Sonntag, 31. März 2013

Der Samstag, 30. März 2013, würde wieder etwas entspannter sein. Ich hatte mir vorgenommen nach meiner allmorgendlichen Hunde- und Hausversorgung am Prelude Lake zeitig zum Stall zu fahren, damit ich vor dem Unterricht noch ein paar Pferde geritten bekam. Als ich im Stall ankam, wollte Pat bald los zum Einkaufen und war sichtlich unmotiviert. Außerdem war sie in den letzten Tagen zweimal auf Eis ausgerutscht und dementsprechend etwas bewegungseingeschränkt. Ich hatte mich schon in meine Reitklamotten geschmissen, als ich fragte, ob sie denn Hilfe beim Einkauf benötigte. So Taschen tragen, vielleicht?! Sie meinte, ob das denn für mich ok wäre. Ja, klar... Schmiss zwar wieder meinen Tagesplan über den Haufen, aber man muss ja spontan und flexibel bleiben. Also wieder umgezogen und ab zum Einkaufen. Auf dem Weg noch schnell einen Mocca bei Mc geholt und los ging´s zu Extra Foods. Das war wieder ein Rieseneinkauf! Der zog sich. Und Pat traf wieder auf alle möglichen Bekannten, die sie in Gespräche verwickelten. Ich musste um drei Uhr zurück sein, da dann meine erste Unterrichtsstunde anfangen würde. Kriegten tatsächlich alles in der Zeit hin. Hatte zunächst zwei neue Reiterinnen. Die erste war das erste Mal auf dem Pferd, so dass ich mit ihr eine halbe Stunde Longenunterricht auf Norman machte. Und sie war super gut. Kriegten sogar alle drei Gangarten durch heute. Dann kam ihre Freundin an die Reihe, die meinte, sie wäre eine super gute Reiterin. Und sie wollte bitte ihren Springstil verbessern. Ok... Wenn Leute so von sich überzeugt sind, dann können sie auch hart arbeiten. So pushte ich ein wenig in der Stunde und nahm auch keinen Blatt vor den Mund. Denn so gut war sie nicht. Sie war kein absoluter Anfänger, aber andererseits, wenn man nicht in der Lage ist ein Pferd an den Zügel zu reiten, ist man ein Anfänger... Sie hatte eine sehr gute Balance, aber das ist auch alles. Der Rest benötigte dringend Arbeit. Darüber war sie natürlich nicht sehr erfreut. Ich glaube, sie würde nicht noch eine Stunde bei mir buchen. Das war mir aber egal. Wer nicht lernen und arbeiten will, ist bei mir eh an der falschen Adresse. Es kamen nun noch Linda und Yrbah zum Unterricht, was mich wieder entspannte. Wir hatten viel Spaß und ich ließ Yrbah heute richtig arbeiten, da sie gemeint hatte, das bräuchte sie heute. Sie wäre so faul. Tom und Pat brachten mit Hilfe von Kendall, die auch gleich wieder eine Reitstunde buchte, die Pferde rein. Nach meinem Unterricht hatte Pat das Abendessen fertig, so dass ich leider nun gar nicht mehr zum Reiten kam. So ein Mist! Aber das zeigte mir mal wieder, ich sollte besser gar nichts planen. Das haut nie hin! Zum Abendessen gab es Surf and Turf! Super lecker. Steak mit Tigershrimps und Nudeln. Nachdem ich den Abwasch gemacht hatte, hatte ich wieder etwas Platz für ein Dessert. Und dann musste ich auch wirklich los, die Hunde raus lassen. Ich fuhr bei noch schönstem Sonnenschein zum Prelude Lake und war erfreut, dass die Hunde heute keinen größeren Schaden angerichtet hatten. Also, Hunde raus gelassen und gefüttert. Dann Feuer angemacht und Feuerholz aufgefüllt. Als ich Kodiak und Siku rein holte, drehten die natürlich erstmal wieder auf. Ich hatte erstmal etwas zu tun, die beiden runter zu fahren. Ich leinte Kodiak an, was immer ein gutes Mittel war.

