Sonntag, 12. Mai 2013

TGIF!!! Hahaha, für mich eigentlich kein Unterschied, denn jeder Tag ist irgendwie gleich. So fing ich am heutigen Freitag, den 10. Mai 2013, wieder richtig früh an zu arbeiten. Um 6.30 Uhr saß ich auf dem ersten Pferd, Norman. 

Aufwärmen
Nachdem ich nun zwei Tage nicht früh aus dem Bett gekommen war, wollte ich den Morgen etwas entspannter starten. So fiel die Entscheidung auf Norman, da es immer wieder einfach nur Spaß macht ihn zu reiten. Arbeiteten fröhlich vor uns hin und ich stellte fest, dass es mit ihm offensichtlich möglich sein würde in die Piaffe zu kommen… Er bot es nach kurzem Fragen an. Wow, das wäre ja was. Ich mein, er hatte momentan wirklich nicht die entsprechende Muskulatur, aber wenn der Wille schon mal da war, war das ein Anfang. Ich fragte mich, ob ich ihn in der Zeit, die mir hier verblieb so weit trainiert bekommen würde, dass wir wirklich in eine kurze Piaffe kommen könnten. Ich würde das im Auge behalten. 


Nach einer Stunde Arbeit mit Norman war ich schon ziemlich durch, aber ich machte mir anschließend gleich Mack fertig. Jason und Abbey waren inzwischen auch da und brachten schon mal die anderen Pferde raus. Mack war auch wieder ganz gut. Nicht vergleichbar mit Norman, aber auch er machte wieder Spaß. Nun war ich wirklich geschafft. Ich brachte Mack in seine Box und gab ihm ein wenig Heu zum Frühstück. Nun war noch Mickey an der Reihe, mein neues Sorgenprojekt. Das erste Mal, als ich hier in Yellowknife strandete, machte es richtig Spaß Mickey zu reiten. Ich denke, das erwähnte ich schon mal… Aber jetzt war es einfach nur schrecklich und es gab nur sehr wenige Reiter, die noch mit ihm zurecht kamen. So hatte ich mir vorgenommen ihn vom Boden zu arbeiten. Nachdem ich ein so positives Feedback von Czar´s neuer Reiterin bekommen hatte, war ich ganz enthusiastisch. Ich wusste zwar, warum ich Pferde auf diese Weise arbeite, aber es war doch mal ein richtig guter Push zu hören, dass die Arbeit auch wirklich Früchte trägt. So hatte ich die Hoffnung, dass ich Mickey auch wieder auf den Weg bringen könnte, wenn ich ihn fünf bis sechs mal die Woche arbeiten würde. Ich war schon ganz gespannt. Heute war aber erst die zweite Session, so dass ich mich noch ein wenig gedulden musste bis ich vielleicht erste Verbesserungen erkennen können würde. Aber auch heute schon war er im Vergleich zu gestern um einiges besser. Er verstand die Handwechsel an der Longe schon ziemlich gut und er reagierte sehr gut auf Körpersprache. Auch die Seitengänge waren heute klarer und er nicht mehr ganz so nervös. Er begann langsam das ganze System zu verstehen, wenn er auch noch oft nachfragte. Mit Travers hatte ich aber noch nicht angefangen. Ich wollte ihn erst ein wenig sicherer in all den anderen Sachen haben, bevor ich wieder was neues hinzu fügte. Hatte sowieso ziemlich früh viele Lektionen auf einmal gestartet. Aber es war ok. Nachdem ich Mickey dann eine Dreiviertel Stunde gearbeitet hatte brauchte ich eine Pause. Ich war kaputt. Ich brachte ihn raus in die Sonne, die heute wieder herrlich schien (auch wenn der Wind eisig war) und ging nach einem Schnack mit Jason und Abbey ins Haus, um was zu frühstücken. Tom war schon zur Arbeit in die Klinik gefahren und Pat räumte im Haus. Ich machte mich frisch und machte mich dann auf den Weg in die Stadt, wo ich zum Lunch verabredet war. Auf dem