Montag, 27. Mai 2013

Der Wecker ging heute, am 23. Mai 2013, um halb sieben. Ich schwang mich einigermaßen frisch, fromm, fröhlich, frei aus dem Bett. Hatte letzte Nacht eine kleine Schlafpause gehabt, da um drei Uhr morgens Griff meinte, er müsste irgend etwas draußen verbellen. Toll. Ich lag eineinhalb Stunden wach und drehte Däumchen. Bzw. ich spielte Solitär und schrieb ein paar Notizen nieder, usw. Sehr spannend. Es war noch einigermaßen dunkel draußen und ich wollte die Zeit eigentlich mit Schlafen nutzen, denn es würde bald eh hell werden. Ich schlief dann auch gegen halb fünf oder so wieder ein. Die Sonne schien schon herrlich ins Zimmer als mein Wecker ging. Es sollte heute sehr warm werden. Das würde ich doch sehr willkommen heißen nach dem gestrigen Schneeeinbruch. Ich machte mir ein Sandwich und packte etwas Obst und etwas zu trinken ein. Pat war auch schon auf. Sie wollte O.B. One putzen, bevor sie auf die Koppel kam. Ich verabschiedete mich und fuhr erstmal Richtung Stadt, da ich mir einen schönen morgendlichen Mocca gönnen wollte. Aber weit gefehlt, die Idee hatten natürlich alle Arbeitenden gleichermaßen, so dass eine lange Schlange vor jedem Fast Food Restaurant anstand. So würde das wohl nichts werden. Hatte nämlich keine Lust noch eine halbe Stunde hier zu warten. So fuhr ich also ohne Frühstück Richtung Prelude Lake und weiter zu den Cameron Falls. Die Straße wurde ziemlich griffig. Dieselbe Art Schotter, die letztes Mal meinen Reifen aufgeschlitzt hatte. So blieb also nur langsam fahren. Kam aber doch etwas ins Schwitzen. Beim Parkplatz angekommen, packte ich meinen Rucksack und machte mich auf den Weg zu den Wasserfällen. Es war ein netter, kleiner Hike. Nach meinem Geschmack hätte er ruhig etwas länger sein können… Ich kam schon nach ungefähr zwanzig Minuten beim Aussichtspunkt an. Es war atemberaubend. 


Ich glaube, ich hatte die beste Jahreszeit getroffen, um die Cameron Falls zu besuchen, denn es war noch einen dicke Eisbrücke über dem Wasserfall gespannt. Darunter rauschte das Wasser zu Tal. Die Cameron Falls sind nicht sonderlich beeindruckend, da sie nicht sehr groß sind, aber für Yellowknife ist es hier eine wirklich schöne Umgebung. 


Viele Bäume und man hat einen weiten Blick über den Prelude Lake, der wirklich riesig ist. Ich machte es mir eine ganze Weile gemütlich und aß meine mitgebrachten Leckereien. Ich lag in der Sonne und träumte vor mich hin. Da es gestern Nacht wieder gefroren hatte, hielten sich die Moskitos in Grenzen. Ich konnte das Wetter und meine freien Tag also in vollen Zügen geniessen. 


Am späten Nachmittag machte ich mich über die Gravelroad auf den Rückweg. Nun lechzte ich aber nach einem Mocca. Fuhr also nochmals bei Tim Horton´s rum und bekam meinen Mocca und dazu einen Cookie. Damit verzog ich mich an den nächsten See und genoss meine Kaffeepause. Dazu hörte ich Musik von Steve Earle. Es war so schön warm in der Sonne... Und auf dem See war noch eine dicke Eisschicht, was der ganzen Szenerie einen gewissen Surrealismus verlieh. 

 