Siku animiert Kodiak sogar, wenn er angeleint ist...
Siku düste noch ein paar Runden herum, bis ich auch sie beruhigt hatte. Puh, das war das anstrengendste. Man sollte keine Schlittenhunde im Haus halten. Die gehören raus. Und sie sind wie Staubsauger, sie fressen alles, was ihnen vor die Nase kommt. Egal, ob essbar oder nicht. Ich versuchte, alles ausser Reichweite zu packen und schlief auch heute wieder auf der Couch, um beide im Blick zu haben. Kodiak blieb aber angeleint. Immer noch besser als die Dogbox, fand ich. Siku wanderte wieder ständig herum in der Nacht. Das war so anstrengend. So bekam man nie wirklich erholsamen Schlaf. Ich mein, ich schlief heute die erste Nacht seit langem wieder etwas besser. Umso genervter war ich, wenn ich durch irgendwelchen unnötigen Geräusche geweckt wurde. Es wurde wirklich Zeit, dass die Familie zurück kam. Nur noch zwei Tage! Jippieh! 

Freitag, 29. März 2013

Karfreitag, 29. März 2013: Von Ostern keine Spur hier! Glück ist, dass häufig die Sonne scheint, aber der Osterhase benötigt hier noch ein Snowmobil! Die Nacht war kurz und unruhig gewesen. Die Hunde waren ok gewesen, aber der Holzofen ist wirklich effektiv. Es war so heiß, dass ich kaum schlafen konnte. Dementsprechend war ich etwas gerädert, als um kurz vor sieben mein Wecker ging. Würde heute ein langer Tag werden. Um neun Uhr würde ich meinen Unterricht mit Alex beginnen und anschließend ab elf Uhr würde ich durchgängig bis sieben Uhr abends Reitstunden zu geben haben. Fix die Hunde gefüttert und ein paar Cornflakes gegessen und Hunde wieder in ihre Boxen gepackt. Hatte sich nicht als funktionierend erwiesen mit Siku draußen und ich wollte nicht Gefahr laufen, dass sie weg lief. Hoffte, dass sie wieder alle gut durch halten würden. Machte mich gegen zwanzig nach acht auf den Weg nach Yellowknife. Eine Reitschülerin hatte abgesagt, da sie auf Glatteis gestürzt und sich das Knie verdreht hatte. Schade. War aber nicht allzu böse, da ich echt müde und kaputt war und noch genug Unterricht zu geben hatte heute. Dann kamen Nicole und Leah, was auch noch Spaß machte. Ab drei Uhr sollte ich für Freunde von Gill vier Reitstunden geben. Ich hatte keine Ahnung, wer das war, wie gut, wie alt, welche Erwartungen sie hatten. Da ich zudem so müde war, war ich entsprechend schlecht gelaunt. Ich hatte wirklich nicht viel Lust auf Ponyreiten. Das ist nicht mein Stil. Ich hab kein Problem Anfänger zu unterrichten. Aber es sollte eine ernsthafte Absicht dahinter stecken, kein Rumgespiele. Ich wusste gar nichts bis zu dem Moment als sie auftauchten. Es waren acht Leute... Keine Ahnung, wer von ihnen nun reiten wollte oder konnte oder wie auch immer. Meinen Laune sank noch mal. Eine von ihnen war Kenya, die schon Unterricht von mir bekommen hatte. Damit hatte ich kein Problem. Ihr Freund wollte auch gerne reiten. Der war richtig sympathisch, wie ich nach einer Weile bemerkte, so dass der Unterricht mit ihm sogar Spaß machte. Er war höflich, interessiert und strengte sich an. Da nur zwei der anderen auch noch reiten wollten, begann ich zunächst mit Kenya und ihrem Freund auf Norman und Mickey und später wollten wir dann die Reiter tauschen. Nachdem ich eine ganze Weile mit den beiden gearbeitet hatte, stellte sich heraus, dass die anderen jetzt doch nicht mehr wollten... Auf Nachfrage hin meinten sie, dass sie sich wirklich nur "Ponyreiten" vorgestellt hatten! Also auf dem Pferd sitzen und ein wenig im Kreis im Schritt gehen. Wer hätte das gedacht?! Ich mein, ich bin wirklich mehr für ernsthaftes Arbeiten, aber das wäre leicht verdientes Geld gewesen. Ich sagte, dass sie das gerne machen könnten, aber sie hatten inzwischen ein wenig die Lust verloren. Mir war auch das recht. Gill bezahlte mich sehr gut und so war es  mir egal. Auf diese Weise war es jedenfalls entspannter für mich. Die Pferde wurden rein geholt und wir mussten noch eine Weile in der Halle ausharren, bevor wir die Pferde in ihre Boxen bringen konnten. Im Gespräch mit Kenya´s Freund stellte sich heraus, dass er interessiert wäre wirklich reiten zu lernen. Und er wollte lernen, wie man sattelt und zäumt und alles drum und dran. Wow! Ich mein, er war auch echt gar nicht schlecht gewesen. Waren an der Longe bis zum Leichttraben gekommen. Wären nicht die anderen Pferde rein geholt worden und Norman und Mickey dementsprechend kribbelig geworden, hätte ich mit ihm noch Gallop geübt. So entschieden wir, dass man das dann in der nächsten Reitstunde machen könnte. War gespannt, ob und wann sie sich für Unterricht anmelden würden. Da nun niemand anderes mehr reiten wollte, machte ich mich schnell auf den Weg zu den Hunden. War ja gut, dass es nicht zu spät werden würde. War eh schon lange genug weg gewesen. Aber vorher musste ich noch tanken (ich kann mich nicht an diese Benzinverbräuche gewöhnen) und holte mir bei Mc mein Abendessen. War so hungrig. Im schönsten Sonnenschein zurück gedüst und glücklich fest gestellt, dass die Hunde wieder brav alles drin behalten hatten. Toll! Dann ging´s wieder ans Füttern, Holz holen und Feuer machen.