Weg brachte ich noch Recycling weg. Es war so herrlich in der Sonne, wo man windgeschützt sitzen konnte. Aber wo der Wind blies, war es wirklich kalt. Zu schade. Ich sehnte Wärme herbei. Ich hatte heute keine weiteren Reitstunden zu geben und die Pferde hatte ich am Morgen gearbeitet, so dass ich für den Rest heute frei hatte. So war Zeit, dass ich mich mit Paul auf eine Kaffee treffen konnte. Er hatte heute früher Feierabend und wir fuhren in die Stadt zum See, wo wir in der Sonne saßen, schnackten und das Treiben auf dem noch zugefrorenen See beobachteten. Es war ganz schön rege da draußen. Da waren Kitesurfer mit Skiern, Radfahrer(!), Snowmobile, ein Auto und ein Dog Team! Wir konnten aber auf die Entfernung nicht erkennen, wer das war. Da es helle Hunde waren, waren wir aber sicher, dass es nicht Dyan war, da ihre Hunde größtenteils schwarz, bzw. dunkel waren. Ich meinte nach einer Weile, ob das denn noch sicher wäre auf dem Eis, da an den Rändern nun offensichtlich doch schon offenes Wasser zu sehen war. Paul meinte, dass in der Mitte des Sees das Eis noch vier Fuss dick wäre, was ausreichend war. Das Problem in dieser Jahreszeit war nur, dass es schwierig wurde auf das Eis zu kommen, da eben die Übergänge vom Land dahin schmolzen. Ich war mir nicht sicher, ob ich noch auf´s Eis gehen wollen würde. Er erklärte, dass das Eis normalerweise bis Mitte Juni bleiben würde. Wenn es anfangen würde zu tauen, dann wäre eine Wasserschicht auf dem Eis und man hätte das Gefühl auf dem Wasser zu fahren oder zu gehen. Später würde das Eis Risse bekommen, wodurch das Wasser wieder von der Oberfläche verschwinden würde. Es wäre aber immer noch möglich auf dem Eis zu sein. Und später würde es dann langsam dahin schmelzen. Ok, ich glaubte das mal so. Ich mein, ich hatte nun wirklich überhaupt keine Erfahrung mit so dickem Eis. In Deutschland konnte man ja froh sein, wenn es mal länger kalt blieb, dass man überhaupt auf einen zugefrorenen See gehen konnte. Als ich am Stall zurück war, war es inzwischen auch schon Abend geworden. Ich ging mit Pat zum Außenplatz, um ein wenig beim Springunterricht zu zu schauen. Emma und Sydney ritten. Elisabeth und ihr Verlobter Dale kamen auch noch kurz vorbei, so dass ich nun auch den Sohn zu dem netten Ehepaar Dennis und Sharon aus Breton kennenlernte. Elisabeth hatte mit Pat zu besprechen, was weiter mit ihrem neuen Pferd Zorro geschehen sollte. Bisher war er tagsüber in einem Paddock alleine gewesen, da es mit einigen anderen Pferden nicht hin gehauen hatte. Nun wollten sie probieren, Zorro mit Dusty in ein Paddock zu lassen. Morgen sollte es geschehen. Ich ging dann noch auf einen kleinen Spaziergang mit Pat, bevor wir die Pferde rein brachten und fütterten. Da ich nicht wirklich hungrig war, aß ich zum Abendessen nur eine Schüssel Cornflakes. Pat meinte, ich würde selber noch zu einem Cornflake werden, da ich so viel davon aß. Und nach längerer Zeit kam dann doch mal wieder der Wodka auf den Tisch. Oh, oh! Pat verabschiedete sich nach einer Weile ins Bett und ich saß noch mit Tom und wir tranken den ein oder anderen Shot. Um ein Uhr war Tom auf dem Stuhl eingeschlafen und ich hatte auch genug intus, so dass ich ins Bett wankte. Puh, das war erstmal wieder genug Wodka für die nächste Zeit. Besonders, da morgen ein voller Terminplan anstand. Ich fiel in mein Bett und schlief sofort ein. 