Wieder am Stall angekommen, half ich Pat beim Heu füttern und schaute mir eine Wunde an, die sich Sammy irgendwie am Buggelenk zugezogen hatte. Sah aus wie ein Schnitt. Aber wie das immer so ist mit den Pferden, es war einfach nicht herauszufinden wie er das hingekriegt hatte. Ich holte Halfter und Strick und brachte ihn zum Stall, wo ich die Wunde reinigte. Sie war nicht sonderlich tief, so dass es nicht allzu schlimm zu sein schien. Danach brachte ich ihn wieder nach draußen und fuhr mit Pat und Tom mit der Kutsche über die Trails. Summer und Thyme, die Tennessee Walker waren angespannt und heute sehr lauffreudig. Tom fuhr ziemlich flott heute und ich musste mich doch konzentriert fest halten. Tina fuhr die erste Runde mit und anschließend einer der Väter der Kids, die gerade im Unterricht mit Elisabeth waren. Zum Abschluss fuhren dann Tom, Pat und ich in die Sandpits. Mit allen Hunden im Schlepptau… Sogar Griff hatte sich dem Trupp angeschlossen. Das erste Mal dieses Jahr. Wie er das machte mit drei Beinen…. Unglaublich. Da Tom um acht Uhr nochmal in die Klinik musste, fuhr ich mit Pat die Pferde trocken und half ihr anschließend beim Ausspannen. Hatte mich, während Tom und Pat die Pferde fertig gemacht hatten, mit dem tropfenden Wasserschlauch im Stall beschäftigt. Den rollte ich jetzt erstmal wieder auf. Wollte morgen sehen, ob ich ein paar neue Schellen besorgen konnte. Heute machte es keinen Sinn, den Schlauch irgendwie zu reparieren. Pat und ich gingen ins Haus und ich schaute Heartland, während Pat Essen kochte. Hatte schon eine gefühlte Ewigkeit kein Heartland mehr geguckt. Es wurde spät bis Tom heim kam. Wir aßen und gingen anschließend alle in den Stall, um die Pferde rein zu holen und zu füttern. Es war inzwischen halb elf. Zu dritt geht es aber relativ fix, so dass wir gegen elf Uhr fertig waren. Ich machte mich dann auch gleich auf ins Bett. Wollte sehen, dass ich morgen ein paar Pferde gearbeitet bekam. Gegen Mitternacht machte ich die Augen zu. Es war Vollmond und ich hoffte, dass ich trotzdem schlafen würde können. 
Am Mittwoch, den 22. Mai 2013, wollte ich eigentlich früh raus zum Arbeiten… Aber wie es immer so ist, es kommt anders als man denkt. So wachte ich erst um sieben Uhr auf und entschied, dass es eh schon zu spät war, da Abbey schon  bald die Pferde raus bringen würde. So schlief ich noch eine Weile weiter. Dann hörte ich Pat aufstehen und dachte… schläfst noch ein bissel. Dann stand Tom auf und ich drehte mich noch mal um. Ja, was soll ich sagen, letztendlich kam ich um halb elf endlich mal aus dem Bett und fühlte mich wie vom Zug überfahren. Ich überlegte wirklich, was ich gestern gemacht hatte, dass ich mich so fühlte, konnte aber keine Antwort finden. Da es heute Nacht auch noch geregnet hatte und es offenbar kalt war, half beim Aufstehen nicht sonderlich. Ich aß ein paar Cornflakes und ging dann runter in den Stall, da die Sonne schien. Pat und Tom machten gerade Cimmaron für eine Fahrt fertig. Abbey war draußen und füllte die Wassertonnen in den Paddocks auf. Sie meinte, dass ich sie doch begleiten könnte, es wäre so einsam auf dem Ende des Geländes. Das könnte ich doch tun. Wir alberten herum und ich stellte erschrocken fest, während wir so herum wanderten, dass an dem ein oder anderen Ende Schnee lag! Schlief ich immer noch?! Nein, Abbey teilte mir mit, dass es heute Morgen Schneeregen gegeben hatte und gestern Nacht hätte es geschneit. Oh, das hätte ich jetzt nach den letzten warmen Tagen nicht erwartet. Tom und Pat packten sich auch warm in Wachsmäntel ein, nachdem Tom nach einer kleinen Aufwärmrunde mit der Kutsche auch fest stellte, dass es ziemlich kühl war. Abbey und ich brachten Mack und Norman rein, da ich um zwölf eine Unterrichtsstunde mit Marc, dem zweiten, hatte. Mein zweiter Marc. Abbey wollte während des Unterrichts dann Mack reiten, da sie nur unter Beaufsichtigung reiten durfte. Marc war oberpünktlich und machte sich gleich dran, Norman fertig zu machen. Ich fegte inzwischen die Stallgasse und beantwortete ihm zwischendurch alle Fragen, die er so hatte. Dann hatten wir eine gute Longenstunde und Abbey ein wenig Praxis im Reiten. Ich fuhr dann zu Tim Horton´s, da mir der Sinn nach einem Mocca stand. Abends hatte ich noch Unterricht mit Kim und Carla und das war es dann auch für heute. Morgen würde ich frei haben und hatte einen Trip zu den Cameron Falls geplant, da Pat gesagt hatte, dass ich die noch unbedingt gesehen haben musste, bevor ich Yellowknife verlassen würde. Ich wollte das unbedingt und da es morgen schön und warm werden sollte und ich keinen Unterricht hatte entschied ich, dass es ein guter Tag dafür sein würde. Zwischen Kim´s und Carla´s Unterricht hatte ich schon zu Abend gegessen, so dass ich mich nur noch unter die Dusche schmiss und dann ins Bett ging. War wieder früh, erst zehn Uhr. Aber morgen würde ich früh starten, also war es gut zeitig im Bett zu sein. 
20. Mai 2013: Stand heute früh auf und arbeitete ein paar Pferde. Hatte heute nicht so viele Unterrichtsstunden, so dass ich den Nachmittag wieder für eine kleine Rundfahrt und Spaziergang nutzte. Es war immer noch genügend Eis auf den Seen und auch ließen sich noch nicht wirklich grüne Blätter an den Bäumen ausmachen. 