Mein schnelles Abendessen
Und dann gönnte ich mir schön meinen Burger. Das tat gut. War zwar inzwischen schon kalt, aber besser als gar nichts. Dann schrieb ich noch eine Weile und gönnte mir noch eine DVD. Ging ziemlich früh schlafen. Kodiak war wieder angeleint und alles war gut. So ließ es sich doch aushalten.


Donnerstag, 28. März 2013: Ich hatte wenig geschlafen und kam erst gegen neun Uhr aus dem Bett. Das Wetter war wieder herrlich, aber ziemlich windig. Ich entschied, dass ich heute versuchen würde Siku draußen in einem der Zwinger zu lassen, während ich in den Stall zur Arbeit fahren würde. Ich hatte letztens für eine kurze Weile Siku und Kodiak gemeinsam in einem Zwinger gehabt, damit sie mal etwas Auslauf und frische Luft bekamen. Das hatte super geklappt. Da Paul mir geschrieben hatte, dass ich Kodiak nicht mit der Halskrause zu lange in der Kälte lassen konnte, da das Material dann spröde und brechen würde, musste ich mir für ihn etwas anderes ausdenken. Ich würde heute einen längeren Tag haben und morgen würde ich sehr lange außer Haus sein. So wollte ich heute schon mal nach einer Lösung suchen, wie ich das morgen managen könnte, dass die Hunde nicht in den Boxen sein müssten für so lange Zeit. Ich fütterte zunächst die Hunde und erledigte alle üblichen Arbeiten und dann schleppte ich Kodiak´s große Hundebox nach draußen auf die Sonnenveranda... oder Wintergarten. Kind of... Ich bastelte einen langen Strick, räumte alles ausser Reichweite, öffnete die Verandatür so weit, dass ein Hund mit Halskrause durch passen würde und holte dann Kodiak, um zu sehen, was er dazu sagen würde. Außerdem bekam er ein nagelneues Spielzeug und einen Kauknochen, der vielleicht ein Dasein von zehn Minuten fristete, bevor er komplett verschlungen war. Ok, das war nicht Sinn der Sache gewesen, aber wenigstens hatte es ihm geschmeckt. Ich beobachtete ihn eine Weile vom Fenster aus und fand, dass meine komplette Konstruktion ganz gut zu funktionieren schien.

 

