich gut war. Dann war sie entlassen und Yrbah hatte eine halbe Stunde Unterricht. Da es heute bisher alles so gut gelaufen war versuchte ich, Yrbah erstmal alleine reiten zu lassen. Das lief leider nur bedingt gut. Also, wieder zurück an die Longe. Sie war ziemlich unzufrieden mit sich selbst, dass sie nicht besser war, aber ich meinte, dass sie keine Wunder erwarten könnte, wenn sie nur alle zwei Wochen für eine halbe Stunde auf´s Pferd kam. Das sah sie irgendwie auch ein. Nun war ich an der Reihe. Pat hatte gestern bei meinem Abschiedsessen die grandiose Idee gehabt, dass ich für die Mädels, Carla, Trish und Michelle, Norman vorreiten könnte, damit sie sehen konnten, was man mit ihm wirklich alles machen konnte. Ich hatte keine Chance gehabt aus der Sache raus zu kommen. Nun saßen sie alle da, mit Kamera und Fotoapparat, um ja alles mit zu bekommen. Oh weh, wenn die wüssten. Ich war nun seit einem Jahr selber ohne Unterricht unterwegs und wusste um meine eigenen Schwächen. Zu meinem Glück wusste ich aber, dass sie das nie würden erkennen können. Also, ab auf´s Pferd. 


Norman war ja nun gut aufgewärmt. Jetzt hieß es für ihn noch mal einen halbe Stunde alles geben. Und es machte einfach nur Spaß. Er ist ein toller Kerl. Wäre er etwas besser im Training, es wäre traumhaft. Aber auch so gab er alles. Er schenkte mir sogar einen Außengalopp durch zwei Ecken mit Handwechsel über eine Volte! Das war super! Dann tanzten wir eine Weile in Schulterherein, Travers, Renvers und Anfängen von Traversalen bis Große Galopp Pirouetten. Und es war alles natürlich nicht perfekt und in den Anfängen, aber es fühlte sich an wie Tanzen. 


Zwischendurch immer wieder ein tolles Vorwärts Abwärts oder mal Tritte verlängern und Galoppsprünge verlängern im leichten Sitz. So grob, was wir gemacht haben. Norman war nun fertig, ich war gut aufgewärmt und weiter ging´s. Während Trish Norman trocken führte, übernahm ich den schon fertig gemachten Czar, um ihn an der Longe zu arbeiten. 

Er war auch ziemlich gut heute und es machte ebenfalls einfach Spaß. Er begann sich schon besser zu biegen, aber fiel immer noch deutlich auf die innere Schulter, was mich ziemlich annervte. Aber mehr, weil ich es bisher noch nicht in den Griff bekommen hatte. Zwischenzeitlich verabschiedete ich mich von Michelle und dann von Carla und ihrem Mann. Dann arbeiteten wir eine Weile am flüssigen Handwechsel im Trab, da es ziemlich wuselig war in der Halle. 