Der Donnerstag, 9. Mai 2013, startete schon wieder nicht so früh für mich. Denn ich kam einfach  nicht aus dem Bett. Ich war eigentlich um fünf Uhr wach, so dass ich locker hätte zwei bis drei Pferde gearbeitet haben können, bevor der Stalldienst anfangen würde. Aber dann dachte ich, ach, zwei Pferde sind auch genug, bleib mal noch ein Stündchen liegen. Nach einer Stunde dachte ich dann, ach, ein Pferd ist auch ausreichend, bleib mal noch liegen. Ja, um acht war dann klar, dass ich heute Morgen keine Pferde reiten würde. Verschob das auf den Nachmittag. Würde das irgendwie zwischen meine und Elisabeth´s Reitstunden quetschen. So schlief ich also heute mehr oder weniger aus. 

Tulip geniesst die Sonne
Um elf Uhr machte ich mich auf den Weg in die Stadt zum Lunch. Brachte Pat auf dem Rückweg noch einen Chai Tea Latte vom Javaroma mit. Wurde schon fast zur Gewohnheit. Dann arbeitete ich also Mickey an der Longe, nachdem ich gestern mit Elisabeth über Mickey´s Trainingszustand gesprochen hatte. Ich sagte, dass ich ihn eigentlich überhaupt nicht mehr im Unterricht einsetzte, da ich keinen Reiter hätte, der mit ihm klar kam. Auch Elisabeth hatte nur zwei Reiter, die ihn irgendwie händeln konnten. So hatte ich mir vorgenommen nun mit Mickey mit Longen- und Bodenarbeit anzufangen. Ja, und es war offensichtlich, dass da eine Menge Arbeit auf mich wartete. Ich hielt diese Einheit also ein wenig kürzer, um ihn nicht zu überfordern. 

Mickey
Dann war der Tag auch schon größtenteils um. Ich half nach Elisabeth´s Unterricht noch die Pferde rein holen, was ziemlich schnell ging heute, da ein Großteil der Pferde schon im Stall war, da sie zum Unterricht gebraucht worden waren. Nach einer Schüssel Cornflakes haute ich mich ins Bett. 
Der Wodka hatte seine Wirkung. Ich stand heute Morgen, 8. Mai 2013, erst spät auf. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen wieder um halb sieben oder so im Stall zu sein, da ich Cimmaron heute reiten wollte. Aber als ich gegen sechs Uhr aufwachte stellte ich fest, dass ich noch ziemlich einen im Tee hatte und es bestimmt keine gute Idee sein würde in dem Zustand auf´s Pferd zu klettern. Besonders nicht auf einen vierjährigen Hengst, der seit einiger Zeit nichts gearbeitet hat. Cimmaron ist ein toller Kerl, aber letztendlich ein junges Pferd. So beschloss ich einfach noch ein wenig meinen Rausch auszuschlafen und dann nachmittags zu reiten. Aber der Tag glitt einfach so dahin. Highlight war wieder mein Lunch in der Stadt und abends hatte ich die ein oder andere Reitstunde zu geben. Meine Güte, war ich müde. So ist heute nicht viel zu berichten. Ich verschlief den Rest des Tages zwischen meinem Lunch und den Reitstunden. War aber ok. Kann man mal haben. Und heute wollte ich auf gar keinen Fall Wodka trinken. So verzog ich mich sehr früh in mein Zimmer und ging auch wirklich früh ins Bett. 
Am Dienstag, 7. Mai 2013, schaffte ich es tatsächlich wieder früh aus dem Bett. Es war eigentlich immer recht einfach, da die Sonne jeden Tag schien. Und es war so schön ruhig im Stall morgens. Ich konnte ganz für mich arbeiten. Das mochte ich. War ja schon ganz verwöhnt, dass es mir anstrengend erschien, wenn nur ein weiterer Reiter mit in der Halle war. Allerdings reichte meine Energie heute nur für Java und Mack. 