Kurz bevor ich nun los musste zu meinem Unterricht, ging ich noch mal auf die Sonnenveranda, weil ich irgend etwas überprüfen wollte oder weiß der Kuckuck. Jedenfalls stand Kodiak gerade draußen und als er mich sah, kam er freudig herein gestürmt... Oder er hatte es vorgehabt. Er konnte die Größe seiner Halskrause immer noch nicht einschätzen, so dass er die Türöffnung verfehlte und gegen den Türrahmen rannte... Die Halskrause brach. Na super! Danke schön, lieber Kodiak. Gott sei Dank war sie noch einigermaßen zu gebrauchen, aber ich schminkte mir meinen schönen Plan ab, dass beide Hunde nun die Möglichkeit hatten, ihren Bedürfnissen draußen nach kommen zu können. Blieb die Hoffnung, dass er sich lang genug zusammen reissen konnte. Es war aber keine Zeit mehr, die Box wieder ins Haus zu schaffen. So stopfte ich ihn einfach nur in die Box und dachte mir, so hätte er wenigstens frische Luft. Dann machte ich mich so schnell wie möglich auf den Weg. War spät dran. Kam aber pünktlich bei Alex an und wir machten eine halbe Stunde Unterricht. Wir schnackten noch eine ganze Weile, da wir ja noch Zeit hatten. Anschließend ging es wieder weiter in den Stall zu Pat und Tom, wo ich erst Baya und anschließend Mack ritt. Dann kam Linda zum Unterricht. Das war alles heute. Naja, und dann um acht Uhr wieder Carla. Gegen sieben Uhr aßen wir zu Abend, Burger. Nach dem Unterricht düste ich schnellstens wieder Richtung Prelude Lake. Kodiak hatte durchgehalten, keine Sauerei in der Hundebox. Supi! Während ich mit Kodiak an einem Baum stand und es lief und lief und lief, schaute ich zu Siku und begrüßte sie. Und schaute noch mal... und  schaute noch mal... Hatte ich sie nicht in den anderen Zwinger gesteckt? Ja, offensichtlich, denn die Leine, die ich zum Sichern des Schlosses verwendet hatte, war an der benachbarten Zwingertür befestigt. Was hatte das zu bedeuten? Und es fiel mir wie Schuppen von den Augen, sie war tatsächlich über den Zaun geklettert! Ich kann Euch sagen, was war ich froh, dass ich zum einen die benachbarte Zwingertür ebenfalls geschlossen hatte. Und noch mehr war ich froh, dass ich sie nicht zu Denali gepackt hatte. Denn dann wäre sie mit Sicherheit aus dem Zwinger ins Freie gesprungen... Oh Mann, was für ein Tag. Als nächstes Highlight fand ich Kodiaks Halsband, mit dem ich ihn heute Morgen hatte anbinden wollen, völlig zerfressen auf der Sonnenveranda. Ich hatte es in der Eile nur schnell abgestreift und auf den Boden geworfen. Edge hat es sich nicht nehmen lassen, auch an diesem Utensil ihre Zähne zu wetzen. Oh, ich wurde wahnsinnig. Jeden Tag fand ich jetzt irgendwas zerfressenes oder die Hunde spielten verrückt oder, oder, oder. Es wurde Zeit, dass Paul zurück kam. Das wurde langsam zu viel. Vor allem zu viel Verantwortung. Zumindest nahm Kodiak noch brav seine Pillen, wenn auch nicht mehr ganz so enthusiastisch wie am Anfang. Aber er ließ sich die Pillen geduldsam in den Rachen stopfen. Damit konnte ich auch leben. War aber von dem ganzen Chaos etwas entnervt. Ich schleppte die Hundebox wieder zurück ins Haus, da das Ganze sowieso nicht funktionierte und ich Kodiak heute Nacht bestimmt wieder in die Box packen würde. Die Hunde fraßen ihr Abendmahl und ich räumte alles auf, was Edge so zerfleddert hatte und macht Feuer. Ich wollte