Auf dem anderen Zirkel arbeitete Kim mit Baya und zwischendrin versuchte Lauren Dusty zu reiten. Das war eine Herausforderung, da Dusty erst vier oder fünf Jahre alt ist und kaum Ausbildung genossen hat, da seine Besitzerin keine Zeit hat. Lauren kämpft sich dann und wann mit ihm durch. So musste ich immer darauf achten, dass sie nicht plötzlich in der Longe hingen. Nach Czar war auch ich gut durch. Ich unterhielt mich noch eine Weile mit Trish und mit Kim und sammelte Email Adressen ein. Dann ging ich ins Haus und auch bald ins Bett. Tom und Pat waren auch schon auf dem Weg in die Heia, da Tom sich immer noch nicht ganz fit fühlte. Ich sortierte Fotos und schrieb ein paar Zeilen, während ich Musik hörte. Um zehn Uhr klopfte Pat an meine Tür und meinte, es wäre ein Anruf für mich da. Was?! Wer? Um diese Zeit… Ich ging ins Wohnzimmer und nahm das Gespräch an. Es war Paul, der fragte, ob ich morgen schon was vor hätte. Ich mein, eigentlich hatte ich Wäsche zu waschen, zu packen, Pakete abzusenden, zwei bis drei Pferde zu reiten… Aber ich sagte: "No, nothing. I´m off tomorrow." Er würde mich dann gegen acht Uhr morgens für einen Dog Sled Ride abholen… Supi!!! Das war doch ein toller Abschiedstag, dann. Freute mich wie ein Schneekönig und ging ins Bett, damit ich fit sein würde. Nun war nur die Frage, was ich mit den Pferden machte, die ich reiten wollte…. Den Rest würde ich schon irgendwie hinkriegen, aber die Pferde… Es war eigentlich mehr, dass ich sie noch mal reiten wollte, damit ich ein paar Fotos machen konnte. Oder besser gesagt, Pat. Ich entschied, dass ich morgens, bevor Paul kommen würde, wenigstens eines reiten würde. Und wenn ich nicht zu spät zurück sein würde… Ja, also wenn ich nicht zu spät zurück sein würde, dann würde ich noch Cimmaron reiten. Ja, das war ein guter Plan, fand ich. Also schnell schlafen, damit ich morgen um 6 Uhr aus den Federn kommen würde.  
Der Samstag, 20. April 2013, fing ebenfalls wieder sehr früh an. Ich hatte mit Abbey eine Reitstunde für 7 Uhr abgemacht. Sie wollte gerne noch eine Reitstunde haben, bevor ich abreise. Sie meinte, sie wäre noch nicht bereit, dass ich gehen könnte. Das war süß. So suchten wir also nach einem weiteren Termin für Unterricht und da wir beide heute einen ziemlich strammen Zeitplan hatten, hatte ich ihr angeboten, dass sie ja um sieben kommen könnte. Denn um neun Uhr würde Alex mich erwarten… Abbey meinte, dass sie das machen konnte. Es war wohl gut, dass sie mich öfters so früh auf dem Pferd gesehen hatte und es ihr irgendwie normal erschien, das zu machen. Ich hatte nur gemeint, dass wenn sie nicht auftauchen würde, dass ich sie killen würde. Sie war sich darin ganz sicher und antwortete, dass sie auf jeden Fall kommen und mir einen Mocca mitbringen würde. Oh, das war gut. So ging ich also um kurz vor sieben heute Morgen runter in den Stall, wo Abbey tatsächlich Norman fertig machte und mein Mocca auf mich wartete. Ihre Eltern waren heute mit gekommen, um ihr zuzusehen und ein paar Fotos zu machen. Es war eine gute Stunde, denn ich ließ sie heute die meiste Zeit alleine reiten und nahm sie nur für den Galopp an die Longe. Nach dem Unterricht meinte sie ganz erstaunt zu mir, dass sie tatsächlich schwitzen würde…! Wirklich?! Kaum zu glauben, ist Reiten etwa anstrengend?! Haha, das war wirklich gut gewesen. Ich ging zurück ins Haus, da ich noch ein paar Minuten Zeit hatte, bevor ich zu Alex fahren würde. Pat startete auf dem Weg in den Stall ihren Truck für  mich, damit er warm war, wenn ich los musste. Es war heute wieder richtig kalt geworden. -14°C. Musste ja eigentlich nicht mehr sein. Kam um kurz vor neun bei Alex an und sie hatte uns erstmal ein kleines Frühstück mit Bagels und Latte besorgt. Ich wollte heute nach ihrem Unterricht noch ihre junge Stute sehen. Alex war ganz stolz auf sie und wollte so gerne, dass ich sie noch mal in Bewegung sehen würde, bevor ich Yellowknife verlassen würde. Der Unterricht war wieder richtig gut und Alex hochzufrieden. Ihre Freundin, die ihr Pferd mit reitet, war heute zum Zuschauen gekommen. 