 

Norman würde heute eh in den Reitstunden eingesetzt werden, so dass ich ihm heute frei gab. Wollte auch wieder mit Cimmaron, dem jungen Friesen, anfangen zu arbeiten, aber Tom hatte gesagt, dass er ihn heute reiten oder fahren wollte. Da Cimmaron schon länger nichts gemacht hatte, wollte ich ihn dann nicht auch noch reiten. 

Mack
Anschließend half ich Pat und Abbey noch ein wenig beim Boxen ausmisten. So konnten Abbey und ich noch weiter schnacken. Um kurz vor elf stellte ich erschrocken fest, dass es schon spät war und sprintete ins Haus, um mich umzuziehen. War wieder zum Lunch in der Stadt verabredet. Am Nachmittag genoss ich die herrlich warmen Sonnenstrahlen, genau wie die Hunde und die Pferde. Alle genossen das schöne Wetter. Wenn nur nicht der kalte Wind wäre... 





















Dann musste ich mich wieder aufraffen zu meinen ersten Reitstunden. Aber ich freute mich drauf und war neugierig, was die Reiterlein so vergessen hatten oder ob sie was dazu gelernt hatten. War letztendlich ganz ok. Abends half ich Pat und Tom die Pferde rein holen und füttern. Zu dritt war es wirklich eine recht schnelle Sache. Nur eine Stunde. 

Pferde rein holen

Wir gingen gegen halb elf dann ins Haus und ich aß noch eine Kleinigkeit. Und da Tom sich heute besser fühlte kam als Begrüßung der Wodka auf den Tisch. Oh je, den hatte ich nicht vermisst. Ok, ich sagte, dass ich einen als Begrüßungsdrink trinken würde. Aus einem wurden dann doch einige mehr und ich wankte um Mitternacht in mein Bett. Der Wodka war Gott sei Dank nun alle! Ich schlief sofort ein. 
Der Montag, 6. Mai 2013, begann früh. Ich war schon ganz heiß auf´s Reiten. So fing ich morgens gleich mit drei Pferden an... Muss man ja nicht gleich übertreiben. Ich saß um kurz vor sieben Uhr auf dem Pferd. Es war noch richtig kalt draußen, der Winter ließ Yellowknife noch nicht los. Auch wenn der Schnee zum größten Teil schon geschmolzen war. Die Seen waren noch gefroren und die Leute hier waren am Wochenende noch fleißig mit ihren Snowmobilen unterwegs gewesen. Schien noch möglich zu sein. Ich ritt also zuerst Java, dann Norman und Mack. Danach war ich so geschafft, dass ich nicht noch ein viertes Pferd schaffte. Während ich so in der Halle war, kam Abbey zur Arbeit, die ganz ungläubig über´s Hallentor lugte und fragte: "Katinka? It´s you? What are you doing here? I thought, you werde gone!" Jaaa, das war ich auch, aber ich war zurück. Immer wieder unglaublich, aber wahr. Irgend etwas schien mich hier anzuziehen. Abbey war jedenfalls überglücklich und wir drückten uns erstmal herzlich. Dann musste ich auf´s Pferd und sie an die Arbeit im Stall. Später kam noch Pat dazu. Sie hatte die nächsten drei Tage Stalldienst. Nachdem ich also die drei Pferde geritten hatte musste ich eine Pause haben. Ging zum Frühstück ins Haus und packte mich anschließend ins Bett und hielt einen Nap. Um zwölf war ich zum Lunch mit Paul verabredet. Musste ihm doch auch mitteilen, dass ich wieder da war. Dauerte eine Weile bis ich den vereinbarten Treffpunkt gefunden hatte. Ich war schon mal hier gewesen, aber mir war nie bewusst gewesen, dass Yellowknife eine City Hall hat, wo der Zahnarzt ist, die Schule, usw. War interessant. Hatte wieder einiges über die Stadt gelernt. Freute mich jedenfalls riesig Paul wieder zu sehen und wir hatten uns eine Menge zu erzählen und die Pause war kurzweilig. Er verabschiedete sich dann wieder zur Arbeit und ich ging noch ins Javaroma, um einen Mocca zu trinken und an meinem Blog zu arbeiten. Saß eine ganze Weile in dem Café bis mein Akku leer war. War inzwischen früher Abend und ich fuhr zurück zum Stall, wo Pat schon Abendessen zubereitete. Elisabeth hielt ihre Reitstunden. Ich war ziemlich müde und verschwand nach einer Weile in mein Zimmer, wo ich noch ein wenig Musik hörte und darüber einschlief. 