eigentlich nur meine Ruhe haben. Als ich die Hunde rein holte, ließ ich Kodiak an der Treppe angebunden, damit die beiden nicht wieder total aufdrehten. Das wirkte Wunder. Alles ruhig. Ich machte mir noch eine DVD an und relaxte. Gegen Mitternacht machte ich noch eine kleine Pinkelrunde mit Kodiak, während Siku ihr Business vor der Tür erledigen musste und ging anschließend schlafen. Da Kodiak angebunden war, schlief ich heute Nacht wieder auf dem Sofa, um notfalls alles im Blick zu haben. 
Die Sonne schien, strahlend blauer Himmel... Was will man mehr? Der Morgen des 27. März 2013 begrüßte mich wirklich reizend. Da ich in der Nacht zwischen Bett und Sofa hin und her getauscht hatte, war ich ziemlich gerädert und schleppte mich gegen halb neun aus den Federn. Ich würde heute einige Reitstunden zu geben haben und würde um 12 Uhr mit Alex starten, so dass ich etwas früher los musste als sonst. Hoffte, dass die Hunde das aushalten würden, da ich evtl. nicht viel eher abends wieder zurück sein würde. Würde ich ja heute Abend sehen... Es ging also wieder mal seinen gewohnten morgendlichen Gang mit Hunde vor die Tür bringen, alle Hunde mit "Hundesuppe" versorgen, Ofen starten und füttern, mich füttern... Eine Menge Fütterungsarbeit, möchte ich meinen. Kurz nach elf machte ich mich dann auf den Weg, nachdem ich die Hunde wieder in ihre Boxen verfrachtet hatte. Würde Siku gerne tagsüber draußen lassen, traute mich aber wirklich nicht, sie mit Denali in einen Zwinger zu sperren, wenn ich nicht in der Nähe war. Paul hatte zwar geschrieben, dass ich das probieren könnte, aber als ich es versuchte, hatten beide Hündinnen eine derartige Bürste aufgestellt, dass ich der Meinung war, dass man das nicht unbedingt für länger ausprobieren sollte. Jedenfalls nicht ohne Aufsicht und nicht, während ich hier die Verantwortung hatte. Nee, nee, ich wollte keine Beißerei haben. So kamen also alle in ihre angestammten Boxen und Edge war tagsüber draußen. Sie würde ich am liebsten auch in eine Box sperren, da sie alles zerriss, was ihr in die Fänge kam. Sie hatte schon einiges auf ihrer Liste. Fuhr nun also zu Alex und wir hatten eine wunderbare Stunde zusammen. Endlich mal wieder Fortgeschrittenenunterricht. Was eine Wohltat. Danach ging es in den Stall, wo ich nach einer kurzen Pause mit meiner nächsten Reistunde fort fuhr. Anschließend gab Tina für Emma und Molly Unterricht. Ich hatte mir gedacht, dass ich dann eines der beiden Pferde übernehmen und noch etwas reiten könnte heute, bevor Tom abends seinen Springunterricht geben würde. Aber zu schade, Pat wollte stattdessen die Halle glätten... Ok, ich nutzte die Zeit stattdessen, um Mack Sugar die Mähne zu verziehen. Nach dem Springen würde ich noch eine Stunde zu geben haben und wir aßen zwischen Springen und meinem Unterricht fix ein schnelles Abendessen, Hühnchen mit Reis. Vollgefuttert kugelte ich mich zum Unterricht und anschließend düste ich schnell wieder zurück zu den Hunden. Eine Hetzerei ist das. War aber alles wieder völlig ok bei den Hunden. Sie hatten keine Sauerei hinterlassen. Und wieder ging ich meine Runde mit Kodiak und fütterte den Rest der Meute. Es war eine sternenklare Nacht und man konnte einige Northern Lights am Himmel entdecken. Hier draußen waren sie viel stärker und besser zu sehen.