Brutus, Alex und ich
Nach dem Unterricht versorgte sie Brutus und Alex machte fix Ruby, die Stute, fertig zum Longieren. Sie ist wirklich eine perfekt gebaute kleine Queen. Wenn sie erstmal fertig ist, wird sie ein tolles Reitpferd sein. Allerdings ist sie hochsensibel, was das Arbeiten mit ihr etwas schwieriger gestaltet. Aber es war toll zu sehen, was Ruby für eine Bewegung hat. 

Ruby - Beautiful!
Nun war es aber Zeit zurück zu fahren, denn um 12 Uhr war die nächste Reitschülerin an der Reihe. Ich hatte heute nicht sonderlich viel Geduld und so hatten meine Reiter heute ein wenig mehr Druck als vielleicht sonst. Ruby ritt Daisy und normalerweise bei Elisabeth im Unterricht zusammen mit Emily. So bekam sie Daisy erstmal nicht in den Trab und lenken war auch nicht das Gelbe vom Ei. Ich war wirklich ein wenig gereizt. Was soll ich denn unterrichten?! Nach einigen Versuchen bekam sie ihr Pony endlich in den Trab und startete sogar von sich aus Schlangenlinien. So, das war doch was. Es hatte geholfen, dass ich gesagt hatte, dass ich nicht für sie das Pony in den Trab bringen würde. War schließlich nicht hier, um hinter Ponys her zu rennen. Kharma war happy mit ihrem Unterricht, sie hatte nun alles alleine hingekriegt. Natalie hatte ihre Reitstunde kurzfristig abgesagt, so dass ich jetzt eine Stunde Pause hatte und ein paar Cornflakes essen ging. Um halb zwei kam Julia. Sie hatte heute eine ganze Stunde gebucht, da es letztens alles zu knapp war. Wir arbeiteten an Galopp und Sitz und Schenkelweichen. Gegen Ende der Stunde meinte sie, dass sie noch einen Wunsch hätte, was sie gerne machen würde, bevor ich gehen würde… Ja, was würde sie denn gerne machen? Sie wollte gerne einen Sprung machen. Wow. Sie war einige Male im Springunterricht gewesen und runter gefallen und war nun total ängstlich mit Stangen. Das war schwer, denn sie war sowieso eine ängstliche Reiterin. Ich sagte, dass wir das natürlich machen könnten, aber dass sie sich sicher sein müsste, dass sie das wirklich wollte und nicht nur aus dem Grund heraus, da ich Yellowknife verlassen würde. Puh, das war eine schwere Entscheidung für sie. Aber sie wollte es probieren, da sie meinte, dass sie sonst nie wieder die Gelegenheit bekommen würde, das zu machen. Ok, ich baute ein kleines Kreuz auf, wo sie zunächst aus dem Trab rüber kam. Da es aber so niedrig war bemühte sich Mack gar nicht zu springen, sondern trabte nur drüber. Also aus dem Galopp…. Aber das war schon zu viel. Ich legte nun beide Stangen auf den Boden zwischen den Pfosten und sie sollte einfach nur darüber galoppieren, was sie mit Bravour machte. Aber sie war sehr angespannt. Dann legte ich eine Seite des Kreuzes höher und stand auf der anderen Seite, damit sie besser die Mitte traf. Das war aber zu viel für sie, so dass ich die Stange wieder auf den Boden legte und einfach nur dastand. Das machten wir noch zwei mal und dann war es gut für heute aus meiner Sicht. Sie war einerseits enttäuscht von sich, dass sie "nur" über Stangen auf dem Boden galoppiert war, aber auf der anderen Seite war sie super happy, dass sie das hin bekommen hatte. Sie sagte, dass Elisabeth sie niemals hätte dazu bringen können. Ich sagte, dass es im Moment für sie schon genug Arbeit war mit der Energie des Pferdes zu arbeiten, wenn es nur einen Sprung sah. Mack wurde dann nämlich immer etwas heiß. Ich empfahl ihr mit dieser Art von Arbeit weiter zu machen und dann würde sie eines Tages auch wieder springen können. Sie war so glücklich, dass sie morgen noch mal eine Stunde haben wollte. So machten wir also gleich eine neue Zeit ab. Ich hatte jetzt noch mal Pause und ging ins Haus. Um vier Uhr kam Carla, was auch wieder super war. Mit Carla arbeitete ich heute vermehrt am Galopp. Da ich aber immer noch nicht so gut gelaunt war, hatte sie heute eine Menge Druck, was aber manchmal wohl hilfreich ist. Sie war sehr zufrieden anschließend. Nun kam noch Trish und wir hatten wieder unsere Longierstunde, wobei ich wieder die Hälfte der Zeit mit Czar arbeitete, da sie so gerne zuguckte zum Lernen. Nun war Feierabend. Pat erinnerte mich daran, dass wir um halb acht essen gehen würden. Eigentlich hätte es Hühnersuppe geben sollen, aber Tom hatte nachmittags angerufen und gesagt, dass er gerne essen gehen würde. Ok, war mir recht. Leider fühlte sich Tom heute Abend nicht gut, so dass Pat und ich alleine los fuhren. Wir würden schon Spaß haben. Fuhren zu einem italienischen Restaurant. Und da wartete eine riesige Überraschung! Wir kamen ins Restaurant und Pat hakte sich bei mir unter… Ich wusste gar nicht, warum. Stand einen Moment ein wenig doof im Raum und dann sah ich an einem Tisch Elisabeth sitzen… Dann Carla, Trish… War total verwundert und schaute noch zu den anderen Personen an dem langen Tisch. Erkannte Kim und ihren Mann, Sydney, Tenice und Tim! Und dann realisierte ich erst, dass sie alle wegen mir hier waren! Ich war so sprachlos! Sie hatten eine kleine Überraschungsparty organisiert. Oh, ich war so hin und weg. 