Mittwoch, 8. Mai 2013

Wir alle schliefen heute, am Sonntag, den 5. Mai 2013, aus. Um halb elf hatte Tom seine Springstunde zu geben. Pat war noch im Bett und ich machte mich an den Abwasch, der aufgrund Pat´s und Tom´s Unwohlsein etwas liegen geblieben war. Elisabeth führte gerade ihr neues Pferd, Zorro, draußen herum. Pat war inzwischen auch aufgestanden und fragte, was ich von Zorro halten würde. Ich stand an der Verandatür und schaute nach draußen. Elisabeth entdeckte mich und schaute ein wenig ungläubig drein. Ich ging raus und sie musste lachen. Sie konnten mich einfach nicht los werden hier. Auch Kim und Sydney kamen gerade um die Ecke und waren total erstaunt mich hier zu sehen. Was für eine Überraschung. Wenig später musste ich runter zur Halle, um Tom mitzuteilen, dass er einen Notfall in der Klinik hatte. Die Springstunde war also vorüber, bevor sie richtig angefangen hatte. Da es heute aber eh nur Sydney war, war es vielleicht nicht ganz so schlimm. Während sie auf einen Trailride ging stattdessen, unterhielt ich mich mit Tenice, ihrer Mutter. Sie waren ebenfalls sehr froh über meine Rückkehr und Sydney wollte auf jeden Fall Unterricht haben. Das war doch gut. Als Tom zurück kam, fuhren wir ins Explorer Hotel zum allwöchentlichen Brunch. Gill, Linda und ihre Tochter Kenya kamen später auch noch dazu. Gill war total erstaunt mich hier zu sehen und meinte, dass das aber ein kurzer Trip gewesen wäre. Ja, was sollte ich dazu sagen? Ich konnte es selber nicht erklären. Wir genossen das Essen und anschließend war eine kleine Mittagspause zur Verdauung angesagt. Was sonst. Ich schrieb noch eine Weile mein Tagebuch, schlief darüber aber doch ein. Abends gab es Pizza zum Abendessen. Ich war immer noch so voll gefuttert, dass ich nur ein Stück aß. Ich ging später noch runter in den Stall und half Kim und Marc beim Pferde rein holen. Außerdem hatte ich auch noch einen netten Schnack mit den Beiden. Ich schaute dann noch ein wenig TV, bevor ich mich ins Bett verzog. Tom und Pat pflegten schon eine Weile ihre Grippe und lagen im Bett. 