 

Da ich noch nicht wirklich müde war, schaute ich mir eine DVD an. Vom Yukon Quest von vor etlichen Jahren. Es war super witzig all die Checkpoints wieder zu sehen und eine Menge der Musher erkannte ich auch wieder, die dieses Mal dabei gewesen waren und hier auf der DVD noch Rookies waren! Rookie ist jemand, der das erste Mal am Rennen teilnimmt. Das war irgendwie echt süß zu sehen. So wurde es heute also wieder ziemlich spät bis ich mich wieder auf den Weg ins Bett machte. 
Dienstag, 26. März 2013... Und Ostern steht vor der Tür. Und das Wetter? Keine Änderung in Sicht. Jedenfalls nicht richtig. Es liegt immer noch meterhoch Schnee. Zumindest haben wir das Glück, dass fast täglich die Sonne scheint und wir keine -35°C mehr haben. Morgens so um die -18°C und dann wärmt die Sonne die Luft herrlich auf und wir haben meist um die -5°C. Sehr angenehm. Ich stand wie gewohnt gegen acht Uhr auf und versorgte die Hunde.

Herrlicher Morgen
Nachdem alle abgefüttert und rund und zufrieden waren, machte ich mir selber ein schnelles Frühstück in Form von Cornflakes. Zum Kaffee kochen war ich inzwischen schon zu faul. Für eine Tasse lohnt sich der Aufwand nicht wirklich.

 

 

Gegen Mittag machte ich mich dann wieder auf den Weg in den Stall, wo ich meinen unterrichtsfreien Nachmittag nutzen wollte, um selber zu reiten. Es war richtig schön im Sonnenschein zu fahren. So konnte man auch mal wieder einen Blick auf die Landschaft werfen, die auch hier einige nette Ansichten bietet.