Der harte Kern
Das war einfach nur toll! Zu schade, dass Tom nun krank war, aber es war auch so überwältigend. Und dann kam auch noch Michelle, die ich seit Wochen nicht gesehen hatte. Was für ein toller Abend. Wir hatten so viel zu reden und es war ein super toller Abend. Gegen elf Uhr fuhren wir zurück und fielen in unsere Betten. War echt müde jetzt. 
Der Freitag, 19. April 2013, startete also sehr früh. Um sieben Uhr holte mich Paul ab. Ich hatte letztendlich nur drei Stunden geschlafen und fühlte mich dementsprechend ein wenig gerädert. Aber die Sonne schien schon herrlich und es war wieder strahlend blauer Himmel, was das ganze erheblich erleichterte. Ich war stolz auf mich, dass ich an meine Sonnenbrille gedacht hatte und dass ich noch mal eine Mütze aus meinen schon gepackten Sachen fischen konnte. Wir fuhren also auf dem Highway einige Kilometer Richtung Süden und bogen in eine Seitenstraße ab, wo wir den Truck parkten und den Schlitten klar machten. Dann ging es ans Hunde anschirren. Ich hatte die Aufgabe, die Leithunde im Auge und evtl. am Platz zu halten, damit sie die Leine stramm hielten und Paul das restliche Team anschirren konnte. Ging im Vergleich zu Dyan echt fix. Aber wir brauchten auch keine Booties, Leggings oder Shirts. Zum einen hatte Paul Sibirian Huskys und es war zum anderen eine nicht zu lange Strecke, die wir fahren wollten. Es war schon so warm, dass sich die Saison für Schlittenhunde offensichtlich dem Ende näherte. Wir mussten später für die Hunde öfter eine kurze Abkühlungspause einlegen, da sie schon fast überhitzten. Wir hatten wohl so um die -5°C. Aber nun sollte es erstmal los gehen. Ich durfte auf dem Sledbag Platz nehmen und Paul stand auf den Runners. Es war erstaunlich komfortabel auf dem Schlitten und ich hatte die Aufgabe, den Schneehaken halten. Das Ganze war so was von beeindruckend! Ich war hin und weg von der Schlittenfahrt. Mir schmerzten schon nach kurzer Zeit die Zähne von der kalten Luft, da ich die ganze Zeit von einem Ohr zum anderen grinste, da ich so happy war die Schlittenfahrt mit machen zu dürfen. 