Montag, 6. Mai 2013: Ich stand früh auf, kurz nach sechs Uhr. Ich hatte mir vorgenommen, ein paar Pferde zu reiten. So fing ich mit Java an und nahm mir anschließend Mack vor. Abbey kam zur Arbeit und lugte über das Hallentor. Dann kam ein ungläubiges:"Katinka? You are back?!" Sie konnte es gar nicht glauben. Noch völlig verwirrt machte sie sich an die Arbeit und ich schwang mich auf Mack. Der war heute mal wieder richtig gut. Anschließend war noch Norman an der Reihe, dessen Arbeit etwas leichter ausfiel, da ich schon ziemlich geschafft war. Ohne Frühstück drei Pferde reiten, das zehrte. Ich musste also erstmal was frühstücken. Pat war inzwischen auch im Stall zur Arbeit und Tom war in der Klinik. Ich aß zwei Brötchen und trank einen Kaffee. Das tat gut. Pat verschwand kurz später mit dem großen Truck und kam mit Tom wieder. Keine Ahnung, wo das kleine Auto abgeblieben war. Ich machte mich dann erstmal frisch und fuhr gegen Mittag in die Stadt, um mich mit Paul zum Lunch zu treffen. Während er sich wieder an die Arbeit machte, ging ich ins Javaroma, trank eine Mocca und frischte meine Blog mit Fotos auf. War einiges liegen geblieben die letzte Zeit. Nachmittags fuhr ich zurück zum Stall und legte eine kleine Mittagspause ein. Das musste einfach sein. War von meiner morgendlichen Körperertüchtigung noch ganz geschafft. Am frühen Abend holte ich mit Pat einige Pferde rein, die Elisabeth für ihren Unterricht benötigte. Dann fütterten wir die Pferde draußen mit Heu und ein paar Leckerlies, die wir quer über die Paddocks verstreuten, damit die Pferde was zu tun hatten. Bevor die Reitschüler kamen, verzog ich noch Sugar´s Mähne, was ihr gar nicht gefiel. Wer schön sein will, muss leiden. Dann kamen die ersten Reitschüler und auch Elisabeth, mit der ich mich eine Weile unterhielt bis sie in den Unterricht musste. Ich saß noch eine Weile draußen in der Sonne und genoss die wärmenden Strahlen. Als sich ein paar Wolken vor die Sonne schoben, ging ich ins Haus und schnackte mit Tom und Pat. Wir wärmten uns die restliche Pizza von gestern zum Abend auf. Ich war eh nicht hungrig, so dass das mehr als genug war. Tom musste wieder zur Arbeit, ein Notfall. Pat und ich schauten derweil nach günstigen Flugtickets. Musste mich ja langsam auch darum kümmern. Kurz nach neun Uhr wurden die Pferde rein geholt und dann ging es ab ins Bett. Morgen früh wollte ich wieder früh raus. So spielte ich noch eine Weile Solitär bis ich einschlief. 

Samstag, 4. Mai 2013: Die Sonne weckte mich und es war auch nicht mehr so kalt. Ich machte mich wieder mit neuer Energie ans Werk. Jetzt hieß es, ein kleines Loch zu buddeln, damit ich den Wagenheber an entsprechender Stelle positionieren konnte. Blieb mir ja nichts anderes übrig. Ansonsten könnte ich hier wohl versauern. 

Frisch ans Werk
In dem Moment war ich dankbar, dass ich den Platten auf der Gravelroad und nicht auf der asphaltierten Straße bekommen hatte. Andererseits hätte ich auf Asphalt wahrscheinlich gar keinen Platten gekriegt. Jedenfalls klappte alles hervorragend und der Reifenwechsel war eine kurze Sache. Anschließend alles ins Auto gepackt und im Schritttempo los gefahren. 

Well done
Es waren wirklich so große Brocken auf der Straße, dass ich nicht noch mal einen Platten riskieren wollte. Denn dann hätte ich wirklich  ein Problem. Nach einiger Zeit überholte mich ein großer Truck und ich empfand ein wenig Erleichterung, dass ich offensichtlich doch nicht komplett alleine unterwegs war. Dennoch fuhr ich brav langsam weiter. Als die Straße wieder etwas besser wurde steigerte ich mein Tempo vorsichtig bis ich später wieder ungefähr 70 km/h fuhr. Laut Karte waren es noch über 200 km bis ich den McKenzie Highway hinter mir lassen würde und es sah so aus, dass er komplett Gravel sein würde. Die Strecke würde sich wohl ziehen heute. War so gegen acht Uhr los gekommen und rechnete damit, dass ich in diesem Tempo erst gegen Abend in Yellowknife eintreffen würde. Aber ich war ja nicht in Eile, gell?! Auf der gesamten Strecke kamen mir noch mal drei oder vier Trucks entgegen. Alle in einem Höllentempo. Fragte mich, wie viele Ersatzreifen die wohl dabei hatten. 