Im Stall angekommen, nahm ich mir zunächst Mack und anschließend Norman vor. Norman hatte ich bisher noch nie geritten und war ziemlich gespannt, was mich erwarten würde. Er arbeitete eigentlich ganz gut mit, war aber super schief. Tja, das ist eine langwierige Trainingsgeschichte. Als ich fertig war, holten Pat und ich die Pferde rein. Um acht Uhr würde ich eine Reitstunde mit Carla haben, so dass wir vorher noch zu Abend aßen. Und drei mal dürft Ihr raten, was?! Naaa, jaaa, Steak. Ich werde noch zum totalen Fleischfresser... Bin ich wahrscheinlich schon längst. Nach dem Unterricht machte ich mich fix auf die Socken, damit die Hunde nicht länger als nötig warten mussten. Am Prelude Lake angekommen, gleich ins Haus gehetzt und Siku und Kodiak an ihre angestammten Plätze draußen angebunden. Ich ließ sie gleich draußen und nahm Kodiak mit in den Dog Yard, um das Fleisch für die Abendfütterung zu holen. Die Abendfütterung machte ich immer mit ihm zusammen, da ich fand, dass ihm ein bisschen Bewegung nach dem ganzen Tag in der Dog Box ganz gut tat. Allerdings wurde er immer fiter und stärker. Aber es wäre wohl ziemlich dumm einem Schlittenhund das Ziehen abzugewöhnen... So war alleine der kurze Spaziergang ums Haus langsam eine Herausforderung. Den Spaziergang runter zum See hatte ich auch nicht noch mal wiederholt. Das war einfach zu anstrengend mit zwei ziehenden Huskys. Und da war Kodiak noch schwach. Jedenfalls freute er sich immer einen Keks, wenn ich ihn mit nahm auf die kurze Fütterungsrunde. Siku hing dann immer eifersüchtig in ihrer Leine. Aber wie gesagt, mit zweien wollte ich nicht mal mehr ums Haus gehen. Als alle Hunde abgefüttert und zufrieden waren, ging ich an meine weiteren Pflichten wie Holz holen, Ofen anschmeißen, sauber machen. Und dann konnte ich mich aufs Sofa fläzen und Musik hören, meine Schriften vervollständigen und später ein Eis als Dessert einnehmen. Das wurde schon langsam zur Gewohnheit... War aber auch zu lecker. Ich schrieb und bearbeitete Fotos bis spät in die Nacht. Was sollte ich hier auch anderes machen?! Kein TV und die DVD´s waren zum größten Teil nicht so wirklich mein Geschmack. Aber ich war froh, dass ich die Zeit hier draußen im Busch sinnvoll nutzen konnte. Hatte noch genug Arbeit vor mir. Gegen ein Uhr ging ich dann zu Bett. Wo ich aber nicht allzu lange blieb, da die Hunde ein kleines Chaos in Form eines Rennens durchs Haus veranstalteten. Das ging zu weit, ich schnappte mir Kodiak und er durfte die Nacht in seiner Box verbringen. Wollte nicht die ganze Zeit hinter den beiden her rennen müssen. Und dann fiel ich in einen leichten Schlaf... 

Dienstag, 26. März 2013

Montag, 25. März 2013... Unglaublich. Nun steht schon Ostern quasi vor der Tür. Es war ein herrlich sonniger Tag. Ich machte mich am Vormittag auf zum Stall, nachdem ich die Hunde wie jeden Tag versorgt hatte. Edge hatte inzwischen voll Vertrauen gefasst und hörte richtig gut. Sogar Chance traute sich ein bisschen zu schnüffeln, wenn ich ihm Futter brachte. Es war so warm. Die Straßen waren komplett frei von Schnee und ich konnte diese Kiste normal fahren. Hatte mir vorgenommen heute ein paar Pferden die Mähne zu verziehen, wenn ich einen Verziehkamm finden könnte. Als ich gerade am Stall angekommen war, eröffnete mir Pat, das ich in einer halben Stunde meinen ersten Unterricht haben würde. Sie würde aber unten im Stall sein, wenn das Mädel ihr Pony fertig machen würde. Das war nett. So konnte ich noch schnell ein paar Telefonate erledigen und ein Nutella Brot essen. Dann ging´s an die Arbeit. Das Mädchen, Nev, hatte über den Winter in Edmonton Reitunterricht genommen und ihr Reitlehrer hätte ihr gesagt, dass sie quasi schon fortgeschrittene Reiterin wäre... Na super. Meistens weiß ich schon, was mich dann erwartet. So kam es auch. Sie konnte nicht wirklich striegeln, die Hufe hatte sie noch nie ausgekratzt und getrenst hatte sie auch noch nie im Leben. Den Sattel auflegen konnte sie, aber Länge der Steigbügel checken war auch wieder Fehlanzeige. Na, das ist doch wirklich ein fortgeschrittener Reiter, oder? So machten wir die Hälfte des Unterrichts zu einer Unterweisung in Satteln des Pferdes. Dann hatte sie noch zwanzig Minuten zum Reiten am Schluss.... Ich war aber so nett und überzog, damit sie wenigstens etwas zum Reiten kam. Aber auch das war wieder nicht sehr beeindruckend. Egal. War eine Anfängerstunde, nicht wahr?! Dann kam auch schon Nicole, die heute den Eindruck machte, dass sie gar nicht auf Reiten aus wäre. Sie fragte mich, ob ich ihr nicht ein paar Übungen an der Hand zeigen konnte... Ok, alles was sie wollte. So verbrachten wir die Stunde mit Bodenarbeit. Als nächstes kam Leah mit Springer. Sie hatte ihren Mann mitgebracht, der wieder fleißig filmen sollte. Zur Selbstschulung später. War für sie eine anstrengende, aber gute Reiteinheit. Nun machte ich mich noch mal auf die Suche nach einem Verziehkamm. Immer noch ohne Erfolg. Ich hatte die Nase voll und ging ins Haus, um Heartland zu gucken. Abends gab es Steak und Nudeln. Dann musste ich mich auch ziemlich bald auf die Socken machen, da die Hunde schon lange alleine waren. Wäre ja nicht schlimm, wenn sie draußen wären. Aber sie waren ja im Haus und ich wollte keine Missgeschicke weg putzen müssen. Düste dem Sonnenuntergang entgegen zurück zum Prelude Lake. Ließ die Hunde raus und fütterte sie. Kodiak war schon wieder richtig fit und sprang um mich herum, als ich ihn zum Pinkeln ums Eck führte. Diesmal war ich schlauer und fachte den Ofen an, während die Hunde noch draußen angebunden waren. Ist ja süß, wenn sie schmusen wollen, aber es ist echt nervig, wenn man versucht konzentriert etwas zu tun. Ich war gar nicht müde, so setzte ich mich an meinen Computer und arbeitete bis zwei Uhr nachts an meinen Aufzeichnungen und Fotos. So konnte ich den Ofen die ganze Nacht in Gang halten. Wie praktisch. Dauerte auch noch eine Weile bis ich einschlafen konnte. 