 

Nachmittags brachte ich mit Pat noch ein Pferde für Elisabeth´s Unterricht rein, nachdem wir die anderen Pferde draußen mit Heu versorgt hatten. Ansonsten passierte heute nichts spannendes. Verabschiedete mich heute früh ins Bett. 

21. Mai 2013: Nach dem Frühstück fuhr ich mit Pat in die Stadt zum Einkaufen. Das zog sich mal wieder alles etwas in die Länge, da sie ja Gott und die Welt kennt. Nachmittags hatte ich ein paar Unterrichtsstunden zu geben und abends half ich Pferde rein holen und füttern. Dann ab in die Heia. 
Samstag, der 18. Mai 2013, war mal wieder einer der geschäftigste Tage, da samstags die meisten Reitstunden anstehen. Eigentlich hätten wir heute auch eine Kindergeburtstagsfeier gehabt, die aber auf nächstes Wochenende verlegt worden war. War ich auch nicht traurig drum. Einige Leute waren auch schon im Urlaub, so dass dieser Samstag nicht allzu stressig wurde. Fing schon morgens mit Jason an, der später noch Stalldienst hatte. Das musste man ihm ja zugute halten, dass er wirklich hinterher war besser zu werden. Dann hatte ich eine kleine Pause und dann folgte eine Reitstunde auf die nächste. Mit dem ein oder anderem konnte ich sogar nach draußen, aber ich muss zugeben, dass sich die Reiter, mit denen man nach draußen gehen konnte, wirklich in Grenzen hielt. Schade eigentlich. Abends machten wir uns noch mal auf eine Kutschfahrt mit Cimmaron, was immer wirklich Spaß macht. Man kann deutlich erkennen, dass Friesen einfach dazu gemacht sind. Trotz seines jungen Alters und seiner Unerfahrenheit ist er super zuverlässig und gibt alles. Und ich fühle mich mit ihm fast am wohlsten, muss ich zugeben. Den Abend ließen wir dann noch bei dem ein oder anderen Wodka ausklingen... Dann war ich fällig für´s Bett. 


19. Mai 2013: Ich musste heute früh raus, da um neun Uhr Nicole zum Unterricht angemeldet war. Hui, und das nach dem Wodka Abend. Aber ich muss sagen, dass ich einigermaßen aus dem Bett kam. Machte mir eine Kaffee und ging runter in den Stall. Nicole hatte mit Bodenarbeit Blut geleckt, so dass wir heute gar nicht zum Reiten kamen, sondern schön Schulterherein und Travers an der Hand übten. Sie machte das schon recht gut. Tom hatte um halb elf seine Springstunde, die er draußen abhielt. Gegen halb eins machten wir uns dann zu unserem allwöchentlichen Brunch. Ihr wisst es. War wieder sehr lecker und nette Gesellschaft. Und irgendwie hatten es heute Lotti Lou und Bella geschafft, dass sie mitfahren durften. 