Es ist einfach Wahnsinn! Ich hatte beim Yukon Quest immer die Teams rein kommen und rausfahren sehen, aber ich konnte mir nie wirklich vorstellen, was das bedeutete, Sled Dog Race. Es war so friedlich… Es ist so still. Sobald die Hunde laufen, sind sie zufrieden und leise. Die Sonne schien von einem strahlend blauem Himmel und wir fuhren ungefähr eine Stunde quer durch den Busch und über Seen und Flüsse. Es hatte schon überall angefangen zu tauen, so dass wir öfters über Sand und Gras glitten, was die Hunde aber nicht abhalten konnte von ihrem steten Lauf. An einer kleinen Hütte eines Bekannten Pauls machten wir eine Pause. Für die Hunde war es wirklich schon zu warm und sie genossen, dass sie sich im Pulverschnee abkühlen konnten. Wir saßen derweil auf der Schwelle der Eingangstür der Hütte, stärkten uns mit Schokoriegeln und Eistee und beobachteten die Hunde. 

 

Solo hatte zwischenzeitlich angefangen die umstehenden jungen Birken zu zerpflücken. Irgendwie schien dabei seine Neckline dazwischen gekommen zu sein, denn die war offensichtlich durchgebissen und er hatte es noch nicht mal gemerkt. Wir beobachteten ihn und warteten, dass er merken würde, dass er frei war. Dauerte auch nicht besonders lang und er rannte umher und war happy, dass er nicht mehr angebunden war. Paul blieb gelassen, da er wusste, dass Solo nicht weit weg laufen würde. Und tatsächlich hielt er sich nur im näheren Umkreis auf. Nach einer etwa halbstündigen Pause schirrten wir die Hunde wieder an und drehten das ganze Gespann per Hand um, da es zu kompliziert werden würde, den engen Loop vor der Hütte mit den acht Hunden zu meistern. Es ging wieder zurück mit nun mehreren kleinen Pausen, da sich die Hunde ständig in den Leinen verhedderten und Paul sie entwirren musste. 
Das Team
Es war für die Hunde jedes Mal eine willkommene Gelegenheit sich im Schnee zu kühlen. War wirklich schade, dass die Fahrt wieder nur ungefähr eine Stunde gedauert hatte, ich hätte noch ewig weiter fahren können. Am Truck angekommen, bekamen alle Hunde erstmal Wasser und dann luden wir sie in den Truck. 


Die Hunde bekamen noch eine kleine Verschnaufpause und ich schwärmte derweil von der vorangegangenen Schlittenfahrt. Alles Equipment verstaut, Schlitten auf´s Dach gepackt und dann ging es zurück zum Stall. 

 

 