 

Ich war überglücklich als ich irgendwann die Abzweigung nach Yellowknife und somit asphaltierte Straße erreichte. Ich stieß einen Freudenschrei aus. Ich machte einen kurzen Stopp und füllte meinen Tank mit dem Benzin aus dem Ersatzkanister auf. Würde noch locker bis Fort Providence kommen, aber ich wollte nicht mehr als nötig dort tanken, da es unglaublich teuer war im Vergleich zum Süden. 1,42$ pro Liter. In Alberta hatte ich 1,19$ bezahlt. In Fort Providence angekommen, tankte ich also und kaufte mir einen Zimtschnecke und einen Kaffee, den ich in der Sonne stehend genoss. Danach musste ich erstmal einen kleinen Mittagsschlaf einlegen. War ziemlich geschafft. Dann ging es weiter. Immer weiter Richtung Norden. Ich sah ausser ein paar Ptarmigans kein Wildleben. Keine Büffel, keine Bären, keine Elche… Nichts. Und es war erstaunlich ruhig auf der Straße. Normalerweise verkehren hier eine Menge großer Trucks, aber heute war es irgendwie anders. Ich war froh über jedes Auto, dass mir entgegen kam. Gegen späten Nachmittag trudelte ich endlich in Yellowknife ein. War schon ganz aufgeregt. Was würden Tom und Pat sagen? Hatte die letzten Tage ja kein Internet mehr gehabt, so dass ich nicht wusste, was sie evtl. auf meine letzte EMail geantwortet hatten. Tom war offensichtlich zur Arbeit, da das Auto nicht da war. Als ich die Autotür öffnete, stürmte die ganze Hundehorde auf mich los und ließ mich gar nicht aussteigen. Sie sprangen geradezu in den Jeep, um mich zu begrüßen. Sie freuten sich jedenfalls schon mal. Im Haus konnte ich niemanden finden, so ging ich in den Stall und schaute in die Halle. Carla war gerade mit Norman fertig. Als sie mich am Tor entdeckte, war sie zunächst sprachlos vor Freude. Dann fand sie ihre Stimme wieder und meinte, ich sollte sofort in die Halle kommen und ihre einen herzlichen Drücker geben. Sie war oberhappy und wir machten sofort die nächsten Reitstunden aus. Wir schnackten noch eine ganze Weile und dann ging ich wieder zum Haus und rief nach Pat. Sie musste wohl doch irgendwo hier sein. Sie kam aus dem Schlafzimmer und konnte es gar nicht fassen, dass ich es war. Sie war immer noch krank, so dass sie sich bald wieder hin legen musste. Ich kam stattdessen nach oben und wir unterhielten uns dort. Sie war wirklich froh, dass ich zurück war und meinte, dass sie gerade vor zwei Tagen zu Tom gesagt hatte, dass sie das Gefühl hatte, dass ich auf dem Weg nach Yellowknife wäre. Sie ist manchmal etwas unheimlich, was solche Dinge angeht. Dann kam kurz später auch Tom nach Hause. Als er mich oben an der Treppe entdeckte hellte sich sein Gesicht auf und er fragte ganz erstaunt, was ich hier machen würde. Wo ich her kommen würde und wie und überhaupt. Das war so süß. Sie freuten sich alle wirklich sehr, dass ich zurück war. Das war ein gutes Gefühl. Beide waren immer noch ziemlich mitgenommen von der Grippe, so dass sie sich bald ins Bett verabschiedeten. Ich machte mir ein paar Brote, da ich die letzten Tage ja mehr von Schokoriegeln gelebt hatte. Da es noch früh war, machte ich mich noch mal auf den Weg in die Stadt. Wollte ins Javaroma und meine EMails checken. Ich hatte Glück, heute Abend war sogar Live Music. Und gar nicht mal schlechte. So saß ich bis zehn Uhr im Café, genoss die Musik und schriebe meinen Blog. Dann fuhr ich zurück zum Stall. Ich war ziemlich durch und freute mich auf mein Bett. Pat gab mir noch Bettwäsche, bevor sie sich ins eigene Bett verabschiedete. Ich ging noch unter die Dusche und ging dann auch ins Bett. Dauerte eine Weile bis ich einschlafen konnte, da es noch immer hell war.