Happy dogs
Ich weiß gar nicht, wie das passieren konnte. Sie warteten dann im Truck, während wir uns unser Frühstück munden ließen. Anschließend ging es noch kurz in die Stadt, da Tom und Pat ein paar Kleinigkeiten besorgen mussten. Nun waren wir aber alle reif für einen Nap. Das ging nun mal nicht anders nach dem üppigen Essen. Nachmittags half ich Pat die Pferde füttern. Das Wetter war etwas bedeckt heute und ziemlich frisch. Tom wollte noch Mack und Norman das erste Mal diese Saison anspannen... Aha. Ich hatte ja keine Ahnung, was das heißen würde. Sydney und Kim hatten die beiden jedenfalls schon anspannfertig gemacht. Ich sollte Tom Bescheid geben und stand erstmal völlig auf dem Schlauch, da ich ja gar nicht gewusst hatte, dass er die beiden heute fahren wollte. Irgendwann schnallte ich aber was anlag und holte Tom Sie beschlossen, den Heuwagen für die erste Fahrt zu nehmen. Und es begann zu regnen. Na super. Kim und Sydney wollten unbedingt, dass ich mit fahre... Ich war mir noch nicht so sicher. Ich sagte, dass ich erstmal Pat helfen müsste und dann würden wir sehen. War gar nicht so scharf auf eine Kutschfahrt bei dem Wetter. Und als ich sah, was das für ein Theater war Mack und Norman anzuspannen, schüttelte ich nur noch den Kopf. 

Erste Anspannversuche
Ich war doch nicht lebensmüde! Und dann musste ich auch noch anspannen helfen, da Sydney immer etwas nervös war beim Anspannen. Ach nee! Und ich?! Ich hatte mit Kutschen nun wirklich überhaupt keine Erfahrung und die Fahrpferde, die ich kennen gelernt hatte, standen wie eine Eins. Hier kam aber gerade mal der Andalusier durch bei den beiden! Eins kann ich sagen, neben einem Pferd zu stehen, das die Statur eines Kaltbluts, aber das Temperament eines Andalusier Hengstes in dem Moment hat, ist nicht sehr beruhigend. Norman ging ja noch, aber Mack stand mehr auf zwei als auf vier Beinen und meine Aufgabe war, den Kerl in Position zu halten, während Tom versuchte alle Leinen und Strippen anzubringen. Meine Güte, ich hatte schon einen leichten Schweißausbruch, muss ich zugeben. Da es letztendlich gar nicht ging entschied Tom, die Herren erstmal vom Boden aus zu fahren bis sie sich etwas abgekühlt hatten. 



Ich war etwas nervös, aber als ich sah, dass alle anderen um mich herum ganz gelassen das Spektakel verfolgten war mir klar, dass das wirklich "normal" ist. Ob es gut ist, weiß ich nicht, aber jedenfalls typisch für die beiden Wallache. Pat meinte, dass es immer beim ersten Anspannen so abläuft, es aber im Laufe des Jahres immer besser würde... Ah ja. Ok, das musste ich wohl noch lernen. Ich fand, dass gerade beim Anspannen die Pferde bestes Benehmen zeigen müssten. 

Nächster Versuch
Letztendlich bekamen wir sie dann nach einer Bodenarbeitseinheit und einer kleinen Pause wegen Regens doch noch vor die Kutsche. Und ab ging es in die Sand Pits. Zum Warm werden fuhren wir hinten durch die Trails, wo wir ein Seitenteil des Heuwagens einbüßten, da es doch etwas eng war und eine Seitenplanke zwischen zwei jungen Bäumen einfach stecken blieb. Mack und Norman hatten davon gar nichts gemerkt und zogen fröhlich weiter, wobei die Planke dann abriss und waagerecht in den Bäumen steckte! Wir kriegten uns nicht mehr ein vor Lachen. Ich kam mir vor wie bei der versteckten Kamera. 



Leider war uns das Wetter auch nicht hold, es fing wieder an zu regnen. Und mit dem Fahrtwind wurde es richtig kalt. Aber wir ließen uns nicht aufhalten und es ging in die Pits. Die Hunde fröhlich nebenher. Die Pferde zogen und zogen und waren schon schweißgebadet. Später kam die Sonne wieder raus und durch den Wind wurden wir trocken gepustet. 
16. Mai 2013: Ich wachte wieder recht früh auf, da es ja eigentlich schon gar nicht mehr wirklich dunkel draußen wurde. Es war wieder ein herrlicher Tag und das erste Mal wirklich so warm, dass man sich auch in Shorts draußen aufhalten konnte. Ich nutzte den Tag heute, um meinen Teint etwas aufzupeppen und Vitamin D zu tanken. 