Hatte heute noch eine Reitstunde zu geben. War eigentlich viel zu müde, aber es half alles nichts. Brachte schnell meinen Kram ins Haus, als Paul mich beim Stall abgeliefert hatte und dann ging es in die Halle, wo Carla schon Norman warm machte. Ich meinte zu ihr, dass ich ziemlich kaputt wäre und dass ich heute jedenfalls keine Kraft haben würde sie anzuschreien. War natürlich ein Witz, schreie ja nicht. Aber ich war ziemlich ruhig in der Stunde. Anschließend half ich noch Pat die Pferde rein holen und füttern, während Tom seinen Springunterricht gab. Als wir mit allem fertig waren, gingen wir alle gemeinsam zum Haus. Ich war nicht die Einzige, die müde war. So kam es, dass wir alle gegen halb zehn in unsere Betten fielen. Ich hatte noch einen Joghurt und etwas Obst zu Abend gegessen, da ich nicht sonderlich hungrig gewesen war. Hörte noch ein wenig Musik und schlief dann ein. Morgen würde Abbey um sieben Uhr für ihren Unterricht kommen. Es hieß also dann früh aufstehen. 
Donnerstag, 18. April 2013: Ich hatte kaum geschlafen und war schon um fünf Uhr wieder wach… Entschied dann, die Zeit und das herrliche Wetter zu nutzen und ging um viertel nach sechs in den Stall. Ich sattelte mir Java, die wieder ziemlich ätzend war. Ein super Pferd, aber mit vielen Attitüden… und Problemen. Sie war heute aber besser zu reiten als das letzte Mal. Hatte eigentlich vor gehabt mit ihr ein wenig zu springen, um zu sehen, ob man sie dazu bringen konnte über dem Sprung den Galopp zu wechseln, aber sie war heute so verrückt, dass ich entschied, dass entspannende Arbeit wohl besser angebracht wäre. Nach Java machte ich mir Baya fertig und ging in die Halle. Als ich gerade angefangen hatte, kamen Jason und Abbey zur Arbeit und fragten, wann ich heute angefangen hätte. Ich antwortete, dass ich ungefähr um 6.30 Uhr auf dem ersten Pferd saß. Abbey meinte nur, da konnte wohl einer nicht schlafen… Ja, wie recht sie hatte. Aber so konnte ich den Tag gut nutzen, was auch seine Vorteile hatte. Baya war richtig gut und außer einer größeren Buckeleinheit wirklich gut. Abbey hatte ihren IPod an die Musikanlage angeschlossen und ich genoss das Reiten in der hereinscheinenden Sonne und der guten Musik. Nach Baya war Norman an der Reihe, da ich noch etwas entspanntes Reiten haben wollte und wirklich nur Spaß haben wollte. Nun war ich aber auch ein wenig ausgepowert, was dringend nötig gewesen war. Als letztes kam Czar an die Reihe, den ich longierte. Ich fragte Abbey, ob sie heute eine Reitstunde haben wollte, was sie freudig annahm. Sie sagte, dass sie gegen Mittag mit dem Stall fertig wären und dass sie dann Norman fertig machen würde und im Haus anrufen würde, dass ich runter kommen konnte. Ich ging jetzt erstmal frühstücken, war am Verhungern. Dann schaute ich Heartland und wartete, dass Abbey anrufen würde. Pat wollte später zum Zuschauen kommen. Abbey machte sich wirklich gut, sie lernte schnell. Und wir hatten immer so viel Spaß! War einfach nur lustig. Jason schaute ab und zu über das Hallentor und amüsierte sich. Nach Abbey hatte ich noch etwas Zeit bis ich um fünf Uhr mit Sydney Unterricht hatte. Sie durfte Java reiten und es war irgendwie ein wenig langweilig, da sie alles ziemlich gut hinkriegte. Ich entschied, dass es offensichtlich Zeit für Sydney war etwas neues zu lernen. So kam Travers, Renners, Schulterherein und versammelter Galopp dazu. Sie hatte nun erstmal ein wenig zu arbeiten. Und war am Ende sehr zufrieden. Ich ging schnell ins Haus und machte mich fertig, da bald Paul kommen würde, um mich abzuholen. Wir wollten morgen endlich meinen Sled Dog Ride machen und er zeigte mir, wo wir hinfahren würden. Er hatte die Hunde schon mit, so dass wir in guter alter Yukon Quest Manier auch gleich diese dropten, da sie schon eine Weile im Truck waren. 

 

Das waren wunderschöne Hunde! Fast alles Sibirian Huskys. Ich war beeindruckt. Hatte ja nur immer einzelne Hunde zu sehen bekommen während meiner House- und Dogsittingzeit. Fühlten uns in dem Moment wirklich ein wenig zurück an den Yukon versetzt. War witzig. Nach einem Mocca ging´s dann zurück. Paul würde mich morgen in aller Frühe abholen kommen. Da es inzwischen schon spät war, ging ich bald ins Bett. Konnte vor lauter Aufregung natürlich nicht schlafen. Ein echter Sled Dog Ride! Wow!