Sonntag, 24. März 2013

Sonntag, 24. März 2013: Würde heute um 11.30 Uhr Unterricht haben. So blieb heute nicht so viel Zeit für das Internet. Versorgte die Hunde und checkte kurz ein paar EMails. Witzig war heute, dass ich Kodiak´s Fressnapf nicht finden konnte, der noch heute Morgen, als ich Kodiak spazieren geführt habe, vor der Tür stand. Ich war mir sicher ihn dort gesehen zu haben. Nun konnte ich ihn beim besten Willen nicht finden und ich wollte doch füttern. So was. Ich holte aus dem Schuppen einen anderen Napf und wunderte mich nur, da ich mir das nicht erklären konnte. War doch alleine hier draußen… Oder?! Ich machte meine Runde mit dem Futtereimer und was fand ich im Dog Yard? Genau, den Fressnapf. Edge hatte ihn geschnappt und nach hinten gebracht. Nun sass sie davor und wartete auf ihr Frühstück. Das war ein klarer Hinweis, dass ihr der andere Napf, den ich vorher für sie benutzt hatte, nicht genehm war. Daraus hatte sie nämlich nicht gefressen. Jetzt verschlang sie ihr Futter. Ok, man lernt nie aus. Ich muss sagen, dieser Hund ist wirklich schlau. Danach machte ich mich auf den Weg zum Stall. Die Sonne schien wieder und es war wunderbar mild. Die Straßen waren größtenteils frei und sogar trocken. Das Fahren war wirklich ok. Kam um kurz vor elf an und musste leider feststellen, dass Tom mit seinem Springunterricht noch gar nicht begonnen hatte… Das war nicht so gut, denn Yrbah, meine Reitschülerin, wartete schon. Ich erinnerte Tom daran, dass ich in einer halben Stunde Unterricht hätte und er meinte, die Mädels würden nur schnell ein paar Sprünge machen. Ok, ich holte also erstmal Norman rein, damit Yrbah ihn fertig machen konnte. Aber das Springen zog sich etwas hin, so dass wir letztendlich erst um zwölf in die Halle konnten. Und um ein Uhr hätten wir wieder unser Lunch im Explorer. Das würde knapp werden. Wurde es letztendlich auch. Pat und Tom fuhren schon vor und ich kam gegen halb zwei nach. War noch genug Zeit sich am leckeren Buffett zu bedienen. War eigentlich eh nicht allzu hungrig. Saßen noch eine ganze Weile zusammen, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Während Tom und Pat in der Tierklinik bei Oskar, dem Graupapageien, vorbeischauten machte ich mich schon mal auf den Weg zum Stall. Das Wetter war herrlich. Die Sonne schien und es war richtig warm. Wäre toll gewesen irgendwas nettes zu unternehmen oder einfach zu reiten. Aber ich war so müde und antriebslos, wie die letzte Zeit eigentlich… Ich wollte nur schlafen. Ich wünschte mir wirklich meinen langen, erholsamen Schlaf zurück. Ich glaube, es wurde Zeit weiter zu ziehen. Müsste mal langsam ernsthaft zu planen anfangen. Jetzt legte ich mich aber erstmal in mein Bett, schrieb noch ein paar Zeilen und schlief dann für eine Stunde. Da ich heute so früh aufgebrochen war, konnte ich nicht so lange bleiben heute, da die Hunde ja wieder raus mussten. Pat und Tom mussten noch mal los, da Tom einen Notfall hatte. Ich verabschiedete mich schon jetzt, da ich sicher war, dass ich weg sein würde, wenn sie zurück kämen. Pat meinte, was denn mit Supper wäre?! Ich antwortete, dass ich echt nicht hungrig war. Sie meinte, dann sollte ich wenigstens eine Mango und eine Banane mitnehmen. Oder Brot und Nutella! Ha, sie wusste, was ich mochte. Ich entschied mich für das Obst. Schaute noch einen Moment "Heartland", bevor ich mich immer noch im schönsten Sonnenschein Richtung Prelude Lake aufmachte. Die Straße war frei von Schnee und sogar größtenteils trocken, so dass ich mit diesem Auto quasi normal fahren konnte. Wie angenehm. Da es noch so herrlich draußen war und ich heute eigentlich nur rum gschlumt hatte, wollte ich mit den Hunden runter zum See gehen. Ich schnappte mir also Siku und Kodiak und machte mich auf den Weg. Leute, man sollte sich vorher überlegen, ob man mit Schlittenhunden spazierengehen möchte… Keine gute Idee! Was erwartet man aber auch von Hunden, die zum Ziehen gemacht sind?! Jedenfalls war es für mich ziemlich anstrengend. Hätte ich Skier gehabt, hätte es glatt Spaß machen können. Aber die Hunde waren happy, endlich mal Abwechslung und vor allem etwas Bewegung. Kodiak sah auch schon viel besser aus. Sein extrem geschwollenes Hinterbein war schon fast auf Normalgröße zurück gegangen. Als ich nass geschwitzt wieder am Haus ankam, band ich beide an ihre Türen und reinigte die Anbindeplätze und holte anschließend Fleisch für das Hundeabendessen aus dem Futterschuppen. Da es heute echt warm gewesen war, war das Fleisch schon leicht angetaut. Ich fragte mich wirklich, wie sie das imm Sommer handhaben… Solche Massen an Fleisch kann man ja gar nicht im Gefrierschrank unterbringen. Würde das bei Gelegenheit mal fragen. Während die Hunde fraßen, schippte ich ein wenig Schnee und füllte das Feuerholz wieder auf. Der Ofen verschlang ganz gut Holz. Wenn das so weiter gehen würde, würde ich den ganzen Holzvorrat aufbrauchen. Da den ganzen Tag die Sonne geschienen hatte, musste ich bisher nicht den Generator für Strom starten. Würde wahrscheinlich heute Nacht wieder ausfallen. Nachdem alle abgefüttert und ausgeführt waren, kümmerte ich mich um mich selber. Ich machte erstmal Feuer an, wobei ich Kodiak wieder ziemlich eindringlich klar machen musste, dass jetzt keine Zeit für Schmuserei ist. Das machte ich danach. 

Kodiak und Siku
Schmuste also mit den beiden Hundis. Edge war noch immer draußen unterwegs. Würde sie nachher rein holen. Jetzt machte ich mir für mein Abendessen einen herrlichen Obstsalat und ein Glas Wasser direkt aus dem See. 

Mein Abendessen
Es war inzwischen halb acht. Ich machte es mir auf dem Sofa gemütlich und schrieb Tagebuch. Hatte noch genug nachzuholen. Schaffte aber auch noch ganz gut etwas. Als kleinen Snack gönnte ich mir noch eine kleine Portion Eis. Nervennahrung für die viele Schreib- und Erinnerungs- und Denkarbeit. 


Da die Hunde ganz gut was verdrückt hatten heute, musste ich später noch mal mit ihnen raus. Oder besser, mit Kodiak. Siku band ich einfach an die Tür. Sie war das gewöhnt aus ihrer eigenen "Lazarettzeit". Dann machte ich es mir wieder auf dem Sofa bequem. Fühlte mich hier wohler.