 

 

Um die Mittagszeit herum war es so heiß, dass alle ziemlich schläfrig wurden und wo man sich umsah alle ein Mittagsschläfchen hielten. Es war zu herrlich zu beobachten. Tom schlief auf der Veranda, fast alle Pferde lagen flach, die Hunde lagen irgendwo im Schatten und ich verzog mich nach einem schönen Spaziergang über die Trails und den Sand Pits auf den Campingtisch am Aussenreitplatz, wo ich mich auch den Sonnenstrahlen widmete. Es war wirklich spannend zu sehen, dass sich im Schatten der Schnee und das Eis noch lange hielt. In den Sand Pits waren auch noch vereinzelte Schneeinseln zu finden. Unter dem Heu, das verteilt auf dem Hofplatz lag, konnte ich nach kurzem Kratzen eine dicke Eisschicht finden. Obwohl es in der Sonne schon brüllend warm war. 


Es waren auch noch keine Moskitos oder irgendwelche anderen Bugs unterwegs, so dass es einfach nur herrlich war. Kam jedoch eine kleine Wolke vor die Sonne, dann war es noch frisch. Aber es war wirklich schön, so ganz alleine in der Sonne... Die Hunde um mich herum, die auch Siesta machten. 

Sand Pits mit Eis- und Schneeinseln
Als es mir doch etwas zu frisch wurde mit dem Wind, ging ich erst eine Weile spazieren und dann um die Ecke und saß vor der Sattelkammer in einem windgeschützten Eckchen, wo ich noch weiter die Wärme geniessen konnte. Gesellschaft leistete mir Bob Dylan, einer der Stallkater. Das war wirklich zu süß. Das war das erste Mal, dass ich einen Kuss von einer Katze bekommen habe! Ja, wirklich einen Kuss. 

 

Erst umstrich er immer meine Beine, dann sah er mich an, kletterte mit den Vorderpfoten auf meinen Schoss und als ich fragte, was das würde, stupste er mich einmal ganz sanft mit seiner Nase an meine Wange... Das war ein Erlebnis. Dann krabbelte er wieder runter und machte es sich neben mir bequem bis die Hunde angerast kamen und er unter die Sattelkammer flüchtete. Armer Bob Dylan. Abends machte ich mich noch mal auf die Tour und genoss, dass es lange hell blieb und es auch noch warm war. 


Auf den Seen um Yellowknife lag noch dickes Eis, das allerdings an den Uferrändern schon geschmolzen war. Aber ein toller Anblick und irgendwie seltsam, dass man in kurzen Hosen am Ufer stehen kann und vor sich das Eis sieht... 

 

Aber es war offensichtlich, dass der Frühling auf dem Vormarsch war, auch wenn die Bäume immer noch ohne Blätter waren, was dem Ganzen noch mehr einen surrealen Eindruck verlieh. Abends gab es dann Burger zum Abendessen und trotz immer noch vorhandenem Tageslicht ging ich gegen elf Uhr in die Falle. 


Am Freitag, den 17. Mai 2013, liess ich es auch etwas ruhiger angehen. Das Wetter war wieder unglaublich schön. Der Tag verstrich so mit Shoppen, Pferde füttern und tränken und Unterricht. Abends machte ich mich auf zu einem kleinen Walk über die Trails. 

 

Musste mir mal die Beine vertreten und wollte die letzten Sonnenstrahlen geniessen. Wer wusste schon, ob es nicht wieder schneien würde?! Würde mich jedenfalls nicht wundern. Alle Hunde begleiteten mich auf meinem Spaziergang und rannten um mich herum und ab in den See zur Abkühlung. Ich ging bis zum Golfplatz und zurück. Wollte ja auch noch mal unserer "neuen" Trail anschauen und sehen, was nun wirklich noch gemacht werden musste. Die Fahrten mit der Kutsche waren schon sehr holprig gewesen. Auf dem Rückweg fanden die Hunde einen alten Tierschädel, um den sie sich nun stritten. Igitt! Das war widerlich. Ich konnte Bella ja dazu bringen, davon abzulassen, aber dann schnappte ihn sich Tulip, die natürlich überhaupt nicht daran interessiert war, was ich dazu sagte. Während Bella nun beleidigt daneben stand, zerbiss Tulip den Schädel und fraß die Reste. Ich ignorierte es einfach und machte  mich auf den Rückweg. Die Moskitos kamen raus und fingen an mich aufzufressen.  

 

Ich schaute dann noch einen kurzen Moment bei Tom´s Springstunde auf dem Außenplatz zu, als ich von meinem Spaziergang aus dem Gehölz zurück kehrte. Wie gesagt, die Moskitos waren nicht auszuhalten, so dass ich bald ins Haus ging, wo ich mich über mein Abendessen hermachte. 

Montag, 20. Mai 2013

Am Mittwoch, den 15. Mai 2013, schlief ich einigermaßen aus. Oder eigentlich hatte ich das vor gehabt, aber ich hatte seit drei Uhr nachts halbwegs durchgängig wach gelegen. Denn um diese Uhrzeit beschloss das Eichhörnchen, das nah am Hause lebt, einen Höllenradau zu machen. Man soll ja nicht glauben, wie geräuschvoll diese kleinen Biester sein können. Irgend etwas schien das Ding aufzuregen. Normalerweise beruhigen sie sich nach ein paar Minuten wieder, aber ich hatte schon öfter fest gestellt, dass dieses Hörnchen hier sehr ausdauernd war. Und es schien ein anderes zu sein als letztes Jahr. Es hatte doch offensichtlich andere Verhaltensweisen. Jedenfalls war es nervtötend. Die Sonne stand sowieso schon hoch am Himmel und zu allem Überfluss meinte Tulip ebenfalls, dass irgendwas nicht stimmte. Allerdings war Tulip nicht die Schlaueste, so dass ich nach einem Check an den anderen Hunden, die allesamt ruhig und friedlich dalagen sicher war, dass nicht wirklich was sein konnte. Da ich aber auch noch andere seltsame Geräusche vernahm beschloss ich doch mal nach dem Rechten zu sehen. Tom und Pat schienen nichts zu hören, sie regten sich nicht. Ich ging auf die Veranda und kontrollierte ums Haus. Ich hatte gedacht, dass viellicht ein Bär sein Umwesen treiben könnte, was ich natürlich nicht hoffte. Aber es war alles ein wenig eigenartig heute Morgen… Nacht, wie auch immer. Es wurde inzwischen überall gewarnt, dass die Bären aus ihren Winterquartieren kommen und da der Komposthaufen direkt am Haus lag, wäre ich nicht erstaunt gewesen einen hungrigen Bären zu Gesicht zu bekommen. Aber nichts. Tulip stand vor dem Stalltor und bellte es an, aber ich war nun doch noch zu müde, um im Stall nachzusehen, ob was los war. Ich rief leise nach Tulip und sie war dann still. Ich ging wieder in mein Bett. Was für eine Nacht. An Schlaf war natürlich erstmal nicht mehr zu denken. Tolle Sache. So hörte ich Musik und widmete mich mal wieder meiner kleinen Abhängigkeit, Solitär spielen. Irgendwie fiel ich dann noch für eine Weile in einen leichten, unruhigen Schlaf. Ich war um zehn Uhr zu einem Ausflug an einem nahe gelegenen See verabredet. Vorher wollte ich noch ein paar Kleinigkeiten für ein Picknick und einen Latte bei Mc besorgen. Wie schon erwähnt, die Sonne schien herrlich und es war strahlend blauer Himmel. Um halb neun stand ich etwas gerädert endlich auf. Ich packte meine Sachen und ging runter zu den Paddocks, um Pat Bescheid zu geben, dass ich mich auf den Weg machen und abends zurück sein würde. Und ich fragte Abbey, wo sie gestern gewesen war. Ich hatte sie vermisst, denn wir wollten doch zusammen reiten. Es stellte sich heraus, dass es ein Missverständnis war, sie hatte auf meine Anruf gewartet und ich dachte, sie würde einfach vorbei kommen, da ich gesagt hatte, dass ich zwischen zwei und fünf Pferde arbeiten würde. So ein Pech. Naja, würden es demnächst nachholen. Ich machte mich also um neun Uhr auf den Weg in die Stadt und dann zu einem Treffpunkt nahe dem See, da ich nicht genau wusste, wie ich dahin kam. Der Truck kam nach ein paar Minuten und ich erkannte ihn schon von Weitem. Ich folgte und wir bogen vom Highway auf eine Gravelroad ab. Es wurde immer unwegsamer, aber trotzdem parkten unerwartet überall Autos. Nicht viele, aber dafür, dass man mitten im Busch war doch unerwartet viele. Wir kamen am See an und schnappten unsere Picknicksachen und gingen zu Fuss weiter. Die Sonne schien richtig warm, so dass ich schon gleich meine Jacke auszog. Wir fanden ein idyllisches Plätzchen mit Blick auf den noch zugefrorenen See. Ich hatte noch was beim Auto vergessen und ging noch mal zurück. Auf dem Rückweg entledigte ich mich auch noch meines Shirts, so dass ich nur noch das Tanktop anhatte. Es war wirklich heiß und es hatte etwas surrealistisches, dass man schwitzte und am Rand eines zugefrorenes Sees saß… Wahnsinn. Wir machten ein kleines Feuer an und genossen unser Picknick in der wärmenden Sonne. Der Tag verflog wie im Flüge. Gegen halb fünf machten wir uns auf den Rückweg. Ich würde um fünf meine erste Reitstunde haben, mit Kim und Baya. Kim war spät dran, was mir noch ein paar Minuten Luft verschaffte. Sie wollte lieber in der Halle reiten, was echt schade war. Ich hatte noch auf ein paar Sonnenstrahlen gehofft. Ich kann davon ja nie genug bekommen. Anschließend hatte ich mit Trish und Czar wieder Longierunterricht und Bodenarbeit. Trish flocht heute auf mein Anraten hin Czar´s Schweif ein, da er beim Rückwärtsrichten immer auf seinen wunderschönen, vollen und langen Schweif trat und schon einige Bündel dadurch lassen musste. Sie hatte einen guten Job gemacht, es sah richtig professionell aus. Jetzt noch eine Bandage drum herum und es sah aus, als ob wir Hohe Schule vollführen würden. Czar war schon ziemlich gut, aber irgendwie gab es Unstimmigkeiten mit seiner Händigkeit. Es passte alles nicht so recht zusammen. Nach dem Unterricht prüfte ich Czar´s Becken und musste feststellen, dass es offensichtlich rotiert war. Und zwar nicht nur in eine Richtung… Das erklärte die Probleme beim Training. Tja, was machen hier in Yellowknife?! Ich war mir nicht sicher, ob dieses Problem frisch oder sehr alt war. Ich hatte mit Czar zwar nie eine Anamnese durchgeführt, aber der Schiefstand war so offensichtlich, dass es mir schon früher aufgefallen wäre, wenn es in diesem Ausmaße gewesen wäre. Andererseits hatte er diese Probleme nicht erst seit gestern. Mir kam der Gedanke, dass Alex vielleicht helfen könnte. Sie machte ja ihre Ausbildung zur Pferdetherapeutin. Allerdings wusste ich nicht genau, was ihre Ausbildung beinhaltete, denn wir bräuchten hier einen Physiotherapeuten. Trish wollte jedenfalls, dass ich mich mit Alex in Verbindung setzen sollte, was ich baldmöglichst tun wollte. Tom hatte in der Zwischenzeit Cimmaron zum Fahren fertig gemacht und Pat und Tom spannten ihn gerade an als ich mit Trish noch für einen neuen Unterrichtstermin vor der Halle stand. Pat meinte, dass ich doch mit Tom auf eine Fahrt gehen sollte. Ok, das war doch eine schöne Idee. Die Sonne schien noch und ich hatte keine weiteren Stunden mehr. So hüpfte ich mit auf den Bock und nach kurzem Überreden kamen Trish und Pat auch noch mit. Die Hunde liefen happy nebenher, bzw. vorweg oder hinter her. Man wusste nie genau, wo sie waren. Es ging über die Trails auf den Außenplatz, wo ich Cimmaron fahren durfte. Ich hatte erst versucht mich zu weigern, da das letzte Mal wirklich ein schreckliches Gefühl war. Da hatte ich Springer gefahren, die sich wirklich so gut wie gar nicht bog und immer über die Schulter gelaufen war. Das ist wirklich unangenehm. Aber Tom drückte mir die Fahrleinen in die Hand und da hatte ich keine Chance mehr. War ja auch irgendwie neugierig und würde das gerne lernen, aber ich hatte doch lieber die Beine am Pferd. Es ging gar nicht mal so schlecht. Immerhin bis zum Trab sind wir gekommen. Man darf dabei nicht vergessen, dass Cimmaron gerade am Anfang seiner Ausbildung ist und er heute erst das dritte Mal draußen gefahren wurde. Es war schon sehr beeindruckend wie ruhig der Kleine war. Tolles Pferd. 

Fertig zur Ausfahrt
Schon komisch, ohne Beine am Pferd...
Nach ein paar Runden übergab ich wieder an Tom. Er wollte eigentlich, dass ich nun auf die Trails fahre, aber dafür fühlte ich mich noch nicht reif. Nach einer schönen Runde über die Trails setzten wir Trish und Pat am Stall ab und Kim und Sydney stiegen zu. Nun wollten wir über unseren im Winter frisch gehauenen Trail fahren. Tom und Pat waren da gestern schon lang gefahren und Pat meinte, dass er wirklich sehr rustikal war. Naja, er war offensichtlich noch nicht wirklich einsatzbereit. Das hatte ich auch schon fest gestellt, als ich hier lang geritten war. Aber als wir den Trail verbreitert hatten, lag noch so viel Schnee. Jetzt kam das ganze Ausmaß ans Tageslicht. Es war also dementsprechend eine sehr holprige Fahrt. 

Guter Trail
Unser "neuer" Trail...
Ich war froh, dass wir nicht umkippten, aber ich vertraute Tom, dass er wusste, was er tat. Cimmaron war inzwischen fix und fertig, er hatte überhaupt keine Kondition. So ging es am Highway zurück zum Stall, die Hunde brav an der Seite, bzw. auf dem Wagen... 

Tulip
Lotti Lou hat alles im Blick
Am Stall angekommen versorgte Tom Cimmaron und Sydney und Kim holten die Pferde rein und fütterten sie. Sydney hatte noch die Aufgabe mit Mr. Daig über die "Brücke" zu gehen, was er mit Bravour meisterte. 

Adagio auf der "Brücke"
Ich ging ins Haus, wo mir Pat ein Corned Beef Sandwich und Maiskolben zum Abend zubereitete. Tom kam wenig später und wir aßen gemeinsam unsere Sandwiches. Nebenbei schauten wir American Idol. Es waren noch zwei Kandidaten über und unserer Meinung nach war offensichtlich, wer gewinnen müsste. Ich war nach der nicht wirklich erholsamen Nacht gestern und der vielen frischen Luft und Sonne nun ein wenig geschafft, so dass ich mich in mein Bett begab. Morgen früh würde ich hoffentlich wieder früh aus den Federn kommen und ein paar Pferde arbeiten. Abbey fing jetzt immer um sieben Uhr an, da ihr Freund so früh startete und sie dann eh wach war. Ja, das machte es für mich nicht einfacher. Sonst hatte ich schon zwei Pferde fertig gearbeitet, bevor jemand im Stall war, nun war es mit Glück noch ein Pferd. Naja würde damit leben können. Pat fragte mich auf meinem Weg ins Bett, ob ich denn morgen wieder früh im Stall sein würde. Mehr als ein "I´ll try." konnte ich nicht sagen. Ich hatte keine Ahnung, ob ich aus dem Bett kommen würde. Jetzt hieß es aber erstmal schlafen.  
Dienstag, 14. Mai 2013: Ich schlief aus. So kam es, dass ich nur Mickey longierte, bevor ich mich auf den Weg zum Lunch in die Stadt machen würde. Da noch ein wenig Zeit war, als ich Mickey wieder raus gebracht hatte, fragte Pat ob ich nicht mit ihr auf eine Spaziergang gehen wollte, denn sie wollte gerne noch mehr Trails geschlagen haben und sie wollte mir zeigen, wo. 

Abbey bei der Arbeit
Wir nahmen Abbey auch gleich mit. Es war ein netter Spaziergang, aber man kann sich wirklich lange auf den Trails aufhalten, so dass ich spät dran war, als ich mich sputete zum Jeep zu kommen. Umziehen war nicht mehr, aber das war eh egal. Kam noch pünktlich am Treffpunkt an und wir genossen unsere Lunchtime. Ich war heute ziemlich müde, warum auch immer, so dass ich heute nicht mehr wirklich viel tat. Hatte am Abend noch einige Reitstunden zu geben, aber das war nicht wirklich viel. Abends gab es Steak zum Supper und anschließend den ein oder anderen Wodka... Pat ging irgendwann ins Bett und Tom und ich saßen noch bis ein Uhr nachts und leerten das ein oder andere Shotglas. Oh Mann, es war dann auch echt Zeit ins Bett zu kommen. Ich wollte doch morgen Früh wieder reiten. Ob ich das schaffen würde... Keine Ahnung.